WhatsApp zur News-Verbreitung und in Marketing und Kommunikation

Alle paar Monate kommen neue Zahlen zur Facebook-Nutzung Jugendlicher. So auch dieser Tage, diesmal die repräsentative JIM-Studie. Siehe da: Die ganz jungen Nutzer bleiben zwar dem Herrn Zuckerberg treu, aber sie mögen halt vor allem WhatsApp (und Instagram) im Vergleich zu Facebook immer lieber. Klar, dass Journalisten, Marketing- und Kommunikationsleute seit einiger Zeit schon überlegen und probieren, was sie mit WhatsApp oder anderen Messengern anstellen könnten. Ich habe mal ein paar Infos dazu zusammengetragen.

Immer dabei: Mobile Messenger wie WhatsApp. (Flickr-Bild: microsiervos, Lizenz: CC BY 2.0)

Immer dabei: Mobile Messenger wie WhatsApp. (Flickr-Bild: microsiervos, Lizenz: CC BY 2.0)

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Meine Lieblings-Apps

Wenn mit Daniel Rehn ein ehemaliger Student zur Blogparade aufruft, bin ich dabei: “Zeigt her, Eure Apps”, lautet die Aufforderung. Ok, ich geb’s zu: Im ersten Moment war ich nicht sooo begeistert, im zweiten habe ich mich dabei ertappt, ein paar andere Posts aus der Parade mit einer gewissen Neugier gelesen zu haben. Lieblingslisten funktionieren halt doch oft. Zeit, selbst etwas beizutragen.

(Foto: Bella Rain)

(Foto: Bella Rain)

Tatsächlich habe ich vor ein paar Tagen das iPhone aufgeräumt, denn von den deutlich mehr als 100 Apps nutze ich nur einige wirklich regelmäßig. Zum Beispiel (einige davon öfter auf dem iPad):

  • What’s App: Kennt man. Dient v.a. der privaten schnellen Kommunikation; besonders die Kurznachricht innerhalb einer Gruppe ist sehr praktisch.
  • Google: schafft mir Zugang zum Feedreader, zu Google+ und News – eigentlich auch zu anderen Google-Diensten, die nutze ich aber nicht oder separat (Mail, Kalender)
  • Facebook: selbsterklärend, wenn auch die App nicht so doll ist.
  • Diigo-Browser: kann Tabs und Lesezeichen
  • RMV: Da ich meist das passende Kleingeld nicht dabei habe, kaufe ich Nahverkehrstickets im Rhein-Main-Gebiet fast immer mit dieser App – auch wenn ihre Usability gruselig ist. Überregional ist die Bahn App klasse.
  • Navigon: Mit Autohalterung ist das Smartphone ein für meine Ansprüche prima Navi – und vor allem ist flinc*, die mobile Mitfahrzentrale, integriert.
  • Evernote: digitale Notizbücher, bei mir sortiert nach Rollen (z.B. Lehrveranstaltungen, Publikationen, Dekanat, Persönliches) und natürlich mit allen Endgeräten synchronisiert.
  • WordPress: Eigentlich blogge ich fast immer mit dem Notebook, aber für das Kommentarmanagement nutze ich auch die App
  • Keynote Remote: Schön daran ist, dass man bei Präsentationen auch die folgende Folie auf dem Smartphone sieht. Allerdings hakelt das Ding, wenn ich zu einer Folie zu viel erzähle.
  • iA Writer: Einfach nur Texte schreiben. Am liebsten dann mit dem iPad.
  • PicPosterous: Ich fotografiere mit ganz verschiedenen Apps und ich habe noch mehr Apps zur Bildbearbeitung, meist lasse ich das aber und lade Fotos direkt mit dieser App von unterwegs ins Fotoblog – wenn ich nicht gerade Instagram verwende.
  • Path: Ist sozusagen ein ganz privates mobiles Blog, mit dem man auch mal zum Essen rufen kann ;)
  • Dropbox: Brauche ich nicht zu erklären. Der für mich wichtigste Ordner unterwegs wird vom Desktop mit pdfs bestückt, die ich mal in Ruhe lesen will (dann am liebsten auf dem iPad)
  • Booking.com: Wie der Name sagt – bequem, um ein Hotelzimmer zu reservieren
  • Telefonbuch: Brauche ich nicht sehr oft, freue mich aber jedesmal, wenn’s nötig ist, dass ich z.B. gefundene Kontaktdaten direkt in meinen Kontakten speichern kann.
  • eyeTV netstream: Dank einer kleinen Box im Keller werden die vom Satelliten eingefangenen Fernsehkanäle ins WLAN gestreamt, so dass ich auch mal auf dem iPad TV gucken kann.
  • Die ARTE-App mag ich übrigens auch recht gern, weil sie einfach schön gemacht ist und mir ab und zu Sendungen zugänglich macht, die ich sonst nie sehen würde.
  • Kindle: Schafft mir auch auf dem iPad Zugang zu entsprechenden eBooks
  • Ausgespielt*: Ein journalistisches iPad-Magazin zum Thema Spielen

Heimatlos bin ich im Moment allerdings in Bezug auf Twitter. Da spiele ich mit etwa fünf verschiedenen Apps und bin mit allen nicht ganz glücklich.

Disclosure: Die mit * gekennzeichneten Projekte sind bei uns am Mediencampus entstanden.

Update (26.6.): JUICEDaniel hat mir gezwitschert, Booking.com sei wohl eher was für verschwenderische Profs. Er rät zu holidaycheck.de, ab-in-den-urlaub.de, weg.de und tripadvisor.de. Dann schaun wir mal. Für mich ist bei solchen Apps vor allem wichtig, dass ich von unterwegs aus kurzfristig noch ein Bett finde, mal schaun, wie das klappt.

Wie wird eine Presseinfo zu einer Studie seriös?

Neulich habe ich das Wörtchen “Studie” zu meinem PR-Unwort des Jahres gekürt und mich darüber geärgert, welch halbseidenen, aussagelosen Befragungen als Studie bezeichnet werden. Umso mehr freue ich mich, auf ein Gegenbeispiel gestoßen zu sein: Eine Presseinformation, in der die Aussagekraft einer Studie seriös erklärt wird. Dort heißt es am Ende der Meldung:

“METHODOLOGY
Ad-ology Research surveyed an online consumer panel of 1,105 adults in a manner that is 98% representative of the adult population of the United States from August 25-28, 2008. The margin of error for this survey is +/- 2.0 percentage points.”

Vorbildlich, finde ich. So würde ich mir das auch bei der Vorstellung von Studien hier zu Lande wünschen.

Die Presseinfo stammt übrigens vom US-amerikanischen Marktforschungsunternehmen Ad-ology Research und soll vor allem eine 800-Dollar-Studie verkaufen. Ok, das ist nun mal das Business Modell eines solchen Unternehmens.

Inhaltlich geht’s übrigens um den Einfluss unterschiedlicher Medien auf Kaufentscheidungen von Konsumenten, speziell beim Kauf von Handys. 60 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten sich beim letzten Handy-Kauf durch Online-Rezensionen und Weblogs, also Word of Mouth-Kommunikation, beeinflussen lassen.

(via Mobile Zeitgeist)

Def Leppard: Marketing im mobilen Netz

Für viele ist es ja längst Alltag, das mobile Internet. Sie rufen ihre Mails immer und überall ab, twittern von hier und dort – kurz: sie sind immer “on”. Nette kleine UMPCs und Handys wie das iPhone oder das von Google erwartete Handy-Betriebssystem beflügeln zumindest die Wahrnehmung und vermutlich auch den Markt für das mobile Internet. Die Diskussion um PR und Marketing unter diesen Voraussetzungen beginnt jedoch erst langsam, beispielsweise kürzlich beim Storyblogger. Ein interessantes Beispiel für den Einsatz mobiler Techniken liefert jetzt Def Leppard. Ja, die gibt’s noch. Und sie geben Ende der Woche sogar ein Konzert in Detroit. Das Besondere: Die Rocker lassen ein Bluetooth- und ein WLAN-Netz für ihre Besucher aufbauen – zu Marketing-Zwecken.

Die Idee: Konzertbesucher mit einem WLAN-fähigen Endgerät oder einem Bluetooth-Handy können während des Konzerts Informationen der Band erhalten, aber auch spezielle Merchandising-Angebote. Und als zusätzliche Motivation gibt’s ein Gewinnspiel. Auf diese Weise will die Band ihre Beziehung zum Publikum auf einer anderen Ebene ausbauen. Lead-Sänder Joe Elliott lässt sich in der Pressemitteilung vom 18.8. (leider kein Deeplink) so zitieren:

“You have to differentiate your music in today’s industry and how you introduce things to your audience. This is the direction for the future of the way fans connect with artists, it also adds another dimension to our live performance by getting the fans involved from the moment they walk though the door — literally.”

Für meinen Geschmack eine spannende Idee. Den Fans entstehen keine Kosten, und wenn die Inhalte des mobilen Angebots stimmen, bekommen sie einen echten Mehrwert. Übertragen lässt sich ein solches Konzept sicherlich auch auf andere Events, seien es Sportveranstaltungen oder Messen. Gerade die Kombination aus WLAN und Bluetooth dürfte sicher stellen, dass viele Menschen das Angebot aufgrund ihrer Geräteausstattung und der Kostenfreiheit nutzen können. Zwar schränken diese Techniken die Aktivitäten räumlich ziemlich ein, doch ist die von Def Leppard geplante Idee sicher ein interessanter Schritt in die mobile Welt. Ähnliches könnte eigentlich auch für Kaufhausketten, Burger-Braterien oder Kaffeeketten gut funktionieren. Kennt jemand Projekte in dieser Richtung?