Veranstaltung zu Blogger Relations: Grundlagen und Erfahrungen
Das Thema Blogger Relations kam im Textdepot ja schon öfter vor. Und fast jeden Tag wundere ich mich, warum manche PR-Agenturen und Unternehmen offensichtlich meinen, Blogger Relations zu betreiben, indem sie bloggende Menschen einfach mal mit Presseinfos beglücken (ja, hierüber wundere ich mich seit Jahren). Wie auch immer: Ich freue mich sehr, dass wir am Donnerstag, 18. April 2013, eine kleine Veranstaltung anbieten können, um über Influencer im Web zu diskutieren. Vor allem wird es dabei um die Herangehensweise und Erfahrungen von Škoda in Bezug auf Blogger Relations gehen.
Natürlich gibt es nicht den einen besten Weg, auf Blogger und andere Influencer im Social Web zuzugehen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Und natürlich wollen viele das gar nicht. Hierfür möchten wir in der zweistündigen Veranstaltung auch Verständnis wecken und umgekehrt diskutieren, was Blogger motiviert und welche Art von Informationen sie vielleicht eher anspricht als eine Presseinformation.
Doch vor der Ansprache kommt die Wahrnehmung. Eine Menge Unternehmen haben die neuen Influencer nach meinem Eindruck noch nicht wirklich auf dem Radar und wissen nicht immer, wie sie überhaupt herausfinden sollen, ob zu ihren Themen online intensiver diskutiert wird bzw. wer hierbei wichtige Akteure sind. Insofern werden wir bei der Veranstaltung kurz auch das Identifizieren von Influencern diskutieren. Wichtig ist mir dabei, dass man nicht möglichst viele Namen sammelt, sondern die für die jeweilige Aktion oder Zielsetzung relevanten Leute identifiziert. Schließlich muss ich zum Beispiel nicht unbedingt zu jedem Techblogger Beziehungen aufbauen, wenn ich gerade ein regionales Startup auf den Weg bringe. Im dritten Teil der Veranstaltung geht es dann um die genaue Herangehensweise von Škoda: Elena Funk, verantwortlich für Social Media bei Škoda Auto Deutschland, wird berichten, warum und wie sie mit Bloggern zusammenarbeitet und wie das aus ihrer Sicht funktioniert. Blogger scheinen die Aktivitäten des Unternehmens jedenfalls recht positiv zu sehen. (Disclosure: Ich bin gelegentlich als Sparringspartner zu Social Media in der Kommunikationsabteilung von Škoda).
Noch kurz zum organisatorischen Hintergrund der Veranstaltung “Neue Meinungsmacher: Was motiviert Blogger und was spricht sie an?”: Veranstalter ist unser Kompetenzzentrum für Social Media und E-Learning, der eBusiness-Lotse Darmstadt-Dieburg. Zielgruppe sind vor allem Einsteiger in das Thema aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Teilnahme ist dank BMWi-Förderung kostenlos, eine Registrierung ist jedoch bis 11. April notwendig. Ich vermute, dass für viele Leser des Textdepot das Thema längst nicht mehr neu ist, aber vielleicht haben Sie ja Kunden oder andere Bekannte, die einen kompakten Einblick suchen.
Die Eckdaten zusammengefasst:
- Neue Meinungsmacher: Was motiviert neue Meinungsmacher und wie spricht man sie an?
- Mit Elena Funk, Škoda Auto Deutschland; Pia Sue Helferich und Thomas Pleil, eBusiness-Lotse Darmstadt-Dieburg.
- Donnerstag, 18. April 2013, 16 bis ca. 18 Uhr, anschließend Zeit zum Netzwerken.
- Veranstaltungsort: Mediencampus in Dieburg
Textdepot-Archiv: Weitere Artikel zu Blogger Relations
BMWi-Projekt eBusiness-Lotse: Ein Kompetenzzentrum zu Social Media und E-Learning für KMU
Einige haben’s schon mitbekommen, nun wird’s höchste Zeit, ein neues Projekt auch hier einmal vorzustellen: Wir können zu den Themen Social Media und E-Learning dank Drittmittelunterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) nun einen noch besseren Wissenstransfer leisten. Zielgruppe hierbei sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), in denen oft noch ein sehr großes Bedürfnis nach Information und Austausch zu diesen Themen besteht. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir genau hierfür nun bei uns am Mediencampus der Hochschule Darmstadt ein Kompetenzzentrum aufbauen können, das im Rahmen der Initiative Mittelstand Digital finanziert wird.
Das Ganze firmiert unter dem Namen “eBusiness-Lotse Darmstadt-Dieburg” – wobei wir einer von etwa 40 solcher eBusiness-Lotsen bundesweit sind. Schon in der Vergangenheit gab es in ganz Deutschland so gennannte Kompetenzzentren für elektronischen Geschäftsverkehr. Nun hat das BMWi für das neu konzipierte eKompetenz-Netzwerk den Begriff des eBusiness-Lotsen vorgegeben. Der Begriff des Lotsen soll deutlich machen, dass diese neuen Kompetenzzentren die Unternehmen an die Hand nehmen sollen, damit diese Orientierung erhalten in der digitalen Welt. Hierbei geht es sicherlich um Fragen von Einsteigern wie konkrete Einsatzmöglichkeiten. Und natürlich sollen interessierte Unternehmen vom Wissen der Forschung und – wie es in Netzwerken üblich ist – von praktischen Erfahrungen anderer Firmen profitieren.
Im Rahmen der Antragsstellung hatten wir die Möglichkeit, Schwerpunktthemen für unser Kompetenzzentrum zu wählen, weshalb nun jeder eBusiness-Lotse etwas anders aufgestellt ist. Gemeinsam mit unserem Partnter, dem Hessian Technology Transfer Center (httc e.V.), einem An-Institut der benachbarten TU Darmstadt, haben wir uns für die beiden Themen Social Media und E-Learning entschieden. Eine Kombination, die innerhalb des bundesweiten Netzwerkes einmalig ist. Wobei wir Social Media unter ganz unterschiedlichen Perspektiven anschauen wollen: Hier kann es um den Einsatz in der Online-PR, im Online-Marketing genauso gehen wie Recruiting oder in der internen Kommunikation. Die Kollegen des httc e.V. haben fachlich den Hut vor allem für E-Learning und Wissensmanagement auf.
Doch was machen wir nun konkret? Ein Angebot ist, Unternehmern bzw. Marketing- oder Kommunikationsverantwortlichen in persönlichen Gesprächen eine neutrale Orientierung zu geben. Je nach Fragestellung kann es dabei zum Beispiel auch um Tipps für die Wahl einer Agentur gehen. Besondere Bedeutung haben natürlich Veranstaltungen, die wir organisieren werden: Das können halbtätige Workshops zu einzelnen Aspekten der digitalen Kommunikation sein, aber auch kürzere Veranstaltungen am Feierabend oder größere Tagungen.
Und natürlich wollen wir intensiv online präsent sein. Dazu gibt es beispielsweise eBusiness-Hangouts, in denen in 20 Minuten ein Einstieg in ein Thema gegeben oder ein Fallbeispiel diskutiert werden sollen. Mit der Zeit werden wir auch eine Wissensplattform im Netz aufbauen, in der wir Erklärungen, Anleitungen, Erfahrungsberichte etc. sammeln. Hierbei wollen wir zum Teil auch Studierende einbinden und ihnen z.B. ermöglichen, in Abschlussarbeiten ähnlichen Fragen nachgehen.
Im Moment schrauben unsere Partner vom httc noch an der Website und wir – das sind im Wesentlichen zwei wissenschaftliche Mitarbeiter in unserem Institut für Kommunikation und Medien (ikum) und ich – am Veranstaltungsprogramm für das erste Halbjahr. Die feierliche Eröffnung wird am 27. Februar sein, unter anderem mit dem Social Media Vorzeige-Malermeister Werner Deck. Wer sowieso in der Region Rhein Main ist, ist herzlich eingeladen!
Zur Übung haben wir schon mal zwei erste eBusiness-Hangouts gemacht, die gerade online gingen. Im einen stellen wir uns vor, im anderen geht es um eine Einführung zu E-Learning.
Und wie immer setzen wir auf die Vernetzung – will heißen, wir sind immer auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern für unsere Hangouts und Leuten, die z.B. in Workshops von Erfahrungen berichten oder erklären, wie man Social Media und e-Learning auch in KMU mit ihren begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen einsetzen kann. Damit man sich besser vorstellen kann, was wir vorhaben, werde hier demnächst etwas zu unserem Programm schreiben.
Wir freuen uns natürlich auch über erste Abonnenten des eBusiness-Blogs (RSS), über Twitter-Follower und G+-Einkreiser ;)
Offline ist keine Lösung
Heute mal ein paar Zeilen scharf an der Grenze, off topic zu sein: Mich beschäftigt – vor allem aus eigenem Erleben – immer wieder die Frage, ob offline zu sein, wirklich erstrebenswert ist. Manche halten es ja für einen Gewinn, mal zwei Wochen völlig auf Internet und Mobilfunk zu verzichten. Das ging mir auch eine Weile so. Im Moment bin ich am Ende einer Phase, in der das, was oft als Work-/Life-Balance bezeichnet wird, für ein paar Monate kräftig durcheinander gerüttelt wurde. Und jetzt? Alle Online-Verbindungen kappen, damit die dringend notwendige Erholung eintritt?
So recht kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Deshalb finde ich den Artikel “Der falsche Traum vom Offlinesein” von Eike Kühl (online bei zeit.de) besonders lesenswert. Er wundert sich über die Meinung mancher, dass das Authentische, das wahre Leben nur Offline stattfinden kann und hält dieser Sicht Peter Sundes Einstellung gegenüber, der trocken meint: “Auch das Internet ist real.” Die Diskussion ist eigentlich ziemlich alt, aber sie kocht eben immer wieder hoch.
Weil heute der letzte Tag unseres Sommersemesters ist, passt für mich jedoch die Frage, was Lebensqualität ist. Für mich beginnt sie nicht, indem grundsätzlich “off” gehe. Mir ist wichtiger, in einer ruhigeren Phase weniger fremdbestimmt zu sein. Weniger Meetings, eine Zeit ohne Lehrveranstaltungen und Prüfungen, mehr Entscheidungsfreiheit. Mehr genutzte Möglichkeiten.
Und diese Freiheit nehme ich mir auch im digitalen Alltag. Zwei Beispiele: Vor zwei, drei Jahren habe ich alle meine Mails über GMail abgeholt – weil der Dienst fantastisch bequem ist. Dies habe ich wieder geändert: Dienstliche Mails landen seit Monaten wieder in einem separaten Mail-Client. Und wann ich den öffne, entscheide ich. Dass ich in einer Urlaubsphase auch mal Tage lang komplett off bin, ist klar. Und ansonsten? Ich bin jetzt wieder mehr im Wald. Was ich auf diesen Spaziergängen sehe, sammle ich mit dem Handy. Entstanden ist so ein neues kleines Onlineprojekt, das Waldlog. Nur für mich – und viel zu langweilig für viele andere. Aber: Für mich ist dieses kleine Onlineprojekt auch eine Form von Erholung.
Oh, der Regen hat aufgehört – ich dreh dann mal eine Runde. Und Ihr?
Lehrprojekte: Globales Lernen statt Zukunft Online-PR
In letzter Zeit wurde ich ein paar Mal gefragt, ob wir – sprich: ein Studententeam – bald wieder eine Konferenz organisieren. Die Reihe “Zukunft Online-PR“, die wir 2007, 2009 und 2010 (dann als Weiterbildung) gestartet hatten, war ein sehr schönes Format. Dennoch setzen wir es im Moment nicht fort, sondern gehen in eine andere Richtung: Am 23. Mai 2012 gibt es die Konferenz “Globales Lernen digital“, die ein Studententeam und ich gerade in Kooperation mit dem Portal Globales Lernen der Eine Welt Internet-Konferenz (EWIK) vorbereiten. Mit dem thematischen Shift ist auch verbunden, dass wir eine andere Zielgruppe ansprechen.
Warum diese Entwicklung? Ein Grund für mich war, dass nach meinem Eindruck eine kaum überschaubare Zahl von Veranstaltungen angeboten wird, die sich allgemein mit Online-PR und/oder Social Media beschäftigen. Deshalb erscheint mir im Moment spannender, das Thema Online-Kommunikation auf spezielle Fragestellungen zu beziehen und eine speziellere Zielgruppe anzusprechen. Und da sind wir dann beim anderen Grund: Durch einen Besuch einer Mitarbeiterin der EWK auf der Werkschau unseres Fachbereichs, der mediale*, im letzten Jahr bin ich auf das Thema Globales Lernen gestoßen. Was hinter diesem Begriff steckt, hat eine Studentin nebenan in den PR-Fundsachen beschrieben:
Globales Lernen ist ein Bildungskonzept, in dem fachübergreifend zu Eine-Welt-Themen, Menschenrechten oder Umwelt gearbeitet wird – meist mit partizipativen Lernmethoden. Neben Schülern und Lehrern sind NGOs, die in diesen Feldern aktiv sind, wichtige Akteure in diesem Umfeld.
Auf anderer Ebene habe ich mich mit einzelnen Fragen aus diesem Umfeld früher schon beschäftigt. Und klar, soziale Medien sollten da ja ideal hineinpassen. Erstaunlich für mich war zu erfahren, dass die Community des Globalen Lernens einen großen Informationsbedarf zum Social Media-Einsatz hat, obwohl große Organisationen wie Brot für die Welt natürlich auf vielen digitalen Kanälen unterwegs sind. Insofern haben wir uns vorgenommen, mit unserer Konferenz in zwei Richtungen zu gehen: Auf der einen Seite möchten wir PR-Praktiker vor allem von NGOs ansprechen, die im Umfeld Globales Lernen kommunizieren. Auf der anderen Seite möchten wir mit Lehrenden in und außerhalb von Schulen sowie mit Lehramtsstudenten diskutieren, wie soziale Medien das Globale Lernen inhaltlich unterstützen können.
Wie schon bei unseren früheren Veranstaltungen ist vorgesehen, dass Studierende das Event organisieren und durch Kommunikation begleiten, aber auch, dass ein Team sich inhaltlich beteiligt. Deshalb sind vier Workshops auf dem Programm, die Studierende vorbereiten und halten. Dabei haben sie jeweils einen Sparringspartner aus der Praxis oder der Wissenschaft an der Seite. Besonders freut mich in diesem Zusammenhang, dass meine Kollegin Mihaela Vorvoreanu von der Purdue-University ein Team unterstützt. Deshalb halten die Studenten einen Workshop auf englisch. Ebenso froh bin ich, dass wir einen Partner haben, mit dem es eine gute Arbeitsteilung, viel zu lernen und vor allem den Zugang zum Thema gibt. Wir haben es im Stundenplan so organisiert, dass es das eigentliche Projektseminar gibt und ein begleitendes Seminar, in dem es um fachlichen Input zum Globalen Lernen geht. Meine Zwischenbilanz bisher: Es ist ein gigantisches Projekt für Studierende im 4. Semester, die sich gerade erst für den PR-Schwerpunkt entschieden haben – auf sie stürzt gerade alles gleichzeitig ein. An der ein oder anderen Stelle lässt sich deshalb weniger umsetzen als wir uns vielleicht wünschen – auch, weil wir extrem wenig Vorlaufzeit haben. Die Motivation des Teams ist aber riesig: Im nächsten nach außen sichtbaren Schritt soll die bisher recht schlichte Website ergänzt und bloggend zum Leben erweckt werden.
Bis 13. Mai 2012 ist die Anmeldung möglich, die Teilnahme ist dank der Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kostenlos. Wie gesagt ist das Ganze aber wahrscheinlich für einen großen Teil der Leser dieses Blogs gar nicht sooo spannend. Sie lade bei dieser Gelegenheit natürlich gern auch zur diesjährigen Werkschau unserer Studenten, der mediale* ein, die schon am 21. Mai beginnt und wie die Konferenz in der Centralstation Darmstadt stattfindet (bis 23. Mai). Hier schon mal der mediale-Trailer.
















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