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Dreisprung in die Zukunft: Von Online-PR zu Onlinekommunikation zu Kommunikation

So eine Blogparade hat einen besonderen Charme: Wenn’s klappt, gibt es viele Perspektiven und Ideen zu einem gemeinsamen Thema. Da mich das aktuell von Ed Wohlfahrt gesetzte Thema Zukunft der Online-PR als Ausbilder direkt betrifft, mache ich gern mit. Allerdings mit einer Gegenposition, die vielleicht nicht allen gefällt. Ich frage mich: Brauchen wir wirklich mehr PR für Online-PR? Ich halte den Begriff heute noch für notwendig, würde ihn morgen aber lieber durch Onlinekommunikation ersetzen und langfristig von Kommunikation sprechen. In diesem Sinne denken wir auch neue Studiengangskonzepte.

Was läuft über die Netze? Ist's Online-PR? Marketing? Oder einfach Kommunikation?

Was läuft über die Netze? Ist’s Online-PR? Marketing? Oder einfach Kommunikation?

Dies klingt auf ersten Blick vielleicht irritierend, wo alle davon reden, wie wichtig Social Media für die PR seien. Daraus könnte man ja ableiten, dass mit dieser Entwicklung – die begleitet wird durch einen Bedeutungsverlust der Pressearbeit (dies allerdings von einem sehr hohen Niveau) – eine großartige Zukunft der Online-PR eingeläutet wird. Und ja, viele Social Media Manager haben einen PR-Hintergrund. Es macht mich ja auch stolz, wenn unsere Absolventen solche Jobs machen.

Marketing und PR: Wir müssen voneinander lernen

Aber schauen wir uns das Ganze ein kleines bisschen genauer an. Sind Social Media exklusive Spielwiesen der PR? Beileibe nicht. Und so ist die Social Media Managerin selbstverständlich Mittlerin zwischen Interessen und Abteilungen, de facto zwischen Disziplinen. Es ist ja schön, dass wir PR-Leute uns einbilden, diese Aufgabe besonders gut übernehmen zu können, weil wir eben nicht nur Kunden im Blick haben, sondern auch die interne Kommunikation, die gesellschaftliche Akzeptanz des Unternehmens (“license to operate” ) oder auch die Beziehungen im Lokalen (Community Relations). Und auch Issues Monitoring, Reputationsmanagement oder Krisenkommunikation sind Fähigkeiten, die aus der PR kommen. Dennoch ist das Silodenken – vor allem zwischen Marketing und PR- ein Hemmschuh, gerade wenn wir über Onlinekommunikation sprechen.

Ich will zwei ganz kleine Beispiele nennen:

  1. Die Krisenkommunikation von BP zur Katastrophe der Deepwater Horizon. Hier wurde unter anderem intensiv mit Google AdWords gearbeitet, um möglichst viele User auf die von der Corporate Website losgelöste Krisenwebsite zu lotsen und natürlich, um Suchbegriffe zu besetzen. Ganz klar eine Strategie, die im Online-Marketing gang und gäbe ist.
  2. Facebook: Hier bediene ich mich der Argumentation von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, der neulich sehr gut auf den Punkt gebracht hat, dass Facebook mittlerweile die uns schon bekannten unterschiedlichen Möglichkeiten bietet – von der Kommunikation mit Multiplikatoren, über Werbung bis zu Advertorials. Entscheidend dabei sei, dass jede seriöse Beratung diese drei Elemente zusammen denken (und beherrschen!) müsse.

Was bedeutet das? Ich denke, statt über Abteilungen und Disziplinen in Unternehmen und deren Grenzziehungen und Dominanzen zu streiten, müssen wir viel stärker die Perspektive der Stakeholder einnehmen. Sie sind mal Kunden, mal Anwohner, sie sind potenzielle Bewerber oder Regulierer, Shareholder oder Mitarbeiter. Und das in beliebigen Kombinationen, denken wir rollenbasiert. Das ist ein Verständnis, für das beispielsweise seit langem David Meerman Scott steht. Ganz ähnlich argumentiert Meike Leopold in dieser Blogparade. Und ich glaube ausdrücklich nicht daran, dass es uns hilft, den einzelnen Begriff Online-PR auf’s Podest zu stellen, um eine ”Marketing- und Kommunikations-Sauce” zu vermeiden.

Vielmehr scheint es mir wichtiger, voneinander zu lernen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Die beiden kleinen Beispiele oben zeigen aus meiner Sicht, dass wir künftig in der Onlinekommunikation Kenntnisse benötigen, die nicht klassisch aus der Online-PR kommen, sondern eher aus dem Online-Marketing. SEO, Insights, AdWords, Search Engine Marketing, Landing Pages sind nur ein paar Buzzwords dazu. Umgekehrt könnte man zugespitzt formulieren, lernen die Marketing-Leute gerade den Wert von Content, von Stories und Personen, die diese erzählen, kennen. Meine Schlussfolgerung hieraus ist deshalb, dass wir mittelfristig statt von Online-PR und Online-Marketing von Onlinekommunikation sprechen sollten (womit ich mich zumindest auf mittlere Sicht auch gegen den Begriff Social Media Management wende).

Verbinden statt trennen: Onlinekommunikation als Studiengang

Da wir in Hessen die politische Vorgabe haben, dass die Fachhochschulen in den nächsten Jahren deutlich wachsen sollen, haben wir im Moment die Chance, neue Studienangebote zu schaffen (und nicht nur mehr Studenten in bestehende zu stecken wie es in der Vergangenheit war). Vor diesem Hintergrund denken wir sehr intensiv über einen neuen Studiengang Onlinekommunikation nach – für den wir dann hoffentlich auch die notwendigen Ressourcen erhalten. Die Idee: Bisher sind Online-PR und Online-Marketing an unserer Hochschule Studienschwerpunkte in unterschiedlichen Studiengängen. Nun möchten wir beide Gebiete in einem gemeinsamen Studiengang integrieren. Zudem haben wir einen dritten Baustein vorgesehen: Dieser soll die Studierenden dazu befähigen, Online-Kompetenz im Unternehmen kontinuierlich zu fördern – also die Rolle des Enablers in Bezug auf Onlinekommunikation einnehmen, weshalb wir zum Beispiel schon bisher versuchen, unsere Studenten zu befähigen, Schulungen oder Workshops durchzuführen.

Mir ist klar, dass ein solches Konzept nicht ohne Risiko ist – auch, weil eben der Begriff Onlinekommunikation recht weit ist und dieser teilweise wiederum auch von anderen Kollegen reklamiert wird, beispielsweise jenen mit Designhintergrund. Und natürlich ist das Etikett eines Absolventen im ersten Moment nicht so anknüpfungsfähig wie Online-PR oder Online-Marketing. Da sich Arbeitgeber in Zeiten von Bologna aber ohnehin genauer anschauen müssen, was im Studiengang eines konkreten Bewerbers genau drin steckt – und dies auch sehr transparent ist – scheint mir das Loslassen von Begriffen, die ich mittelfristig nicht für hilfreich halte, gerechtfertigt.

Wie genau ein Studiengang Onlinekommunikation aussehen wird, ist natürlich noch längst nicht festgezurrt, auch ist seine Einrichtung noch nicht durch die Hochschulgremien verabschiedet. Wir gehen zunächst von der erwähnten Hypothese aus, die drei genannten Gebiete Online-PR, Online-Marketing und Medientraining zusammen zu bringen. Notwendige Fundamente sind sicher ein grundsätzliches Verständnis von öffentlicher Kommunikation, der Onlinekommunikation, von Unternehmen und grundlegendem didaktischem Wissen. Jenseits der Fundamente, so meine ich, müssen wir nicht statische Studiengangsschwerpunkte vorzeichnen, sondern sollten den Studierenden erlauben, eigene Profile zu entwickeln. Aber Hypothesen müssen getestet werden. Insofern freue ich mich jetzt schon auf Rückmeldungen hier im Blog und in den nächsten Monaten in Gesprächen, die wir mit Praktikern wie mit Kollegen aus Hochschulen führen möchten.

Bleibt am Ende dieses Beitrags noch eine Frage offen: Warum soll dann irgendwann der noch weitere Begriff “Kommunikation” verwendet werden? Mein Eindruck ist: Wir haben in vielen Unternehmen zunächst einen riesigen Bedarf an Leuten, die Onlinekommunikation verstehen, laufend dazu lernen, ausprobieren und nicht von den bisher üblichen analogen Kommunikationsmustern ausgehen. Deshalb sehe ich Onlinekommunikation als nächsten Leitbegriff. Auf längere Sicht werden wir aber nicht mehr zwischen online und offline unterscheiden, wir werden einfach für Unternehmen kommunizieren. Oder für NGOs. Dann sprechen wir wohl wieder von Unternehmenskommunikation und Nonprofit-Kommunikation. Hatten wir schon mal, nicht wahr?

Ähnliche Artikel im Textdepot:

CommunicationCamp: Ein Barcamp für Macher. Funktioniert das?

Barcamps sind ein längst selbstverständliches Veranstaltungsformat geworden. Sie finden auf der Alm statt genauso wie in Firmenheadquarters. Groß ist mittlerweile auch die Themenpalette, die von Tourismus über Politik, Lernen, mobiles Internet bis – na klar – PR reicht. Aber: Das Barcamp ist ein Konferenzformat. Als solches ist es offen und spontan, und es dient dem Austausch und der Vernetzung von Menschen. Dies funktioniert sehr oft sehr viel besser als bei anderen Konferenzformaten. Allerdings bleibt eine Konferenz eben eine Konferenz. Als Besucher kann man viel für sich mitnehmen und damit ein Barcamp funktioniert, müssen Besucher aktive Teilnehmer sein, die Themen, Ideen und Engagement mitbringen. Aber: Können diese Mitbringsel auch eingesetzt werden, um gemeinsam etwas zu erreichen? Um etwas umzusetzen? Dies waren wichtige Fragen, die hinter dem ersten CommunicationCamp standen – einem Barcamp für Macher. Ein paar Eindrücke zu einem neuen Format, das PR-Studenten und Absolventen unseres Studiengangs ausprobiert haben.

Die Idee

Zunächst nochmal zum Hintergrund: Eine fünfköpfige Gruppe meiner PR-Studenten hat gemeinsam mit der Agentur Quäntchen + Glück, die letztes Jahr von einer Hand voll Absolventen gegründet worden war, nach einem neuen Veranstaltungsformat für die Region Darmstadt gesucht. Die Idee war: Wir möchten Menschen, die sich mit Kommunikation, dem Internet, mit Design, mit Coden etc. beschäftigten, zusammenbringen. Erfahrene Praktiker genauso wie Studenten. Das Team schaute sich deshalb viele Veranstaltungsformate an: Beispielsweise den Webmontag, die Twittwoch-Reihe, die Idee des Social Media Clubs, Stammtische – und stolperten auch über einen Artikel von Robert Basic: Er hatte kritisiert, dass sich das Format des Barcamps in einigen Jahren kaum weiterentwickelt hatte und einige Nachteile dieses Veranstaltungstyps beispielsweise in Bezug auf die Nachhaltigkeit benannt.

Und weil wir am Studiengang immer wieder von Unternehmen, oft aber auch von sozialen Einrichtungen oder Vereinen gefragt werden, ob wir nicht einmal für sie aktiv werden könnten – zum Beispiel durch ein Lehrprojekt oder eine Abschlussarbeit – kamen die beiden Ideen zusammen: Es entstand die Idee einer Wochenendveranstaltung, die wie ein Barcamp Leute zusammenbringt und sehr offen ist – aber eine etwas andere Zielsetzung hat: Am Ende soll für einen Projektpartner etwas entstanden sein, konkreter: Er soll Hilfestellung für seine Kommunikation erhalten.

Die Umsetzung

CommunicationCamp, Tag 2: Die einen texten, andere programmieren, wieder andere basteln die Facebook-Chronik zusammen.

Auf dieser Grundlage entstand “Tu was Gudes“: Vor zwei Wochen “opferten” etwa 20 Leute ihr Wochenende und kamen in einem kleinen alternativen Theater in Darmstadt, dem HoffART, zusammen. Mit den Theaterleuten war im Vorfeld besprochen worden, dass man sich um ihr etwas wildes Durcheinander aus vier Websites und die brach liegende Facebookseite kümmern könnte. Für weitere Ideen waren die beiden glücklicherweise sehr offen. “Tu was Gudes” war Motto (mit hessischem Kolorit) der Veranstaltung, das Format tauften wir CommunicationCamp – eine Markenbildung, an der wir noch arbeiten müssen. Ziemlich schwierig war auch, Teilnehmer zu gewinnen: Dies mag daran gelegen haben, dass in Hessen bereits die Schulferien begonnen hatten, aber auch daran, dass das Format neu war und den Teilnehmern ein komplettes Wochenende abverlangte. Die, die da waren, hatten dafür richtig Spaß – und sie haben einiges erreicht:  Eine tolle Fotoserie zum Theater und eine renovierte Facebookseite waren in kürzester Zeit entstanden. In den nächsten Tagen werden die alten Websites durch eine völlig neu konzipierte Website ersetzt – und natürlich wurden die Theaterleute geschult, damit sie beides künftig selbst füttern können. Selbst die wichtigsten rechtlichen Regeln haben die Teilnehmer ihnen zusammengestellt. Möglich wurde all dies, weil in der Gruppe eine unglaubliche Dynamik herrschte und Leute mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammen kamen: Programmierer, Designer, Texter, Fotografen, Erfahrene in Kultur-PR, Konzeptioner – und Hobbyköche, die eine tolle Suppe zaubern konnten.

Die Startseite der neuen Website des HoffART-Theaters

Die Startseite der neuen Website des HoffART-Theaters

Was haben wir gelernt?

In unserer Nachbesprechung waren wir uns über einige Punkte einig: Dass die erwähnten Produkte entstanden sind, ist kein Automatismus. Sprich: Ein CommunicationCamp darf keine zu hohen Erwartungen wecken. In unserer ersten Veranstaltung war das Ganze positiv verlaufen, weil die Mischung der Leute gestimmt hat und die Projektpartner bereit waren, sich mit Haut und Haaren einem Abenteuer zu verschreiben. Hinzu kommt: Die Website wurde in den zwei Tagen zwar konzipiert,  und gestaltet, es wurde getextet, fotografiert und programmiert. Aber es sind noch Nacharbeiten notwendig, die die Teilnehmer mit Begeisterung erbringen. Selbstverständlich ist das sicher nicht. Geklappt hat dies vermutlich nur, weil die Agentur q+g das Projekt zu ihrem Projekt gemacht hat.

Session zur Identität des HoffART-Theaters

Ein anderer Lerneffekt für viele: Wollten die Studenten ziemlich rasch mit Website und Facebook loslegen, so zeigte sich, dass dies zunächst gar nicht wirklich möglich war. Warum? Es hatte sich schon bei der Vorstellung des Theaters gezeigt, dass dieses extrem vielschichtig und erklärungsbedürftig ist und ein Konzept für Ideen, die gerade erst in der Diskussion sind, passen muss. Die Konsequenz: Wir schoben zunächst eine Session zum Herausarbeiten von Identität und Positionierung ein. Dabei entstand dann ein gedankliches Gerüst (“ein Theater, in dem man nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen kann und das man sogar für einen Abend übernehmen kann”), das für die neue Website – und die gesamte künftige Kommunikation – grundlegend wurde.

Was heißt das? Im Gegensatz zum Barcamp muss man sicher noch mehr darauf achten, dass die Mischung der Teilnehmer stimmt, aber trotzdem flexibel genug sein, in dem, was man tut. Damit ist klar, dass eine Organisation, sich mit dem CommunicationCamp auf eine Wundertüte einlässt. Und klar ist auch, dass die Aufgaben nicht unbedingt in der Tiefe bearbeitet werden können, in der das in einem professionellen Setting passieren würde. Auf der anderen Seite kann etwas entstehen, was eine Organisation, die für die Kommunikation kein Budget hat, einen großen Schritt nach vorn bedeuten kann. Inwieweit die Teilnehmer für sich etwas lernen, ist damit also auch nicht planbar: So war eine Teilnehmerin dankbar, einen Crashkurs in Fotografie erhalten zu haben, ein anderer war von seinem persönlichen Lerneffekt ein wenig enttäuscht. Spaß hatten sie zum Glück alle.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Tagen geht wie gesagt die neue Website des HoffART-Theaters online und ein Video, das das erste CommunicationCamp dokumentiert. Ebenso werden die Erfahrungen mit dem Format dokumentiert. Mit q+g und den Studenten ist zudem besprochen, dass wir uns im nächsten Semester gleich an ein zweites CommunicationCamp wagen. Stattfinden soll es im Januar 2013, dann aber an einem Freitag und Samstag. Nach diesen ersten beiden Veranstaltungen wollen wir einen Leitfaden erstellen, damit Interessierte das Format auch andernorts einmal ausprobieren können. Anregungen sind natürlich wie immer sehr willkommen. Und wer schon jetzt Lust hat, mitzumachen, darf dies natürlich gern auch kund tun :)

Weitere Artikel zum Thema:

Globales Lernen digital: Das eBook

Wie vor einiger Zeit berichtet, haben einige der aktuellen PR-Studenten im Mai eine Konferenz zum Thema Globales Lernen digital organisiert. Gerade rechtzeitig zu Beginn der Semesterferien gibt’s nun ein eBook zum Thema.

Das eBook ist nicht als reine Konferenzdokumentation  gemacht, sondern soll auch Interessierten, die nicht dabei waren, das Thema ein wenig erschließen. Worum es nochmal ging? Es geht um die Frage, wie das Internet und speziell Social Media im Rahmen des Konzeptes des Globalen Lernens sinnvoll eingesetzt werden können. Dies bietet sich sicherlich an, geht es doch um entwicklungsbezogene Bildung und darum, weltweite Zusammenhänge zu erkennen. Und hier bietet das Internet natürlich Zugang zu vielen Quellen wie NGOs oder Aktivisten und natürlich gibt es auch im Lernen die Möglichkeit, dieses nicht auf das Klassenzimmer zu beschränken – im besten Fall könnten zum Beispiel Lernergebnisse wiederum im Netz publiziert werden.

Vor allem wendet sich das eBook an Lehrende und Mitarbeiter in NGOs, die sich bisher noch weniger mit dem Social Web beschäftigt haben. Auf 43 Seiten gibt es 15 Artikel von Studierenden und einigen Gastautoren. Hierbei haben sie sich an den Themen der Vorträge und der Workshops der Konferenz grob orientiert, hinzu kommen thematische Ergänzungen, beispielsweise zu Medienkompetenz oder eine Einführung in das Thema von Birgit Glindmeier vom Portal globaleslernen.de und mir.

Damit ist nun – zumindest für den Moment – auch für mich ein spannendes Projekt abgeschlossen. Es hat sich gezeigt, dass dieses nicht ganz einfach war: So war es zunächst für die Studierenden überraschend zu sehen, dass das Globale Lernen gleichberechtigt zwei Ansätze verfolgt: Denn in diesem Rahmen werden einerseits Unterrichtskonzepte entwickelt, oft in Zusammenarbeit mit NGOs; andererseits starten NGOs im Rahmen des Konzeptes auch Kommunikationskampagnen. Insofern wird in unserem Zusammenhang das Social Web also Lernort und Ort von Kampagnen. Eine andere Schwierigkeit war der Zeitdruck: In einem Semester galt es, die Veranstaltung zu organisieren, zu vermarkten und vier Workshops auf die Beine zu stellen. Insofern ist es aus meiner Sicht eine tolle Leistung der 15 Studenten, dass das eBook noch fertig wurde. Zu schaffen war das Ganze insgesamt auch nur, weil unsere Kooperationspartner vom Portal globaleslernen.de in allen Phasen des Projektes nicht nur intensiv im Boot waren, sondern einige Teilaufgaben übernommen bzw. in allen Phasen die Studenten intensiv unterstützt hatten.

Ursprünglich hatten wir geplant, das eBook in ganz unterschiedlichen Formaten für die verschiedenen Endgeräte zu veröffentlichen. Diese Optimierung fiel nun doch dem Zeitdruck zum Opfer. Deshalb gibt’s das Ganze auf Slideshare und issuu. Im Redaktionsprozess haben uns einmal mehr die Google Docs des Leben sehr erleichtert, die Fertigstellung ist dann in InDesign erfolgt.

CommunicationCamp “Tu was Gudes” – Profis und Studenten spenden Zeit und gute Ideen

Für Kommunikationsleute, Gestalter oder Internetprofis gibt es viele Veranstaltungsformate: BarCamps, Hackathons, den Twittwoch, den WebMontag, das Social Media Breakfast und viele andere. Demnächst gibt es ein Format mehr: Das CommunicationCamp. Ziel des Ganzen: Profis und Studenten tauschen sich nicht nur aus, sondern stellen ihre Kompetenzen für kurze Zeit in den Dienst einer gemeinnützigen Organisation und helfen ihr, die Kommunikation voran zu bringen. Am 7. und 8. Juli 2012 findet das erste CommunicationCamp “Tu was Gudes”  in Darmstadt statt. Dahinter steckt ein Team meiner PR-Studenten und die Agentur quäntchen + glück, die Absolventen von uns gegründet haben.

Die Praxisprojekte sind an unserem Studiengang ein sehr wichtiger Baustein: Dort wird das Wissen aus den anderen Lehrveranstaltungen angewandt. So sind in den vergangenen Jahren zahlreiche PR-Konzeptionen, Websites, Events und sogar Weiterbildungen entstanden, die dann auch von den Studenten vermarktet bzw. kommuniziert wurden. Oft diskutieren wir, welche Projekte mit welchen Partnern wir machen möchten. Natürlich ist es reizvoll und vor allem lehrreich, mit einer Firma oder einer PR-Agentur zusammen zu arbeiten. Immer wieder kommt aber auch der Gedanke auf den Tisch, dass wir mit gemeinnützigen Organisationen zusammenarbeiten können. So hat es sich hervorragend getroffen, dass ein paar sehr projekterfahrene Alumni (u.a. Organic Disco, Nachts in Darmstadt) die Idee hatten, dass wir in einem Projekt einmal überlegen könnten, wie man Profis und Studenten zusammenbringen und dabei auch noch etwas Sinnvolles für eine Nonprofit-Organisation tun könnte.

Aus der Idee wurde ein Plan, die Alumni begannen das Studententeam zu coachen (ehrenamtlich übrigens). Nach einer Recherche- und Konzeptionsphase ist die Idee für “Tu was Gudes” entstanden. Stattfinden wird das Ganze erstmals im HoffART-Theater in Darmstadt. Hier wird gemeinsam mit Jugendlichen ein alternatives Theater- und Kleinkunstprogramm angeboten. Eine Studentin aus dem Team erklärt die Wahl nebenan in den PR-Fundsachen:

Wie viele andere kulturelle Einrichtungen kämpft auch das HoffART mit finanziellen Engpässen. Ziel ist, das Theater bekannter zu machen und ihm dadurch zu helfen.”

Konzipiert ist das CommunicationCamp ähnlich wie ein BarCamp, nur dass es eine allgemeine Aufgabenstellung gibt. Die Teilnehmer entscheiden dann aber, an welche Aufgaben sie sich innerhalb von zwei Tagen machen möchten. Dabei kann es um die Neugestaltung der Website gehen, um ein Coaching für die Mitarbeiter, damit diese eine Facebookseite pflegen können, oder um ganz andere Maßnahmen. Die spannende Frage ist natürlich, inwieweit es gelingt, etwa 20 Teilnehmer für die erste Runde zu gewinnen

Noch werden also Freizeithelden gesucht, die beim ersten CommunicationCamp mitmachen möchten (Anmeldung). Und wenn das Ganze erfolgreich läuft, soll das Format CommunicationCamp für andere Einrichtungen wiederholt werden.

Lesetipps zum Wochenende (KW 17)

Nachdem ich ein paar Wochenenden mit den Lesetipps ausgesetzt habe, ist’s Zeit, diese Rubrik mal wieder anzukurbeln und ein paar Links, die mir in den letzten Tagen begegnet sind, zu empfehlen.

Howto: About-Seiten
Aktuell läuft noch eine Blogparade, die das Webmaster Friday-Blog ausgerufen hat und zwar zur Frage, was eine gute About-Seite eines Blogs bieten sollte. Gehe ich von Corporate Blogs aus, sollte aus meiner Sicht diese Seite für das Erwartungsmangement genutzt werden. Dazu dürften die berühmten W-Fragen ganz hilfreich sein – wer bloggt was warum und für wen – und welche Regeln gelten für Autoren und Diskutanten? Ausgefeiltere Antworten sind in den Trackbacks beim Webmaster Friday.

Relaunch: zdf.de
zdf.de hat gerade einen Relaunch hinter sich. Meinungen dazu hat unser Online-Journalismus-Absolvent Martin Hoffmann via Storify eingefangen.

Imageeffekte: Facebook vs. Corporate Website
ethority hat sich eine Untersuchung des Web Excellence Forum (WebXF) angeschaut, in der Facebook-Fanseiten und Corporate Websites einander gegenübergestellt wurden. In Kürze: Facebook-Seiten verbessern in der Tendenz das Unternehmensimage; Corporate Websites wirken aber stärker und differenzierter. Fazit: Am sinnvollsten scheint, in Facebook präsent zu sein, um von dessen großer Community zu profitieren und die gewonnenen Fans dann auf die Corporate Website zu locken. Eine andere Herausforderung in diesem Zusammenhang: Wer eine Facebook-Seite einmal liked, kommt selten darauf zurück, sagt eine andere Studie, die in der Karrierebibel vorgestellt wurde.

Shitstorm im Rollenspiel
Michael Kausch hat in einem Online-Experiment mit Studenten der Hochschule Würzburg einen Shitstorm durchgespielt – live und in Farbe. Das Vorgehen im Rollenspiel rund um die erfundene Fränkische Bratwurstmanufaktur erklärt er ausführlich. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen hin- und her gerissen: Einerseits ist das Durchspielen solcher Rollen für die Studenten sicher ein super Lerneffekt, und wie man zum Beispiel negative Fundstücke aus der Suchmaschine durch eigenen Beiträge verdrängt, kann man nur so lernen. Andererseits: Es wurde mit Communities wie jene von chefkoch.de gespielt (es ging um die Qualität der Manufaktur-Wurst) – für mich ist das schon ein bisschen grenzwertig. Umso wertvoller die Erkenntnisse und Tipps bei Michael Kausch.

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