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CommunicationCamp: Eine wunderbare Dynamik

Um ehrlich zu sein: Ich bin noch ziemlich platt von den letzten beiden Tagen, konkreter: Vom CommunicationCamp. Und ich gehe davon aus, die anderen, die weit mehr daran gemacht haben – die Studenten und natürlich die Mitstreiter – sind mindestens genauso geschafft. Das Tolle daran ist aber, dass das die Erschöpfung derjenigen ist, die im Kleinen wirklich etwas geschafft haben. Was mich diesmal besonders beschäftigt hat: Das Brückenbauen.

 

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Bachelorstudiengang Onlinekommunikation startet zum Wintersemester 2014/15

Wahrscheinlich haben es einige längst schon auf anderen Kanälen mitbekommen. Die meisten formalen Hürden sind genommen: Aus dem vor einigen Wochen hier zur Diskussion gestellten Konzept wird ein Studiengang. Gerade eben ist die Website des Studiengangs Onlinekommunikation online gegangen, nächste Woche stellen wir das Ganze auf der Darmstädter Studien- und Berufsinformationsmesse hobit vor. Sehr froh bin ich, dass wir viele Anregungen zum Konzept bekommen haben – und vor allem einige umsetzen können.

Webesite Onlinekommunikation

Screenshot von der Startseite des Studiengangs

Ich glaube, dass wir nun ein recht zukunftsträchtiges Konzept haben: Mit sieben Semestern sollte genügend Zeit für das Erwerben einer systematischen Webkompetenz im Sinne von Web Literacies und für spezielle Profilbildungen bleiben. Hierzu wird nun auch Online-Marketing zählen, zudem Online-PR und Corporate Learning. Integriert ist ein ganzes Praxissemester, als Abschluss gibt es den Bachelor of Science.

Drei neue Professuren

Ausgestattet wird der Studiengang mit vier festen Professuren (Online-Marketing, Web Literacies und zweimal PR), hinzu kommen Kolleginnen und Kollegen aus Nachbarstudiengängen an unserem Campus, beispielsweise zu Themen wie Opinion Mining, Business Planning oder Usability.

Und natürlich werden wir sehr praxisorientiert arbeiten: Bereits im zweiten Semester gibt es ein Experimentierlabor, in dem die Studierenden üben, eigenen Content zu erstellen, im weiteren Verlauf absolvieren die Studierenden drei so genannte Lernagenturen (also eine mehr als im ursprünglichen Konzept), in denen möglichst reale Projekte erarbeitet werden sollen. Im Vergleich zu unseren bisherigen Studiengängen sind diese Lernagenturen im Stundenplan noch weitaus umfangreicher (8 SWS), so dass sich die Möglichkeit bietet, je nach Themensetzung Experten hinein zu holen oder/und spezielle Übungen zu integrieren. Spannend zudem: Je nach Projekt können auch Informatik-Studenten mitarbeiten, so dass interdisziplinäre Teams entstehen. Dabei wird immer zu jedem der Vertiefungsgebiete jeweils eine Agentur angeboten. Hier wie auch bei dem umfangreichen Wahlkatalog (mehr als 50% der Kurse) können sich die Studierenden frei zwischen den Themen bewegen und ihr ganz eigenes Profil bilden anstatt sich wie in früheren Studiengängen einmal für einen klaren Schwerpunkt entscheiden zu müssen. Ich denke, es ist hohe Zeit, den Studierenden viel Flexibilität und Verantwortung zu geben und bin mir sicher, dass hierdurch neue Schnittstellenkompetenzen entstehen.

60 Studienplätze pro Jahr

Die Themen Online-Marketing und Online-PR sind schon länger bei uns präsent, die Vermittlung von Web Litercies wird jetzt systematisiert.

Die Themen Online-Marketing und Online-PR sind schon länger bei uns präsent, die Vermittlung von Web Litercies wird jetzt systematisiert.

Für mich ist das Ganze eine extrem spannende Zeit – und denkbar anstrengend: Was mich aber besonders motiviert, sind die vielen positiven Rückmeldungen zum Konzept – sowohl durch Praktiker als auch in den Gremien der Hochschule. Wobei ich dazu sagen muss, dass die detaillierte Studienplanung noch in einem Senatsausschuss diskutiert und natürlich die Akkreditierung absolviert werden muss. Mit Hochdruck wird zugleich an der Besetzung der drei neuen Professuren gearbeitet. An den Berufungskommissionen sind natürlich viele Kollegen und externe Gutachter beteiligt, denen wir sehr dankbar für ihre Zeit und Expertise sind. Wenn alles gut läuft, könnte eine Professur schon zum Sommersemester besetzt sein, die beiden anderen spätestens zum Studienbeginn im Herbst. Sehr gefreut hat uns besonders, dass sich tolle Leute für diese Professuren interessiert haben. Bereitgestellt wurde zudem eine sechsstellige Summe, um Labor- und Agenturräume mit der notwendigen Technik ausstatten zu können und um einiges Equipment für die Medienausleihe anzuschaffen.

Jetzt gilt es natürlich, den Studiengang bekannt zu machen, vor allem, um von Anfang an genügend Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen, denn die Erwartungen sind bei dieser Investition berechtigterweise hoch. 60 Studienplätze gilt es pro Jahr zu vergeben.

Wer sich für weitere Details interessiert: Unsere Campusreporterin hat gerade eben ein Interview mit mir zum Studiengang veröffentlicht, auf Twitter ist er unter @onkomm zu finden. Die Website wendet sich besonders an Studieninteressenten. Sie ist in der Umsetzung noch nicht in der endgültigen Version, wohl aber vom Konzept und Design. Beides wurde im Nachbarstudiengang Interactive Media Design entwickelt und wird auch für die anderen Studiengänge am Mediencampus umgesetzt.

Onlinekommunikation: Ein Studienprogramm zur Diskussion

Update, 24.1.2014: Inzwischen ist klar: Zum Wintersemester 2014/15 startet der Bachelorstudiengang Onlinekommunikation, und zwar mit Vertiefungsmöglichkeiten in Online-Marketing, Online-PR und Corporate Learning. Herzlichen Dank für die sehr hilfreiche Diskussion hier und auf anderen Kanälen. Ausführlichere Info gibt es in einem neueren Blogpost und auf der Website des Studiengangs.

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Seit einiger Zeit beschäftigte ich mich mit der Konzeption eines neuen Bachelor-Studiengangs Onlinekommunikation. Nach vielen internen Diskussionen und dank der Rückmeldung einiger Praktiker und Kollegen aus anderen Hochschulen stelle ich hier den Stand der Dinge vor – und das vorläufige Konzept zur Diskussion.

Ein solches Konzept in einem Blog vorzustellen, ist nicht ganz einfach und erfordert von den Interessierten einige Zeit, um das Ganze nachvollziehen zu können. Ich habe mich deshalb um eine möglichst detaillierte Gliederung dieses längeren Beitrags bemüht. Vielleicht noch zu den Rahmenbedingungen: Das Ganze soll im Herbst 2014 an der Hochschule Darmstadt angeboten und in den nächsten Wochen in den internen Gremien diskutiert werden (in einigen war der Studiengang natürlich schon Thema). Ich halte es aber für sinnvoll, ein solches Konzept vor seiner endgültigen internen Abstimmung interessierten Kolleginnen aus Praxis und Wissenschaft vorzustellen und um Feedback zu bitten. Wir werden möglicherweise nicht jeden Vorschlag gleich übernehmen können (wir haben im Hintergrund auch über Personalressourcen und andere Rahmenbedingungen nachzudenken), aber wir bemühen uns, Vorschläge und Kritik aufzunehmen.

Einen Studiengang zu konzipieren, erscheint manchmal recht komplex. Aber vom Vergleich zu anderen Leistungen, vermutlich ein Klacks. Hier: Eine Eisenbahnbrücke in Oregon (flickr, The Commons)

Einen Studiengang zu konzipieren, erscheint manchmal recht komplex. Aber im Vergleich zu anderen Leistungen vermutlich ein Klacks. Hier: Eine Eisenbahnbrücke in Oregon (flickr, The Commons)

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Kommunikation diese Woche Thema im Management 2.0-MOOC

Vor kurzem habe ich auf den aktuellen MOOC zu Management 2.0 hingewiesen. Nun ist es soweit, und die aktuelle Themenwoche steht unter der Überschrift Kommunikation 2.0.  Als einer von drei Experten habe ich hierzu ein paar Überlegungen in Form einer Situationsbeschreibung beigesteuert. Nun bin ich sehr gespannt, wie die Diskussionen in dieser Themenwoche verlaufen.

Kommunikation in der Netzwerkgesellschaft: Koch-Event bei Electrolux (Schweiz) – auf dass die Teilnehmenden eifrig ihre Erlebnisse im Netz teilen (so wie ich hier)

In meinem Beitrag habe ich versucht, die nach meiner Meinung – zumindest in Bezug auf die Onlinekommunikation – verwischten Grenzen zwischen PR und Marketing als Entwicklung in Organisationen zu thematisieren, ebenso wie die Rolle von Kommunikation im Management allgemein, aber auch in Bezug auf Innovationskultur oder Wissensmanagement. Aspekte, die in den letzten Wochen im MOOC schon wiederholt angesprochen wurden. Vertiefen könnte man aus in diesem Zusammenhang, inwiefern es gelingen kann, speziell die in manchen Unternehmen etwas statisch erscheinenden Abteilungen für interne Kommunikation in Katalysatoren für den Wandel zu verwandeln.

Zum Aspekt der externen Kommunikation habe ich mich bemüht, die Rolle der PR vor allem in Bezug auf die Licence zu operate herauszuarbeiten und den Wandel in Meinungs- und Entscheidungsbildung – ausgelöst durch veränderte Mechanismen der öffentlichen Kommunikation wie sie sich vor allem durch Social Media und den Bedeutungsrückgang klassischer Medien zumindest für manche Stakeholder ergeben. Entscheidend letztendlich für den Kommunikationserfolg ist nicht, was ein Unternehmen meint, mitteilen zu müssen, sondern inwiefern ein Unternehmen durch seine Kommunikation Interessen seiner Stakeholder befriedigen kann. Was natürlich voraussetzt, dass man sich intensiv mit den Stakeholdern, ihrer Situation und ihren Erwartungen auseinander setzt.

Ein aktuelles Beispiel, das zeigt, was alles schief gehen kann, wenn dies nicht richtig durchdrungen wird, liefert British Gas: Der Artikel von Marie-Christine Schindler und die sich anschließende Diskussion zeigt, dass es nicht damit getan ist, einfach einen modern aussehenden Kommunikationskanal zu öffnen. Statt dessen fragt sich zunächst, was eigentlich erreicht werden soll und wie die Ausgangskonstellation ist. Damit gemeint ist eine Analyse der Stakeholderbeziehungen (englisches Paper vom Institute for Public Relations), in der unter anderem die Qualität der Beziehung (Unterstützer, Kritiker, Neutrale), die Art der Beziehung und vor allem Interessen und Erwartungen analysiert werden. Auf dieser Grundlage sollten dann Ziele und Kommunikationsangebote (Strategie, Maßnahmen) formuliert werden können. Eine ganz simple praktische Frage speziell für die Onlinekommunikation bezieht sich auf die Möglichkeiten, auf viele Anfragen in kurzer Zeit antworten zu können.

Zurück zum MOOC selbst: Konzipiert ist er so, dass alle Beteiligten die Positionspapiere der Woche lesen und zusätzlich von Gastgeber Simon Dückert konkrete Aufgaben für die Woche bekommen. Am Freitag ab 13 Uhr werden wir in einem Hangout dann die in der Woche aufgekommenen (und noch offenen) Fragen diskutieren.

Mein komplettes Positionspapier findet sich hier, dazu kommen Positionspapiere von Carsten Rossi (u.a. Spezialist für Change Communication) und Christof Hafkemeyer (Leiter Corporate Media bei der Telekom).

Alle Positionspapiere zum Management 2.0-MOOC stehen nebenan auf Scribd bereit, die Diskussion dazu findet hauptsächlich bei Xing statt. Dort hat Simon Dückert, Gastgeber des MOOC, auch einige Aufgaben formuliert.

Die aktuelle Themenwoche zur Kommunikation wollen wir über unser Kompetenzzentrum für Social Media, den eBusiness-Lotsen Darmstadt-Dieburg, begleiten. Vor allem meine Kollegin Pia Sue Helferich wird hier mit diskutieren, Fragen bündeln und die Teilnehmenden betreuen.

Neben der Diskussion bei Xing können Fragen und Anmerkungen gern auch getwittert (@pshelferich und @tp_da) oder im Blog hier bzw. im Blog des eBusiness-Lotsen oder auf Facebook diskutiert werden.

Neu auf dem Schreibtisch: “Wir machen dieses Social Media”

Der Titel klingt ja irgendwie nach “naja, muss halt sein”, und entsprechend war ich etwas skeptisch, was der Band “Wir machen dieses Social Media” bieten könnte. Doch ich wurde überrascht, positiv. Das liegt am Konzept des Buches: In 34 Artikeln berichten Praktiker aus großen und kleinen Unternehmen und aus NGOs und zeigen, wie in den jeweiligen Organisationen mit vielfältigen Aspekten dieses Social Media umgegangen wird. Angereichert ist das Ganze mit einer Menge Erfahrung, die man eben nur gewinnen kann, wenn man eine Weile dabei ist und wenn man auch Dinge, die nicht so gut gelaufen sind, reflektiert.

Buchtipp_Wir_machen_dieses_Social_Media

Insofern liegt der größte Wert des Bandes aus meiner Sicht nicht darin, mit seiner Hilfe überhaupt Social Media zu verstehen oder einzuordnen. Hierzu gibt es ja auch viele andere Bücher. Am wichtigsten erscheint mir, dass man ein Praxisbeispiel nach dem anderen hat und Einblicke bekommt, wie -in Unternehmen wie zum Beispiel Paypal, Opel, Tchibo, Villeroy & Boch oder im Nonprofit-Bereich (Greenpeace oder UNDP) Social Media verstanden werden und was die Verantwortlichen daraus weiter geben. Insofern empfinde ich es als ganz angenehm, dass die Herausgeberinnen Malina Kruse Wiegand und Annika Busse die Agenturperspektive hier eher reduziert präsentieren (so sehr ich viele Agenturvertreter ob ihrer Social Media-Kenntnisse schätze).  Aber wenn ein Unternehmensvertreter – etwa von Microsoft oder von Siemens – zu Social Media Governance oder zur Youtube-Strategie berichten, ist das natürlich besonders authentisch. Sicher sehr hilfreich sind auch Beiträge, die stärker auf Rollen (z.B. “Wie trennt man Privates und Berufliches?”) und Job Profile – zum Beispiel von Community Managern oder Social Media Managern – eingehen und Arbeitsabläufe beziehungsweise den Arbeitsalltag beschreiben. Dass dabei nicht alle Artikel sehr dicht geschrieben sind und manchmal ein bisschen stark die Ratgeberhaltung durchkommt, kann ich verschmerzen. Klar ist für mich, dass ich einzelne Erfahrungsberichte als passende Ergänzung in die Lehre integrieren kann. Und wer nicht lehrt, kann vermutlich die ein oder andere beschriebene Erfahrung ins eigene Unternehmen tragen.

Malina Kruse-Wiegand/Annika Busse (Hg.) (2013): Wir machen dieses Social Media, 474 Seiten, 34,90 Euro (o’Reilly)

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