Linktipps zum Wochenende: Von Konzernen, einer esoterischen Piratin und – natürlich – Social Media

Kein Spaß: Die seltsame Esoterik-Welt der der Fraktionsgeschäftsführerin der Berliner Piraten (scheloske.net)
Aus dem vormedialen Raum mitten hinein ins politische Leben: Wieder ein schönes Beispiel für neue Öffentlichkeitsmechanismen. Worum geht’s? Marc Scheloske hat festgestellt, dass die Berliner Oberpiratin zwar Politikwissenschaftlerin ist, aber unhaltbare Aussagen zu medizinischen Themen macht – kurz: sie verdient wohl mit seltsam esoterischen Ansichten Geld in Seminaren und Publikationen. Die Geschichte hat schnell im Social Web die Runde gemacht (hier sogar mit mehr als 360 Kommentaren), ist schließlich u.a. bei Spiegel Online gelandet. Ob die zügige Antwort der Piraten im eigenen Blog (über 260 Kommentare) die letzte Aktion oder nur ein Kapitel ist, bleibt abzuwarten.

Nahrungsmittelspekulation: Deutsche Bank will Dokumentarfilm zensieren (netzpolitik)
Ein Pressesprecher der Deutschen Bank redet sich zur Armut in Somalia um Kopf und Kragen, nun wird darüber gestritten, ob ihm klar war, dass das Gespräch aufgenommen wird oder nicht. Klar will die Rechtsabteilung das Ganze mit juristischen Mitteln aus der Welt schaffen, ein Corporate Sorry wäre sicher angemessener.

Wer benutzt Google+ [Infografik] | Futurebiz
Mal ein paar Zahlen zu den Nutzern von G+. Demnach sind zwei von drei Nutzern Männer (bei Fb eher 50%), die größte Altersgruppe ist zwischen 25 und 34 Jahre. Und: 83% der G+-Nutzer sind inaktiv, während die Aktiven wohl besonders viel posten.

Chevy vs. Chevrolet An Explanation – YouTube
In den USA gab es Verwirrung, ob die bisher gebräuchliche Abkürzung Chevy noch verwendet werden darf, das Unternehmen hatte dies zunächst verneint und auf die Langversion “Chevrolet” bestanden. Banales Thema. Bemerkenswert aber, wie ein großer Konzern mit einem super-einfachen und verwackelten Video sich zu kommunizieren traut. Fast schon ein bisschen arg salopp.

Protest gegen Unilever: Der Häuptling zittert – SPIEGEL ONLINE
Vor der Deutschland-Zentrale von Unilever protestier(t)en indonesische Ureinwohner. Sie wurden offensichtlich von einem Palmöllieferanten des Konzerns vertrieben, ihr Land zerstört. Als einer der weltweit größten Abnehmer von Palmöl wird Unilever – ähnlich wie vor einigen Monaten Nestlé durch Greenpeace – in die Verantwortung genommen. Im ersten Moment sieht die Krisenkommunikation von Unilever jedoch souveräner aus; nach ein paar Beiträgen in Blogs und Medien am Donnerstag scheint das Thema erst mal wieder von der Agenda zu sein.

Studie: Zeitungen und Social Media in Deutschland 2011 (Video)
Julian Grandke stellt die aktuelle BDZV-Untersuchung vor und hat die entsprechenden Videos eingebunden, die die Ergebnisse erklären. Fazit: Die Verlage binden Social Media zunehmend in ihre Wertschöpfung ein. Nebenbei: Nach meinem Geschmack sind solche Erklärvideos nicht, ich bin so altmodisch und möchte selbst das Tempo bestimmen, mit dem ich mir die Inhalte aneigne und fühle mich ziemlich ausgebremst durch ein 4 Min. Video.

Sagt Social Networks adieu, begrüßt Private Networks! | Basic Thinking
Jürgen Vielmeier greift den Artikel zur (echten oder vermeintlichen) Facebook Fatigue auf und zeigt vor allem, wie die Nutzung deutschsprachiger SN zurückgeht und sieht letztlich private Journale im Kommen. Ach ja, ich wollte doch mit Path ein bisschen rumspielen, fällt mir da ein. In eine ähnliche Richtung hat auch Richard Gutjahr gedacht und gefragt: Gibt es ein Leben nach Facebook?

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About Thomas Pleil

Mein Beruf: Ich lehre Public Relations an der Hochschule Darmstadt und beschäftige mich vor allem mit Online-Kommunikation. Mein Hobby: Schnappschüsse sammeln. Zum Beispiel hier: http://bilddepot.wordpress.com. Mehr von mir im Web: http://about.me/thomaspleil.
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