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Google+: Communities lohnen einen genaueren Blick

Die Diskussion um Google+ versus Facebook brandet ja seit eh hin und her. Hieran will ich gar nicht anknüpfen, sondern nur ganz kurz nach einem ersten Blick auf die neue Funktion der Communities aus Kommunikationssicht erklären, warum das Ganze sehr interessant sein kann – vorausgesetzt, Google+ ist für eine Organisation oder ein Unternehmen überhaupt interessant.

Screenshot: Community-Bereich bei Google+

Screenshot: Community-Bereich bei Google+

Ehrlich gesagt bin ich ja selbst ein bisschen erstaunt, aber so viel wie in den letzten Tagen war ich bisher noch nicht in Google+. Das liegt unter anderem daran, dass ich ein bisschen mehr mit Seiten herumgespielt habe. Insofern kam es mir sehr gelegen, dass ich seit heute früh mit meinem Account schon die neue Community-Funktion nutzen kann. Google nennt übrigens Community, was bei Facebook Gruppe heißt – wobei Google mit der Bezeichnung tatsächlich recht hat. Und das macht es spannend für Kommunikationsleute, finde ich.

Welche Besonderheiten sind mir also bei den neuen Communities aufgefallen?

  1. Ich kann als Betreiber einer Seite Communites aufmachen. Das geht bei Facebook nicht, sondern muss separat gelöst werden.
  2. G+-Communities können durch verschiedene Themen strukturiert werden. Damit gleicht das Ganze eigentlich Foren.
  3. Ebenfalls wie in Foren gibt es Moderationsmöglichkeiten, so dass User ggf. gebannt oder hochgelevelt werden können.
  4. Bei offenen Communities kann festgelegt werden, ob jeder automatisch Mitglied werden kann oder ob ein Moderator freischaltet.
  5. Der Community-Aufbau ausgehend von einer (Unternehmens-)Seite erfolgt der selben Regel wie das Gewinnen von “Fans”: Als Moderator kann ich direkt offensichtlich nur Leute einladen, die meine Seite ohnehin schon geplust haben. Dies ist sicher ein guter Spam-Schutz, denn natürlich können bei öffentlichen Communities Nutzer natürlich einfach von sich aus Mitglied werden.
  6. [Ergänzung, 18.00]: Es gibt für Communities auch Statistiken, die sehr hilfreich erscheinen. U.a. kann man identifizieren, welche Mitglieder sehr aktiv sind oder zu welchen Zeiten die Community besonders lebendig ist.
  7. Was mir weniger gefällt: Bin ich Mitglied einer Community, erscheinen die Posts ganz normal in meinem Stream. Das bedeutet, als Nutzer muss ich die Community so sinnvoll einem Kreis zuordnen, dass die Beiträge daraus nicht untergehen. Meinem Geschmack entspräche eher, wenn ich wie bei Facebook meine Communities/Gruppen automatisch separat angezeigt bekäme (zumindest ist das meine erste Wahrnehmung dazu)

Was könnte das für das Kommunikationsmanagement bedeuten?

Aus meiner Sicht ist besonders die enge Verknüpfung der unterschiedlichen Funktionen bei Google+ für Unternehmen und Organisationen spannend. Während ich bei Facebook nur Fans auf einer Seite sammeln kann (ok, diskutieren kann ich dort zu den Posts auch), bietet Google+ ergänzend echte Communities, so dass man dort beispielsweise bestimmte Kommunikationsaufgaben direkt lösen kann, die nicht auf der vielleicht PR-lastigen Seite stattfinden sollen. Ich denke da z.B. an Kundensupport. Bei Facebook besteht ja häufig das Problem, dass hierfür entweder spezielle aufwändige Anpassungen oder gar mehrere Seiten für unterschiedliche Kommunikationsaufgaben benötigt werden. Zu dieser erwähnten engen Integration zähle ich auch die Hangouts. Insgesamt hat Google+ von der nackten Funktionalität her für mein Empfinden gegenüber Facebook Vorteile.

Sehr praktisch erscheint mir zudem, dass unter Unternehmensseiten auch versteckte Communities möglich sind, so dass sich in einer solchen geschlossenen Gruppe beispielsweise Moderatoren der Seite austauschen und dazu verschiedene Tasks (z.B. To do, Themenplan, Abstimmungsbedarf) organisieren können. Viele weitere Anwendungsmöglichkeiten gibt es sicher im Projektmanagement.  Das werden wir uns in einem kleinen Team in nächster Zeit mal ausführlicher anschauen und darüber berichten.

Doch bei aller Begeisterung für zusätzliche schicke Funktionen: All dies bringt natürlich nur etwas, wenn man eine Gesamtbetrachtung macht, die Kommunikationsstrategie steht, die richtigen Zielgruppen auf der Plattform sind etc. Aber immerhin: Beobachten sollten wir immer, wie sich neue Funktionen auf den Nutzerkreis und die Nutzungsgewohnheiten auf einer Plattform auswirken.

Weitere Eindrücke und Screenshots gibt’s bei Cashy und bei Basic Thinking.

Paris Hilton ins Weisse Haus?

Paris Hilton rächt sich auf ihre Weise an John McCain: Aus dem Liegestuhl verkündet sie per Video ihre Spaß-Kandidatur für das Weiße Haus und macht sich über den konservativen Kandidaten lustig. Auslöser war McCains Negative Campaigning gegen seinen Rivalen Obama, den McCain mit Paris Hilton verglichen hatte. Die Video-Antwort von Paris Hilton wurde innerhalb von etwa 12 Stunden etwa 500 mal verlinkt und ist _das Thema des Tages in der US-Blogosphäre. Klar, dass dieses Thema ganz schnell vom Web in die klassischen Medien geschwappt ist. Nettes Beispiel für Thematisierungsmechanismen.

Twitter and PR: Monitoring and Identity

After the conference re:publica in Berlin the Twitter hype has been reaching Germany, too. The number of users is rising faster than before and some days ago the first German Twitter charts (based on the number of followers) have been published. But this week two occurrences also showed to PR people that they should care about Twitter:

  • The Comcast-story showed that Twitter monitoring (and reacting on relevant Tweets) could be very reasonable (via). It is obvious, that Twitter can be used as an early stage warning system for organizations – in other words: If you talk about blog monitoring you should include Twitter monitoring, e.g. based on keyword searches. Even more since the story spreat from Twitter to blogs to mass media.
  • The second story concerns identity: Yesterday many German Twitterati and Bloggers reported a Hamburg based newspaper (Hamburger Morgenpost – MoPo) started to use Twitter. But today, we learned: It is a fake account. Someone grabbed the account www.twitter.com/mopo and uses it as a tool of guerilla communication – including the logo of MoPo and a link to the official website. The background is a conflict between the publisher and the editorial staff of MoPo.

The MoPo story shows four things to me:

  1. Twitter can be used in campainging very well,
  2. information may spread very quick – not only within Twitter but also within further channels,
  3. many users trust their first and quick impression (concerning identity and content),
  4. and a similar story might happen to nearly every company which hasn’t registered an account with its name (and this problem doesn’t concern only Twitter). Ehm, I refrain from registering Twitter accounts for any company.

I have to admit: These cognitions aren’t new at all – but concerning services of the social web it would be useful if PR people won’t forget them…

If you wish to do so you can follow me on Twitter here. Without any fake.

Social Networks in GB: Jeder zweite Jugendliche ist dabei

Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat eine Studie zur Nutzung von Social Networks auf der Insel vorstellt (pdf-Download). Die Nutzungszahlen sind beeindruckend: 22 Prozent der über 16Jährigen nutzen Social Networks und haben irgendwo mindestens eine Profilseite eingerichtet, unter den 8 bis 17-Jährigen ist es sogar die Hälfte. Doch abgesehen von den Quantitäten finde ich die Ergebnisse der qualitativen Forschung interessant. Die Forscher haben verschiedene Nutzertypen von Social Networks herausgearbeitet:

  • “Alpha Socialisers (a minority) – people who used sites in intense short bursts to flirt, meet new people, and be entertained.
  • Attention Seekers – (some) people who craved attention and comments from others, often by posting photos and customising their profiles.
  • Followers – (many) people who joined sites to keep up with what their peers were doing.
  • Faithfuls – (many) people who typically used social networking sites to rekindle old friendships, often from school or university.
  • Functionals – (a minority) people who tended to be single-minded in using sites for a particular purpose.”

Die häufigsten Gründe, die Finger von Social Networks zu lassen, sind Sicherheits- und Datenschutzbedenken, technische Unerfahrenheit und die bewusste Ablehnung, vor allem, weil sie als Zeitverschwendung gesehen werden.

Für viele Nutzer von Social Networks haben diese nicht nur die Funktion, existierende soziale Netze abzubilden und zu pflegen, sondern auch, diese zu erweitern. Letzteres gilt umso mehr, je jünger die Nutzer sind: Etwa jeder fünfte der 16 bis 24-Jährige Nutzer kontaktiert in den Social Networks auch Personen, die er bisher noch nicht kennt. Bemerkenswert finde ich auch die Bindungskraft solcher Plattformen: Jeder zweite Nutzer loggt sich mindestens alle zwei Tage in sein(e) Netz(e) ein.  In Gruppendiskussionen zeigte sich übrigens, dass Datenschutz und Privatheit von vielen Nutzern zunächst nicht thematisiert und als Problem wahrgenommen werden. Wenn ich die Zusammenfassung der Diskussionen richtig interpretiere, lässt sich dies vor allem mit einer gewissen Naivität begründen.

(via mediations)

Ähnliches im Textdepot:

Pepsi und die Gleichzeitigkeit

Was mich immer wieder beim Lesen meiner Feeds fasziniert, ist die gefühlte Gleichzeitigkeit der Informationen. Da lese ich, dass Pepsi zur Fußball-EM ein Social Network geschaffen hat, steige kurz in die Diskussion ein, ob Marken mit solchen Ideen überhaupt Blumentöpfe gewinnen können (ich bin skeptisch) – und kehre zurück zu meinem Feedreader. Und was finde ich dort? Die Information, dass allein auf der Social Networking Plattform Ning mehr als 200.000 Social Networks laufen, schon bald sollen es 300.000 sein. Wenn das keine passenden Mosaiksteinchen sind…

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