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Entries categorized as 'Lehre'

Bye, bye, Generation Praktikum?

25 April 2008 · 3 Comments

Ist die Generation Praktikum am Ende? Wird aus ihr die Generation Karriere? Wahrscheinlich ist beides nicht ganz richtig. Aber wenn ich mir die Ergebnisse unserer gerade eben veröffentlichten Absolventenstudie anschaue, kann ich unter angehenden (Online-)Journalisten doch einigen Optimismus verbreiten. Unter PR-Leuten natürlich auch, was aber weniger überraschen dürfte. Obwohl: Offensichtlich ist’s für die PRler sogar ein kleines bisschen mühsamer, in den Job einzusteigen, zumindest am Anfang. Insgesamt steigt nur ein Viertel unserer Absolventen mit einem Praktikum, einem Volontariat oder einer Traineestelle in den Job ein. Erstaunlich: Journalismus-Absolventen tun sich sogar etwas leichter, gleich in eine richtige Stelle zu kommen als PR-Leute.  Deshalb verdienen die OJs zumindest als Berufseinsteiger gleich etwas besser.

Worauf diese Zahlen beruhen? Gemeinsam mit einigen Studenten hat mein Kollege Klaus Meier die gut 100 Absolventen unseres Studiengangs Online-Journalismus befragt, 81 haben teilgenommen. Wichtige Ergebnisse:

“Sie arbeiten zu 42 Prozent im Journalismus, zu 34 Prozent in der PR und zu 21 Prozent in anderen Berufen, verdienen überwiegend zwischen 500 und 2.500 Euro netto, sind fast alle mit ihrem Job „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ (91 Prozent) – und sie würden sich zu 73 Prozent wieder für den Studiengang Online-Journalismus entscheiden.”

Auch schön: Mehr als jeder dritte unserer Studenten hatte schon während des Studiums eine Zusage für die erste Stelle, knapp weitere 50 % waren nach einem halben Jahr im Job. Klaus Meier betont, dass dies dem Branchentrend klar widerspricht und zitiert das Dortmunder Journalistik-Journal:

„Berufseinsteiger müssen sich oft jahrelang mit unbezahlten Praktika und freier Mitarbeit durchkämpfen, um bei künftigen Arbeitgebern einen Fuß in die Tür zu bekommen.”

Der Grund für die Diskrepanz liegt im Wörtchen “online”: Dass unsere Absolventen gerade den Studiengang Online-Journalismus belegt hatten, war eines der wichtigsten Einstellungskriterien. Und wie ist das mit den PR-Leuten, also jenen, die den PR-Schwerpunkt im Studiengang wählen? Die allermeisten sind bei Unternehmen und Agenturen beschäftigt, also vorwiegend in der Profit-Kommunikation. Wichtig auch die Frage, was sie dort genau tun: Nur die wenigsten sind ausschließlich mit Online-PR beschäftigt; jeder zweite steckt maximal 30 Prozent seiner Arbeitszeit in die Online-Kommunikation. Das bestätigt unseren Ansatz, im optionalen PR-Schwerpunkt zunächst ein fundiertes grundlegendes PR-Wissen zu vermitteln - mit einem daran anknüpfenden intensiven Blick auf die Online-PR.

Was mich als PR-Ausbilder nicht befriedigt, ist die Tatsache, dass die PR-Absolventen eher nochmal eine Lehrrunde (Volontariat, Traineestelle) einlegen müssen als die Journalisten, obwohl beide Gebiete im Aufwind sind. Nach meiner Interpretation dürfte das zwei Gründe haben: Zum einen habe ich den Eindruck, dass viele PR-Arbeitgeber nicht nur aus sachlichen, sondern zu oft aus wirtschaftlichen Gründen an Traineeships und Volontariaten festhalten. Zum anderen merke ich immer wieder, dass einige Arbeitgeber mit einer akademischen PR-Ausbildung noch nichts anfangen können und unsere Absolventen erst einmal mit Quereinsteigern, die im Studium keine PR-Qualifikation erworben haben, gleichstellen wollen.

Weiteres Material:

Categories: Lehre · Online-PR
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Didaktik: Lernen durch Lehren

25 April 2008 · 4 Comments

Zwei Ansätze innerhalb der Didaktik empfinde ich derzeit als besonders spannend: Da ist zum einen der des Konnektivismus von George Siemens, zum anderen “Lernen durch Lehren“. LdL, wie der Ansatz oft genannt wird, findet sich inzwischen in vielen Lehrplänen und hunderte von Lehreren setzen ihn ein. Was sich hinter LdL genau verbirgt, hat der Vordenker dieses Ansatzes, Jean-Pol Martin (Uni Eichstätt) nun in einem Videointerview erklärt.

Kern des Ansatzes ist, wie man vermutet, dass Schüler/Studenten nicht frontal mit Wissen zugeschüttet werden sollen, sondern sie sich in Gruppen einzelne Themen erarbeiten und dann didaktisch aufbereiten und den anderen in der Klasse vermitteln sollen. Das Lernen geschieht demnach besonders gut, wenn man die Inhalte selbst gut vermitteln kann. In der Didaktik ist da gern von gemeinsamer Wissenskonstruktion die Rede. Auf dem EduCamp in Ilmenau hat JPM seinen Ansatz vorgestellt. Wie er mir schrieb, gab es einige Diskussionen um die von ihm genannten Voraussetzungen und die benutzten Begriffe: Entscheidend ist aus seiner Sicht für den Erfolg des Lernens die Sinnfrage. Das heißt, Lernende sollen aus jeder Aufgabe, die sie erhalten, für sich einen Sinn erkennen können. Damit zusammen hängt wesentlich die Motivation. In der Konsequenz möchte Martin Lernen als Weltverbesserung verstehen: “Wissen muss zu Handlungen führen”, fordert er und meint damit Handlungen, die an irgend einer kleinen Stelle etwas zum Besseren verändern. Sein Optimismus: “Menschen wollen Gutes tun.” Besonders gut gelingt dies, wenn Wissen radikal geteilt wird (weshalb er fast nur im Internet publiziert). Sein Verständnis: “Wir sind Neuronen!”

So, genug zusammengefasst, hier das Interview mit Jean Pol Martin, in dem er am Ende auch seine Bewertung des EduCamps abgibt  (Steffen Büffel zieht auch Bilanz):

Ein konkretes Ergebnis des EduCamp:

“Es hat sich nun eine starke Gruppe gebildet, die “Weltverbesserungsprojekte” startet und wir treffen uns im Juni in Ludwigsburg” (JPM per Mail)

Disclosure: Ich kenne Martin schon lange, und zwar aus der Zeit, als die PR für die Eichstätter Uni verantwortet habe. Damals habe ich JPM nicht nur als Person schätzen gelernt, sondern war auch von seinem Ansatz fasziniert: Ein Professor, der sich von seinen Studenten via Internet durch New York manövrieren lässt oder seine Schüler im Französisch-Unterricht nicht stur Vokablen pauken, sondern Online-Dossiers zu aktuellen Themen Frankreichs erarbeiten lässt, ist natürlich bemerkenswert. Herausgekommen sind nicht nur schöne Themen, die mir als PR-Menschen Spaß machten, sondern manches Bruchstück, das ich damals kennen lernte, kann ich heute einsetzen, da ich selbst zum Prof. geworden bin - obwohl JPMs Arbeit damals wie heute von manchen als ziemlich abgedreht wahrgenommen wurde. Oder weil?

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Categories: Lehre
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Euroblog 2008: Social Media in der Lehre

16 März 2008 · 5 Comments

So, nun endlich ein erster Nachklapp zur Euroblog-Konferenz in Brüssel. Beginnen möchte ich mit einer Ergänzung zum Panel über Web 2.0-Tools in der Lehre. In diesem Rahmen habe ich meine didaktischen Experimente in unserem PR-Schwerpunkt an der Hochschule Darmstadt vorgestellt. Wichtig ist dabei, dass Social Media in der PR-Ausbildung als etwas begriffen werden, das das Kommunikationsmanagement in der Berufspraxis verändert und ggf. auch als PR-Instrument eingesetzt werden kann. Social Media sind also Lernstoff: Man muss wissen, was es damit auf sich hat und wie NGOs und Unternehmen sie tatsächlich einsetzen. Anderseits handelt es sich bei Blogs & Co. um didaktische Instrumente, wenn sie entsprechend in die Lehre integriert werden. Dabei können sie den Seminarraum und die reale Welt wunderbar vernetzen. Und schließlich können Social Media-Anwendungen Projekt- und Wissensmanagement unterstützen - in der Berufspraxis wie in der Lehre.

Wer Social Media tatsächlich in die Lehre integriert, kommt schnell zum Ansatz des Konnektivismus. Dort wird davon ausgegangen, dass Wissen in (sozialen) Netzwerken entsteht und dass man auf vielfältige Weise lernt; beispielsweise auch, wenn man einen Wiki-Artikel schreibt, im Blog diskutiert etc. Deshalb ist für mich die Vernetzung ein entscheidender Punkt - wobei Vernetzung sich nicht nur auf eine studentische Gruppe bezieht, sondern auch Vernetzung mit anderen Studenten, Alumni und Praktikern gemeint ist. Dem dienen Projekte wie die PR-Fundsachen und das PR-Wiki auch. Gleichzeitig trainieren die natürlich den Umgang mit diesen Formaten.

Einen Aspekt der Diskussion in Brüssel fand ich besonders witzig: Eine Studentin hat davon gesprochen, dass sie ihre Wünsche und Themen in eine Lehrveranstaltung einbringen möchte. In meinem Vortrag habe ich von Learner Generated Content gesprochen. Im Publikum stieß dies schnell auf Widerstand.  Ein Kollege fragte, ob es nicht kindisch sei, wenn ein Dozent das macht, was die Studenten wollen. Das sehe ich anders: Denn ich bin nicht der allwissende Dozent, und ich meine, das Beste entsteht im Team. Natürlich gibt es Grundlagen, die ich auf jeden Fall vermitteln möchte/muss. Andererseits wissen Studenten nicht nur zu einigen Themen besser Bescheid als ich, sondern sie wissen oft genau, welche Wissenslücken durch meine und andere Lehrveranstaltungen noch bestehen. Dass es sich bei den Themenvorschlägen von Studenten nicht um Beliebigkeiten handelt, sondern um Ergänzungen, die in die jeweilige Lehrveranstaltung passen, habe ich bis jetzt immer erfahren - egal, ob es um Vorschläge für einzelne Workshops ging oder um die freie Themenwahl bei Referaten.

Doch darüber kann man lange weiter diskutieren. Hier erst mal mein Vortrag (genau genommen bestand mein Vortrag nur aus einem Teil der Slides; ich denke aber, dass ein paar der detaillierten Informationen ein paar Leser hier interessieren könnten):

Eindrücke zur Konferenz insgesamt folgen in einem separaten Artikel.

Categories: Lehre · Vorträge
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Sites: Das Wiki von Google - erste Erfahrungen

11 März 2008 · 17 Comments

So, wie versprochen fasse ich mal ein paar Eindrücke von Google Sites zusammen. Damit hat Google vor kurzem sein umfangreiches Angebot an Online-Services um eine Wiki-Funktionalität ergänzt. Genau genommen ist Google Sites Bestandteil von Google Apps, einem Paket, das einige der bekannten Google-Anwendungen (z.B. Docs, Mail, Kalender, Talk) zusammenfasst. Wie neulich erwähnt, habe ich mich (ich gebe zu: mit ein bisschen Bauchschmerzen) entschieden, die Sites im nächste Woche beginnenden Sommersemester für unseren PR-Schwerpunkt einzusetzen - anstatt der an unserer Hochschule sonst verwendeten eLearning-Plattform Blackboard.

Doch zunächst will ich kurz meine Anforderungen, die ich in diesem Fall an ein Wiki habe, erklären: Was ich wollte, ist ein schnell einsetzbares, gehostetes Wiki, das ohne ungewohnte Syntax gefüllt und einfach strukturiert werden kann. Im letzten Semester hat unser bisher verwendetes pmWiki einige Studenten und mich doch gelegentlich genervt (Probleme mit dem Editor, keine Diskussionsmöglichkeit in der Standardinstallation etc.). Weitere wichtige Anforderungen: Da wir mit dem PR-Wiki bereits über ein öffentliches Wiki verfügen, soll das aufzubauende Wiki nur für die jeweiligen Studenten und Dozenten zugänglich sein. Diese Abgeschlossenheit hat zwei Gründe:

  • Erstens soll darin das Management von Semesterprojekten abgewickelt werden, d.h. darin werden auch halbwegs vertrauliche (bei weitem aber keine streng geheimen) Informationen gespeichert (z.B. ToDo-Listen).
  • Zweitens habe ich festgestellt, dass ein nicht-öffentlicher Raum Studierende zu wesentlich intensiverer Zusammenarbeit im Wiki motiviert als ein öffentliches Wiki.

Doch nun endlich zu Google Sites. Bevor man sich dafür entschließt, ein wichtiger Hinweis: Man sollte sich wirklich klar werden, ob man die Nutzungsbedingungen von Google annehmen kann/möchte. Hierzu empfehle ich die Lektüre von Mediendidaktik zum Thema und die Diskussion bei Michael Kerres (Kommentare beachten). Ich bin jedenfalls zu dem Entschluss gekommen, es wagen zu können.

Gut, also zur Registrierung. Ich gebe ja zu, dass ich da erst ein wenig herumgepfuscht habe, da mir der Zusammenhang mit den Google Apps nicht gleich klar war. Und das ist für mich ein zentraler Kritikpunkt: Google will mit den Sites wohl nicht irgendwelche Privatleute ansprechen, die die Idee haben, mal ein Wiki einzurichten, sondern eine bereits bestehende Gruppe - z.B. ein Unternehmen, einen Verein, eine Schule oder Universität gewinnen. Und die sollen möglichst gleich den ganzen Google-Segen erhalten. Zur Anmeldung benötigt man eine Mailadresse einer Institution bzw. eine eigene Domain. Wer sich damit anmeldet, richtet das Ding für seine Institution ein - ich habe keine Ahnung, ob man damit für seinen gesamten Laden weitere Anmeldungen blockiert, vermute das aber. Wenn dem so ist, sind Probleme vorprogrammiert, die Google natürlich elegant auf die Institutionen abwälzt. Ok, das Ganze hat auch Vorteile, auf die ich hier aber jetzt nicht weiter eingehen möchte - wie auch auf die Google Apps insgesamt.

Wie arbeitet es sich denn nun mit den Sites? Kurz und bündig: “Gut”. Wie immer bei Google bin ich mit der Bedienung auf Anhieb klar gekommen, und einige Funktionen sind mir positiv aufgefallen:

  • Es gibt ein paar Templates. Ich habe da nicht lange ausprobiert, sondern gleich eines gefunden, das mir geeignet schien. Es sieht u.a. eine Navigationsleiste vor, die ich editieren kann. Bei manchen Wikis muss man sowas erst über Umwege basteln.
  • Eine Sitemap wird automatisch erzeugt.
  • Jede Seite kann wie in einem Blog kommentiert werden. Sicher, das ist Geschmacksache - mir gefällt’s besser als eine eigene Kommentarseite
  • Auf jeder Seite gibt es eine Uploadmöglichkeit für Dokumente. Das geht nicht bei allen gehosteten Wikis. 10 GB Speicherplatz sollten ein Weilchen genügen.
  • Für jede neue Seite kann ich entscheiden, wo diese genau platziert werden soll (z.B. als Unterseite).
  • Unterseiten werden am Fuß einer Seite automatisch verlinkt.
  • Normale Wiki-Seiten sind mit dem WYSIWG-Editor problemlos zu bearbeiten.
  • Ganz prima: Es gibt unterschiedliche Seitentypen: reine Wiki-Seiten (deren Layout lässt sich mit dem Editor auch auf zweispaltig umstellen), Announcements, Listen (gut geeignet für kleine Projekte, da gestaltbar und mit Prioritäten versehbar), Mashup-Seiten (= Dashboards in der Google-Sprache), und Download-Seiten (= File Cabinets). Letztere sind sehr gut geeignet, wenn man mehrere Dokumente zentral hochladen möchte. Man kann dann von beliebigen Seiten auf die einzelnen Dokumente linken, den Nutzern aber auch die gesamte Download-Seiten anbieten, auf denen alle Dokumente auf einen Blick zu sehen sind.
  • Man kann unterschiedliche Dokumente aus dem Google-Universum (Präsentationen, Spreadsheets etc.) und so genannte Gadgets (Kalender, Feeds etc.) integrieren. Diese können direkt im Wiki angesehen werden, ähnlich wie auch Videos von YouTube und Google.
  • Rollenbasierte Nutzung: Die Einladung von Mitarbeitern bzw. weiteren Administratoren hat bisher reibungslos geklappt. Einstellen lässt sich für jede Seite, ob sie öffentlich, für alle im Wiki Registrierten oder nur ausgewählte Nutzer zugänglich sein soll. Dabei kann nochmal unterschieden werden, ob die Nutzer die Seite nur sehen oder auch bearbeiten können.
  • [Ergänzung, 12.3.08]: Als admin bekomme ich auf Wunsch per Mail Änderungen im Wiki sofort zugeschickt. Die Änderungen werden farblich hervorgehoben, Uhrzeit und Autor sind auch festgehalten.

Weniger gut gefällt mir:

  • Es gibt keine Möglichkeit, Seiten zu sichern bzw. downzuloaden (abgesehen von pdf über das Drucken).
  • Die Mashups haken manchmal, einige gehen gar nicht. Zum Beispiel hatte ich große Probleme RSS-Feeds einzubinden und das erst mal auf irgendwann verschoben. Mein Wunsch wäre, Social Bookmarks bzw. den Feed des bereits vorhandenen Mister-Wong-Gruppenarchivs ins Wiki zu ziehen.
  • Die oben erwähnte Einrichtung über Google Apps

Ambivalent:

  • Links werden von den Google Sites automatisch mit dem Attribut “nofollow” versehen. Hiergegen gibt es gute Argumente. Andererseits: Wenn die Sites als Intranet bzw. als nach außen abgeschlossener Bereich eingesetzt werden sollen, kann ich “nofollow” schon halbwegs nachvollziehen.

Mein Zwischenfazit nach etwa 20 eingerichteten Seiten: Das Arbeiten mit den Sites ist weitgehend problemlos. Die wenigen Dinge, die haken, habe ich bei anderen gehosteten Wikis in diesem Umfang bisher noch nicht gefunden. Statt dessen ist mein Eindruck, dass die Sites selbst ohne diese Funktionen etwas mehr bieten als manche andere Anbieter wie zoho. Besonders gut gefällt mir, dass die Sites zwar als typisches Wiki daher kommen, aber Funktionen haben, die einerseits das Projektmanagement und andererseits die Multimedialität unterstützen können.

Nach den bisherigen Erfahrungen scheinen die Sites also meinen Anforderungen für den Einsatz in der Lehre zu genügen. Nun müssen sie sich im realen Betrieb bewähren. Gut vorstellen kann ich mir auch, dass Vereine damit glücklich werden können. Ob ich die Sites bzw. das Gesamtpaket Google Apps jedoch im Unternehmen einsetzen würde, weiß ich nicht - da gibt es noch ganz andere Pakete, mit denen das verglichen werden müsste. Aber als einfaches, schnell aufsetzbares, kleines Intranet? Schon vorstellbar, meint auch der RSS-Blogger.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Dieser Artikel spiegelt keinen systematischen Test oder Vergleich mit anderen Systemen wider, sondern ich schildere subjektive Eindrücke, die ich in den ersten Tagen der Nutzung der Google Sites gewonnen habe.

Weitergehende Lesetipps:

Categories: Lehre · Wiki
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Kreuzchen lesen

12 Dezember 2007 · 1 Comment

Bis die Hessen ihr Kreuzchen machen dürfen, ist ja noch ein paar Wochen hin. Aber seit einer Weile können sie statt nur zu warten das Kreuzchen lesen. Ausserhessische dürfen natürlich auch. Kreuzchen? Dahinter verbirgt sich ein Blog zur Hessenwahl, bestückt von Studenten des dritten Semesters Online-Journalismus, die von meinem Kollegen Lorenz Lorenz-Meyer angeleitet werden. Das Ganze ist eine Kooperation mit der Frankfurter Rundschau.

Und wer sich für einzelne Politiker, Volkes Voting und Positionen der Volksvertreter interessiert, dem sei Trupoli empfohlen, das gestern aus dem virtuellen Vorhang hervortrat (via Kooptech).

Categories: Lehre · Politik
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Von Null auf Blog

26 November 2007 · 3 Comments

Nebenan gibt’s ein neues kleines Eventblog, das Wissenswertes Blog, das die Tagung WissensWerte in Bremen begleitet, die gerade begonnen hat. Die Tagung ist Treffpunkt für Wissenschaftsjournalisten, und zu ihr sind auch Studenten aus unserem Studiengang Wissenschaftsjournalismus gefahren. 18 Erstsemester schreiben nun im Blog über die Veranstaltung.

Vergangene Woche habe ich meine Kollegin Annette Leßmöllmann bei einem halbtägigen Blog-Crashkurs mit den Studenten unterstützt. Neben den grundsätzlichen Fragen der Blogeinsteiger (Was soll das? Wie geht das? Was geht nicht?) haben wir eine Menge technischer und organisatorischer Fragen diskutiert. Dabei sind wir übereingekommen, dass nicht unbedingt live aus den Veranstaltungen (Programm) gebloggt werden muss, sondern dass sich immer ein Zweierteam um Vorträge, Diskussionen und Exkursionen kümmern soll: Eine(r) schreibt verantwortlich, der/die andere ist Sparringspartner. Das Vier-Augen-Prinzip erschien uns allen sinnvoll, auch, weil es im ersten Semester eine ganz schöne Herausforderung ist, in einem Fachvortrag bzw. einer Diskussion mitzuschreiben und daraus dann einen Text zu basteln. Insofern gibt es bis zur Veröffentlichung mancher Artikel eine kleine Verzögerung und das Blog wird auch über das Ende der Tagung am Mittwoch bis Ende dieser Woche mit Artikeln gefüttert.

Für die Themenkoordination etc. habe ich der Gruppe ein Zoho-Wiki eingerichet.

Categories: Lehre
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Wege durch das Netz

22 Oktober 2007 · 4 Comments

Welche Tools und Dienste sollte man kennen, um sich als Wissensarbeiter sicher im neuen Netz zu bewegen? Und wo beginnen die Spielereien? Sicher gibt es auf diese Fragen keine allgemein verbindlichen Antworten, doch ich habe mal versucht, für meine Studenten und mich eine Linie hineinzubringen. Denn: Wir wollen morgen den ganzen Tag zusammensitzen, um uns gegenseitig Tools, Tricks und Anlaufstationen zu zeigen. Habe im letzten Jahr die Erfahrung gemacht, dass es sehr nützlich ist, das Thema Online-PR am Semesteranfang durch einen solchen Praxis-Workshop vorzubereiten - einerseits, damit die Studenten effektiv arbeiten können, andererseits, damit sie erahnen, welche Relevanz manche Dienste aus PR-Sicht haben (oder nicht). Um welche Themen soll es konkret gehen?

  • Browsing: Ja, das klingt erstaunlich. Aber ich habe festgestellt, dass doch einige Kursteilnehmer ihre Browser so nutzen, wie sie mal installiert wurden. Als Firefox-Arbeiter will ich mich damit nicht abfinden und zumindest ein paar ergänzende Suchmaschinen vorschlagen, Erweiterungen wie ScreenGrab, um Websites einfach zu speichern, den SessionManager, damit man eine Recherche in vielen Tabs speichern kann, und schließlich ein paar Javascripts (z.B. für technorati) für die Lesezeichen-Leiste. Vielleicht kommen wir noch zu User-Scripts à la Greasemonkey.
  • Tagging und Social Bookmarking will ich zusammenfassen. Sind für mich elementare Produktivitätstools. Wir werden uns Furl, Del.icious und Mister Wong anschauen, wobei wir im Semester mit Mister Wong arbeiten werden. Neben dem reinen Ablegen von Bookmarks spielen die Recherche in solchen Archiven sowie die Zusammenarbeit mit anderen für mich eine besondere Rolle.
  • Blog-Suchmaschinen bzw. Blog-Monitoring. Großes Thema, da werden wir uns an meinen vor einiger Zeit veröffentlichten Erfahrungen entlanghangeln und bekommen von einer Absolventin Einblicke in die Praxis des Blog-Monitorings bei einem großen Unternehmen.
  • (Mikro-)Blogging. Für die Studenten ist Bloggen nicht neu, insofern werden wir nur Twitter anschauen und ein paar Besonderheiten bei Weblogs (z.B. Blog-Hosting vs. selbst installiert, Bloggen in geschlossenen Nutzergruppen und Widgets).
  • Podcasting. Hier geht’s zunächst im Wesentlichen um einen Einstieg (Abonnieren, Quellen, Einsatz von Skype/Powergramo).
  • Social Communities. Das wird einmal quer durch’s Beet gehen - von Flickr über Qype bis Facebook und XING. StudiVZ und YouTube muss man in dieser Runde ja nicht mehr vorstellen ;-)
  • Mashups/Aggregiertes: Hier werden wir mal schauen, was man mit GeoTagging à la Google Maps, mit Netvibes am Desktop oder Pageflakes anstellen kann.
  • Und schließlich werden wir uns noch ein paar kleinere Tools anschauen, die das Online-Leben erleichtern, z.B. TinyURL, CoComment, Web-Office-Anwendungen wie Zoho oder Google-Docs und schließlich Slideshare.

Hm, ziemlich viel Stoff. Bin ja mal gespannt, wie weit wir kommen. Die Inhalte des Seminars basieren übrigens auf einen ersten Vorschlag von mir in unserem internen Wiki, den dann die Studenten ergänzt haben, getreu dem Motto: Wer etwas Interessantes kennt, zeigt es den anderen. Und wer etwas wissen möchte, schreibt es auch rein.

P.S.: Sorry für den linkfreien Text heute, aber das war nicht mehr zu schaffen - das meiste dürfte ja bekannt sein…

Categories: Lehre · Socialweb · Tools
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Daimler bloggt - wir gucken zu

16 Oktober 2007 · 10 Comments

So, nun ist das Mitarbeiterblog von Daimler online. Da ein Studententeam von uns das Ganze in diesem Semester begleiten wird (Blog Monitoring, Vorschläge zur Weiterentwicklung), bin ich zu stark involviert, um das Blog hier zu diskutieren.

Unser Engagement ist eines der vier Projekte, die ich für dieses Semester angeleiert habe. Bei den anderen Projekten geht’s um grundlegende Online- und Offline-PR für ein kleines Museum, um ein Konzept für einen Videocast und die Planung einer Online-Plattform für Videos aus der Wissenschaft. Mehr hierzu und zu den anderen Semesterthemen in den PR-Fundsachen, die die derzeit 16 PR-Studenten nun wieder aus dem Dornröschenschlaf erwecken werden.

Categories: Business Blog · Lehre
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Semesterstart

9 Oktober 2007 · No Comments

Was für ein schöner Herbsttag für unsere Erstsemester, die heute ihr Studium begonnen haben und die heute Vormittag in die Galaxie unseres Fachbereichs Media eingeführt wurden und die nun so langsam erkennen, wie die Satelliten - äh Studiengänge - ticken, für die sie sich entschieden haben. (Das von außen etwas seltsam anmutende außerirdische Bild hat mit der Präsentation der Dekanin heute früh zu tun.) Herzlich willkommen auch an dieser Stelle!

Für die höheren Semester geht’s morgen erst los, dann erfahren sie im Detail, in welchen Projekten sie diesmal arbeiten können und was die nächsten Monate noch für sie bringen könnten. Mir bringen die nächsten beiden Semester etwas Zeit für Forschung, so hoffe ich zumindest (alle paar Jahre dürfen Professoren ein Forschungssemester einlegen, bei mir sind es zwei halbe). Deshalb unterrichte ich in diesem Semester etwas weniger und ausschließlich die PR-Studenten im siebten Semester, worauf ich mich sehr freue.

Was genau habe ich vorbereitet? In der Lehrveranstaltung PR II geht es vor allem um Online-PR, während wir im Projektbereich diesmal in kleinen Gruppen gleich an vier Aufgaben von Partnern aus der Praxis arbeiten werden. Zweimal geht es dabei um Videopodcasts, einmal um die Entwicklung praktischer PR-Maßnahmen on- und offline sowie um Begleitforschung zu einem Corporate Blog. Details dazu gibt’s demnächst in den PR-Fundsachen. Schließlich biete ich eine Lehrveranstaltung an, mit der ich für mich organisatorisches Neuland betrete: Ein hochschulübergreifendes Seminar gemeinsam mit meinem Kollegen André Habisch (Kath. Uni Eichstätt-Ingolstadt bzw. Center for Corporate Citizenship). Thema: Corporate Social Responsibility und Public Relations. Die Idee: Wir wollen seine BWL- und unsere PR-Studenten zusammenspannen und sie CSR-Konzepte und dazu passende PR-Strategien entwickeln lassen. Bin schon sehr gespannt, wie gut interdisziplinäres und verteiltes Arbeiten funktionieren werden.

Categories: Lehre
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Zerdeppertes in Graz

14 September 2007 · 3 Comments

Update, 14.9.07, 16:30 Uhr: Das ging aber schnell: Die verantwortliche Landesrätin scheint einzulenken

Bei den Kollegen in Graz hängt der Haussegen nicht nur schief, da wurde innerhalb weniger Tage eine Menge zerdeppert. Nun kann man live beobachten, wie sich rund um die FH Joanneum eine Krise entwickelt, in die die Hochschule von der Politik (das Zutun der Hochschulleitung hierzu ist mir nicht ganz klar) manövriert wurde. Eine Situation, in der die beste Kommunikation kaum mehr nützen dürfte. Schaun wir mal, ob das ohne Rücktritte ablaufen wird. Zumindest dürften wohl Entscheidungen zu revidieren sein - nämlich die, Design- und Medienstudiengänge einfach mal aufs Land zu versetzen, weil’s dort mit der Hochschule bisher nicht so richtig funktioniert hat.

Worum es geht? Um eine Hochschule mit zwei Standorten: einem im quicklebendigen Graz und einem in Kapfenberg, das - hm - eher ländlich geprägt ist. Und weil der Standort Kapfenberg, der wohl aus regionalpolitischer Überlegung heraus gegründet worden war, nicht so richtig angenommen wird, wurde diese Woche ein toller Plan bekannt gegeben: Die besonders erfolgreichen Grazer Studiengänge sollen aufs Land verschickt werden. Dabei handelt es sich ausgerechnet um Medien- und Designstudiengänge, die auf dem Land wohl kaum funktionieren dürften.

Klar, dass nun ein scharfer Wind im Blätterwald weht, die politische Opposition und Betroffene heftig protestieren und das Ganze auch im Netz eine Menge Spuren hinterlässt. Hierauf war die Hochschule offenbar nicht vorbereitet. Flo, Absolvent eines der betroffenen Studiengänge, schreibt dazu:

“Die FH-Joanneum indes bevorzugt die gute alte sovjetische Kommunikationsstrategie. Sie schweigt. Auf der PR/Marketing-Website der FH sind keinerlei Informationen rund um die hochkochende Diskussion zu erhalten. Kein Statement, keine Informationen, kein Garnichts. Stattdessen gibts einen lobhudelnden Text mit dem in diesem Zusammenhang besonders inronischen Titel “Studierende fühlen sich an Fachhochschulen wohler als an Universitäten”. Manchmal passiert Kommunkation eben auch, wenn alle die Klappe halten. Worst Practise!”

Auch Kollege Heinz Wittenbrink dokumentiert das Drama in allen Akten. Dabei wollten wir uns eigentlich an einem schönen Oktobertag zusammensetzen und Erfahrungen zur Ausbildung zu Online-PR austauschen. Das müssen wir wohl verschieben.

Categories: Krisen-PR · Lehre

Kollege bloggt

13 September 2007 · 2 Comments

Gerade ist das Blog Journalistik meines Kollegen Klaus Meier online gegangen. (Noch ein bloggender Prof, Robert). Das Blog begleitet die “seltsame Publikationsform Buch” - in diesem Fall das Lehrbuch “Journalistik”, das Klaus geschrieben hat. Wie der Name des Blogs schon sagt, will er nicht tagesaktuell Journalismus und Medien kommentieren:

“Vielmehr geht es mir um Beispiele, Trends, wichtige Ereignisse und Entscheidungen, welche den Journalismus beeinflussen - und vor allem auch um einen Transfer journalistik-wissenschaftlicher Forschung in die Medienpraxis. Ich werde immer wieder auf relevante Studien hinweisen.”

Also ein Experiment, um ein statisches Produkt kontinuierlich zu ergänzen. Themen aus dem Blog sowie das Feedback der Leser sollen dann in die nächste Auflage des Buches einbezogen werden.

Klaus Meier schreibt schon seit längerem in unserem Gemeinschaftsblog Journalismus Darmstadt. Nun ist er der vierte Prof. (von sechs) der Darmstädter Journalismusstudiengänge mit eigenem Weblog. Willkommen!

Categories: Lehre · Randnotizen

Neues Bookmark-Archiv begonnen

3 September 2007 · No Comments

Habe heute zur Vorbereitung meiner Lehrveranstaltungen im Wintersemester eine neue Gruppe bei Mister Wong begonnen. Ich möchte in diesem Archiv einen Grundstein zu den Themen, die uns in den nächsten Monaten beschäftigen, legen. Im Lauf des Semesters sollen dann die Studenten Mitglieder der Gruppe werden und ihre Fundstücke dort ebenfalls ablegen. Thematisch wird’s natürlich v.a. um Online-PR gehen; bis jetzt habe ich v.a. ein paar Bookmarks zu Social Networks und Video-Podcasts reingekippt.

Hintergrund: Habe bereits vor einem Jahr sehr gute Erfahrungen mit der Gruppenfunktion von Mister Wong gemacht, da man sich hier mit einer definierten Zahl von Teilnehmern ein gemeinsames Archiv schaffen kann. Dieses kann übrigens privat sein oder öffentlich. Ich bin grundsätzlich für die öffentliche Variante für die Hochschullehre; ein Unternehmen könnte das natürlich anders handhaben. Da sich im alten Archiv etwa 270 Bookmarks befinden, schien es mir sinnvoller, für die neue Gruppe und unsere etwas veränderten Themen ein neues Archiv zu beginnen. Eine Alternative für die Lehre wäre übrigens Bibsonomy. Mein persönliches Bookmark-Archiv bleibt jedoch bei del.icio.us, aus dem auch dieses Blog gefüttert wird und an dem ich die Vernetzungsmöglichkeiten (”Links for you” und “Your network”) besonders schätze.

Ähnliche Artikel:

Categories: Lehre · Lesetipps

Blog-Monitoring: 20 Tools und ein paar Tipps

3 September 2007 · 37 Comments

Immer mehr Unternehmen und NGOs erkennen die Bedeutung von Weblogs und anderen Social Media-Anwendungen und integrieren diese in ihr Issues Management. Sinn der Sache ist zu erfahren, welche jeweils relevanten Themen gerade diskutiert werden und natürlich, was über die eigene NGO, das eigene Unternehmen, dessen Marken oder Manager z.B. in Weblogs geschrieben wird. Zusätzlich beobachten einige Unternehmen Schlagworte, die sie vorher als für sich bedeutsam definiert haben (mehr dazu). Kontinuierlich durchgeführt, erlaubt ein solches Monitoring im Rahmen der Krisenprävention und -kommunikation eine schnelle Reaktion (z.B. in Kommentaren von Weblogs oder im eigenen Blog) und erleichtert die Themenfindung für aktives Kommunikationsmanagement.

Oft wird die Frage gestellt, wie man Blog-Monitoring selbst betreiben kann. Ich habe mir deshalb 20 Tools näher angeschaut und mit ihnen ein wenig herumgespielt. Einige sind nützlich, ein paar ganz interessant, andere muss man IMHO im Moment nicht weiter beachten. In der Tendenz ist die Qualität der meisten dieser Tools noch nicht befriedigend. Wichtig: Mir geht es hier nur um Blog Monitoring. Das schließt Tools ein, die es erlauben, up to date zu bleiben sowie Blogs, auf die man stößt, einzuordnen. Eine Liste mit 26 Tools zum Online-Monitoring allgemein wurde soeben von Marketing Pilgrim vorgestellt (via co/operative). Und natürlich gibt es für Blog Monitoring auch Dienstleister.

Noch ein Wort: Die Liste der Tools mit den kommentierenden Vorstellungen und Bewertungen ist “work in progress”. Und: Die Kommentare zu den jeweiligen Tools sind subjektiv, sie sind nicht Ergebnis systematischer Tests. Üblicherweise habe ich die Tools mit mehreren Abfragen ausprobiert, meist handelte es sich um den Namen einer internationalen, einer aus Deutschland stammenden Marke sowie die Namen bekannter deutscher Blogger.

Meine Favoriten für’s Blog-Monitoring:

  1. rivva: Sicher das derzeit beste Angebot, um einen Überblick über aktuelle Themen der deutschsprachigen Blogosphäre zu behalten. Selbst wenn man keine einzelnen Blogs abonniert - rivva sollte man beachten. (Update 24.1.08: Inzwischen gibt es von Rivva auch eine Liste von Online-Leitmedien)
  2. Bloglines: Bloglines bietet über die Suchfunktion die Möglichkeit, Schlagworte zu abonnieren. Hinter der Funktion “mehr” verstecken sich gute Möglichkeiten der Kombination bzw. der Einschränkung (z.B. Sprache, Zeitraum). Die Suche kann via RSS abonniert werden.
  3. Icerocket: Sucht wahlweise in Blogs, im Web, in News, Images oder MySpace. Suchanfragen lassen sich via RSS abonnieren, zudem können auch einzelne Ergebnisse abonniert oder z.B. an Facebook gesendet werden. Zusätzlich gibt’s noch ein paar Gimmicks (z.B. Trends bei Suchbegriffen). Mein Eindruck: RSS-Feed ist ok, Ergebnisse in anderen Bereichen aber z.T. inkonsistent (z.B. sehr unterschiedliche Linksphären für ein und dasselbe Blog).
  4. Blogsuche von Ask.com: Schlichte Suche mit der Möglichkeit, Suchanfragen als RSS zu abonnieren. Sortierung nach Relevanz, Neuheit und Beliebtheit. Einzelne Ergebnisse können gespeichert bzw. in best. Dienste gepostet werden.
  5. Google Blogsearch: Hier können Suchen via RSS oder Atom abonniert werden. Die Fokussierung erfolgt über die Suchwortkombination, zusätzlich kann man entscheiden, ob man deutschsprachige oder alle Blogs durchsuchen möchte.
  6. Blogpulse: zahlreiche Features, besonders interessant: der Conversation Tracker, mit dem verfolgt werden kann, wie ein Thema durch Blogs wandert. Auch interessant: der Kommenta-Tracker. Hübsch: Aus der Trend-Grafik zu einem Thema lassen sich tagesspezifisch alle Postings aufrufen. Ansonsten lassen sich Suchabfragen wie bei anderen Diensten als RSS abonnieren.
  7. Blogdigger: Blog-Suchmaschine; aus der Ergebnisliste heraus kann u.a. in andere Beiträge eines Feeds gesprungen oder Treffer lassen sich ausschließen. Suchabfragen können auch hier per RSS abonniert werden. Angenehm: Im Feed gibt’s neben Zusatzinfos zum jeweiligen Blog (z.B. Zahl der Links). Suchergebnisse erscheinen zwar recht aktuell und nach Datum sortiert, aber unvollständig (wird nach einer bloggenden Person gesucht, wird deren Weblog sehr stark gewichtet).
  8. Bloginfluence: Zeigt an, wie gut ein Blog vernetzt ist und sammelt dazu Daten von Technorati, Bloglines, Yahoo etc. ein. Untersucht man ein Blog, erhält man Links zu anderen Diensten für konkretere Zahlen/Charts.
  9. Technorati: Nach wie vor das bekannteste Tool, Zuverlässigkeit immer wieder diskutiert, aber im Vergleich zu anderen immer noch bei den besten Suchmaschinen. Suche als RSS-Feed abonnierbar. Hilfreich: Verlinkungen etc. Praktisches Bookmarklet hierzu. Gerade die Verlinkungen findet technorati erfahrungsgemäß nicht sehr zuverlässig - ärgerlich.
  10. CoComment: Wer in unterschiedlichen Blogs kommentiert, kann mit diesem Service den Überblick behalten. Tipp: Feed abonnieren, die Website ist seit dem Relaunch im Sommer 07 ziemlich unübersichtlich.

Auch interessant:

  1. MonitorThis: Dieser Dienst bastelt aus 22 Suchmaschinen eine OMPL-Datei zusammen. Diese importiert man dann in seinen Feedreader. Vorteile: Man grast auf einen Schlag zahlreiche Suchmaschinen bzw. Social Network-Dienste ab (inkl. Flickr, Social Bookmarks), Nachteil: 22 Maschinen produzieren naturgemäß viele, viele Treffer. Traurig: Die Ergebnisse ein und derselben Suche sind oft extrem heterogen.
  2. Blogsuche bei Seekport: Seekport findet wirklich viel, auch in Kommentaren von Blogs. Allerdings eine reine Suchmaschine ohne die Möglichkeit, Feeds zu abonnieren etc.
  3. (Ergänzung 23.1.08: TweetScan: durchsucht Twitter nach beliebigen Inhalten (und Usern), Suchabfragen sind abonnierbar, womit das Tool die Kommunikationssphäre von Twitter gut ausleuchtet.)

Muss man nicht gleich versuchen:

  1. Dt. Blogsearch (Beta): Enthält gerade mal 235 Feeds (Stand: 8/07), Minimalfunktionalität
  2. Jamespot: Suche als RSS-Feed abonnierbar, aber: in der dt. Version bei einigen getesteten Suchen nur sehr magere Ausbeute
  3. Feedster: Findet in deutschen Blogs nicht gerade viel; bietet v.a. die Möglichkeit, eine Suche als Widget irgendwo einzubauen.
  4. Blogshares: Eine Art Börse für Blogs, deren Wert anhand der Verlinkungen gemessen wird. Eher eine Spielerei, außerdem offenbar sehr US-fokussiert.
  5. Opinmind: Eigentlich eine nette Idee: Sortiert Suchergebnisse gleich in positiv/negativ; mit dem “Sentimeter” wird die Verteilung dazu ausgedrückt. Liefert allerdings ausschließlich Ergebnisse aus der englischsprachigen Blogosphäre und die sind z.T. recht dünn.
  6. Blogato: Will führende Blogsuchmaschine werden, noch nicht online (8/07).
  7. PubSub: Sommerschlaf, soll im Winter 08 wieder aufwachen.
  8. Blogdex: RIP

Noch ein paar grundsätzliche Tipps:

Wer selbst Blog-Monitoring betreiben möchte, sollte individuelle RSS-Feeds erzeugen und diese in seinem Feedreader (z.B. Bloglines) abonnieren. Das können separate Feeds für jedes Schlagwort sein, das man beobachten möchte oder integrierte Feeds, die man z.B. mit Pipes basteln kann.

Nach aller Erfahrung genügt es leider nicht, sich auf ein Such-Tool zu verlassen. D.h., bei wichtigen Suchanfragen kann es sinnvoll sein, diese parallel mit zwei, drei Tools durchzuführen, da sich die Suchergebnisse oft deutlich unterscheiden. Umgekehrt überfordert man sich schnell, wenn man zu viele Suchen laufen hat.

Weitere Literatur:

  • Blog Monitoring per RSS von Olaf Nitz
  • The New PR Wiki: die vermutlich umfangreichste Sammlung zum Thema, inkl. Dienstleister, Publikationen, Hinweise auf Tagungen etc. - allerdings mit Fokus auf USA.
  • Tracking the influence of conversations (pdf): Whitepaper von Dow Jones.
  • Eck, Klaus; Pleil, Thomas (2005): Public Relations beginnen im vormedialen Raum. Weblogs als neue Herausforderung für das Issues Management. In: A. Picot/T. Fischer: Weblogs. Grundlagen, Konzepte und Praxis im unternehmerischen Umfeld, Heidelberg: dpunkt-verlag, 77-92.

Schließlich noch ein Nachtrag zu diesem Posting:

Dieser Beitrag deckt sich bislang zum großen Teil mit einem Artikel, den ich im PR-Wiki zum Thema Blog Monitoring begonnen habe. Dort finden sich u.a. auch Namen von Dienstleistern. Da das Thema grundsätzlicher Natur ist, will ich in nächster Zeit vor allem den Wiki-Artikel pflegen. Leser-Hinweise sind natürlich hier in den Kommentaren oder im Wiki willkommen. Wenn alles klappt, machen wir in der PR-Ausbildung im nächsten Semester ein kleines Projekt zu Blog Monitoring, so dass wir dann die Bewertungen der Tools noch etwas ausführlicher hinbekommen sollten.

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kommunikation@gesellschaft: “Wikis, Diskurse und Anwendungen”

17 Juli 2007 · 2 Comments

Soeben ist die zweite Sonderausgabe des Magazins kommunikation@gesellschaft (Herausgeber: Jan Schmidt, Klaus Schönberger und Christian Stegbauer) erschienen, diesmal zu Wikis. Unter anderem geht es um Qualität und diskursive Wissensproduktion in der Wikipedia, um Organisationsprinzipien von Wikis und um Erfahrungen mit Wikis - beispielsweise in der politischen Kommunikation oder in Forschung und Lehre.

In einem der zehn Beiträge (pdf) berichten Steffen Büffel (Trier), Jan Sebastian Schmalz (Münster) und ich über unsere Erfahrungen mit Wikis im medienwissenschaftlichen Umfeld (Net-Wiki, KoWiki, PR-Wiki). Zitat aus dem Abstract:

“Die Initiatoren der drei Wissenschafts-Wikis gehen in ihrem Erfahrungsbericht der Frage nach, inwiefern sich die Integration von Wikis als Arbeitswerkzeug und kollaborative Wissensplattformen in den Forschungs- und Lehrbetrieb eignen. Wikis ergänzen tradierte Formen der wissens­chaftlichen Wissensarbeit und Textproduktion durch die zunächst gleichberechtigte Beteiligung von Forschenden, Studierenden und Lehrenden und bilden die Bearbeitungs­schritte durch eine Dokumentation der einzelnen Textversionen ab. Multiautorenschaft, dezentrales und vernetztes Arbeiten sowie Strategien des Blended-Learning können so zum Einsatz gebracht werden.”

Dazu will ich aus meiner Sicht betonen, dass ich das PR-Wiki von einem Wissenschafts-Wiki inzwischen deutlich entfernt sehe. Zwar sind dort einige (halb-)wissenschaftliche Artikel (statt Hausarbeiten) entstanden und es werden seminarbegleitend Informationen dort abgelegt, doch nutzen wir die Wiki-Technologie im Studiengang Online-Journalismus inzwischen vorwiegend projektbegleitend. Das heißt, die Wikis (ja, eigentlich sind es inzwischen mehrere Installationen) dienen inzwischen als wichtige Tools dem Projektmanagement. Im Mittelpunkt des Artikels steht jedoch die Frage des Wissenschaftswikis - deren Diskussion mir viele Anregungen gegeben hat. Entstanden ist der Artikel übrigens stilecht kollaborativ, und zwar mit Google Docs.

Ähnlicher Artikel:

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Vorlesung 2.0: Mitschnitt zum Skypecast

21 Juni 2007 · 2 Comments

Es wird Zeit, auf den Mitschnitt des Skypecasts und der Chat-Diskussion zur “Vorlesung 2.0″ hinzuweisen. War eine nette virtuelle Runde mit Steffen Büffel als Moderatur, Harald Sack (Uni Jena) und mir als Experten und einigen Studenten der TU Ilmenau.

Ausgangspunkt der Diskussion war Steffens Frage, wie man das frontale Format der Vorlesung durch neue Medien bzw. durch andere didaktisch Möglichkeiten aufbrechen kann. Wir haben dabei unter anderem vorlesungsbegleitende Blogs, Wikis und als Podcast bereitgestellte Mitschnitte mit ihren Vorteilen und Schwierigkeiten besprochen. Und wie fast zu erwarten drifteten wir immer wieder weg von der Vorlesung hin zu Seminaren, Projekten und Übungen. Auf Steffens Frage nach Zukunftperspektiven, etwa der Vorlesung 3.0, fiel mir diese Definition ein: “Das ist die abgeschaffte Vorlesung.”

Ähnliche Artikel:

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Skypecast zu Vorlesung 2.0 verschoben

14 Juni 2007 · No Comments

Ach, die Technik. Eigentlich sollte ich gestern abend einem virtuellen Round Table zum Thema Social Software in der Lehre teilnehmen. Doch Skype spielte nicht mit. Denn Skypecasts funktionieren seit gestern nur noch, wenn man die ebenfalls gestern veröffentlichte Version 3.2.016. installiert hat. Und Mac-User bleiben ganz draußen (gestern war’s zumindest so). Trotzdem kein Gegenbeweis für Vorlesung 2.0. Deshalb wird das Ganze auf Montag, 18. Juni, 19 Uhr, verschoben. Wer mitmachen will, schreibt an: info(at)elearning2null.de.

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Vorlesung 2.0 im Skypecast

10 Juni 2007 · 1 Comment

Vorlesungen gebloggt, getagged, getwittert - und natürlich ins Wiki gefüllt: Wie kann Social Software ganz praktisch die Lehre an Hochschulen begleiten? Zu dieser Frage findet am kommenden Mittwoch, 13. Juni 2007 um 19 Uhr, ein (schöner Begriff) Online Round Table statt, den Marcel Kirchner und Thomas Bernhardt (Diplomprojekt: “eLearning 2.0″) organisieren.

Den Anstoß dazu hat Steffen Büffel aus Trier gegeben, der die Runde auch moderieren wird. Mit dabei sind Dr. Harald Sack von der Uni Jena und voraussichtlich Dr. Christoph Biber von der Uni Gießen, und Steffen hat auch mich dazu geladen :-)

Wer Lust hat, sich an dem Skypecast zu beteiligen, schreibt vorher bitte eine Mail an info(at)elearning2null.de. Mehr als Headset und Skypezugang werden nicht benötigt. Ich freu’ mich schon.

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