Vor ein paar Jahren hat die PR-Agentur Klenk & Hoursch das Glashaus-Axiom formuliert: “Jedes unternehmerische Handeln ist öffentlich.” In anderen Worten: Für Unternehmen stellt sich gar nicht die Frage, ob sie transparent sein wollen oder nicht. Sie müssen mit der Transparenz leben. Auf die zum Thema gehörende Website habe ich neulich hingewiesen: Dort werden Meinungen und Informationen zum Thema Transparenz gesammelt. Die Site ist inzwischen aktualisiert und wurde unter anderem um mehrere Interviews ergänzt., beispielsweise zum Begriff des Vertrauens, zum Zusammenhang zwischen Vertrauen, Transparenz und Reputation oder zum Medienjournalismus. Zum Thema Transparenz im Web ist nun ein Interview online gegangen, das Dr. Volker Klenk mit mir führte.
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Im Glashaus
28 März 2008 · No Comments
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PR-Rat findet Leihbeamte gut
21 Dezember 2007 · 3 Comments
Vorweg das Positive: Der PR-Rat als Selbstkontrollgremium der Branche (vergleichbar mit dem Presserat) tritt seit einiger Zeit offensiv und meist mit klaren Worten an die Öffentlichkeit. Relativ zeitnah werden ethisch problematische PR-Aktivitäten diskutiert und offen kritisiert. In einer aktuellen Entscheidung kann ich dem PR-Rat aber nicht folgen, denn ich kann nichts Positives daran finden, wenn Unternehmen (oder NGOs) Mitarbeiter in die Ministerialbürokratie entsenden. Worum genau geht es?
In mehreren Sendungen des Magazins Monitor ging es um die Entsendung von Fraport-Mitarbeitern in das Hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium. Wem solche Konstellationen nicht geläufig sind: Die Mitarbeiter der Firmen bleiben bei solchen Deals üblicherweise bei diesen auf der Payroll. Man darf davon ausgehen, dass sie sich auf auf einem Ministerialsessel ihrem Arbeitgeber mindestens moralisch verpflichtet fühlen. Im Fraport-Fall wurde der Vorwurf erhoben, dass ein ins Ministerium entsandter Mitarbeiter die vom eigenen Arbeitgeber beantragten Nachtflüge zu genehmigen gehabt und bewilligt habe. Laut PR-Rat konnte dieser Vorwurf nicht bestätigt werden. Ok, ich gehe davon aus, dass diese Frage intensiv geprüft wurde. Doch der nächste Satz in der Pressemitteilung des PR-Rates stößt mir auf:
„Der Rat begrüßt grundsätzlich die Abordnung von Mitarbeitern in Ministerien und Behörden…”
Wie? Warum? Weil Ministerien so Personalkosten sparen und externes Fachwissen nutzen können? Weil so mehr Verständnis für die jeweiligen Arbeitsweisen entstehen kann? Oder weil Lobbyinteressen so zielgenauer platziert werden können? Was im Einzelfall am ehesten zutrifft, lässt sich außen kaum beurteilen, weshalb LobbyControl zu Recht urteilt:
“Das zeigt den beschränkten Blickwinkel des DRPR auf strukturelle Machtungleichgewichte und Verflechtungen. Für uns ist die Mitarbeit von Lobbyisten in Ministerien mit demokratischen Prinzipien nicht vereinbar. Mal sehen, wie der Bundesrechnungshof diese Thematik in seinem anstehenden Bericht Anfang nächsten Jahres bewertet. “
Abgesehen von der gesellschaftspolitischen Sichtweise kann man auch aus Unternehmensperspektive zu dem Schluss kommen, dass solche Entsendungen riskant, weil reputationsgefährdend sein können. Übrigens ist das Risiko nicht nur bei den Unternehmen, sondern gilt auch für ein Ministerium, in das Bürger Vertrauen verlieren könnten. Genug Gründe, von solchen Leihmodellen Abstand zu nehmen, finde ich…
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Spiegel: Aufmacher mit Lobby-Studie
21 November 2007 · No Comments
Gerade eben bin ich (nach langer Zeit) wieder bei Spiegel Online gelandet. Liebe Leute: So schnell komme ich da nicht mehr vorbei. Warum? “2010 droht der Infarkt des Internet” plärrt mir als Aufmacher entgegen. Was steckt dahinter? Mal wieder eine Studie. Und ihre Ergebnisse werden von SpOn treu und brav zusammengefasst. Mehr nicht. So, so. Hatte ich nicht gestern schon was dazu gelesen?
Richtig, bei netzpolitik zum Beispiel:
“Man sollte sie aber hinterfragen. Dann findet man heraus, dass Lobbyorganisationen dahinter stehen, die diese Zahlen ganz bewusst in die mediale Debatte werfen.Man nennt das auch “Astroturfing“. Diese Organisationen werden finanziert von Telekommunikations-Unternehmen, die ein Interesse daran haben, die Kontrolle über das Netz zurück zu gewinnen. Und schon ist man mitten drin in der Diskussion rund um Netzneutralität. In diesem Fall werden die Zahlen genutzt, um von der US-Regierung mehr Steuergelder und vor allem Zugeständnisse beim Abbau von Netzneutralität zu bekommen.”
Ganz ähnliche Hinweise gab es zuvor schon bei Save the Internet, wo eine vergleichbare journalistische (Nicht-)Leistung zu dieser Studie bei USA today kritisiert wurde. Hier gibt’s noch einen dritten kritischen Bericht.
Ehrlich gesagt bin ich langsam ziemlich gelangweilt von all den “Studien”, die einem jeden Tag um die Ohren gehauen werden. Ein großer Teil von ihnen ist schlichtweg interessensgesteuert, und ich frage mich, warum das noch immer so gut funktioniert. Hat es sich noch nicht in die Redaktionsstuben herumgesprochen, dass Studien bei Lobbyorganisationen als Geheimtipp für erfolgreiche Interessensvertretung gelten?
Anscheinend nicht: Während manche Redaktionen schnell mal eine Medienpartnerschaft eingehen, um eine Studie exklusiv auf den Titel heben zu dürfen, kann ich im aktuellen Fall des SpOn-Artikels keine kritische Auseinandersetzung mit der Studie selbst erkennen. Hat der Autor sie überhaupt in der Hand gehabt? Nicht einmal die zitierte Internet Innovation Alliance wird vorgestellt. Auch scheint es keine Recherche zu den Reaktionen auf die Studie gegeben zu haben. Das wäre mit zwei banalen Google-Abfragen möglich gewesen. Fazit: Sobald irgendwo “Studie” draufsteht, mit ein paar Zahlen hantiert wird, stehen alle redaktionellen Pforten offen. Dass das auch für den Aufmacher von SpOn gilt, ist da nur eine kleine Enttäuschung mehr.
Update: netzpolitik hat sich angeschaut, wie andere Medien mit der selben Studie umgehen
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Die WiWo und ihr PR-Titel
21 September 2007 · 22 Comments
Wieder ein voller PR-Erfolg für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): Vor etwa zwei Wochen hat die Wirtschaftswoche - wieder mal - ein von der INSM finanziertes Städteranking auf den Titel gehoben, das die Besucher von wiwo.de noch immer anspringt. Und das Ganze heißt sogar offiziell INSM-WiWo-Städteranking (für das die INSM vorsorglich Suchmaschinenoptimierung betreibt). Noch größer wurde der vordergründige PR-Erfolg für die INSM, wenn man betrachtet, dass landauf, landab andere Medien die Ergebnisse des Rankings nachgeklappert haben. Kritische Auseinandersetzungen gibt es kaum dazu - weder zum Ranking, noch zur Medienpartnerschaft. Wahrscheinlich hält es die WiWo selbst für einen PR-Erfolg, dass sie überall zitiert wurde.
Ich bleibe trotzdem dabei und wiederhole mich einmal mehr: Medienpartnerschaften dieser Art halte ich nicht für akzeptabel. Wie soll eine Redaktion jemals neutral über eine Institution berichten, die ihr exklusiv die Titelgeschichten liefert? Und falls nun mancher meint, ich sollte mich als PR-Mensch doch freuen, dass sich Redaktionen auf solche Deals einlassen: Nein, tue ich nicht. Darunter leidet die Glaubwürdigkeit der Medien, und PR wird als Spindoctoring wahrgenommen. Damit ist langfristig beiden geschadet.
PR-Schurken und Pseudo-Redaktionen
28 August 2007 · 7 Comments
Eigentlich ist das nichts Neues, was Report da gestern ausgegraben hat und auch in einigen Blogs scheinbar überrascht diskutiert wird: Schon seit Jahren produzieren PR-Agenturen fertige Radio-Beiträge, manche auch Fernsehbeiträge. Die längste Tradition haben wohl komplett geschriebene Artikel, die dann als so genannte Fachartikel oder Success Stories in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Seit Jahren ist bekannt, dass ein großer Teil der privaten Radio- und Fernsehstationen, Anzeigenblätter und auch viele Fachzeitschriften nur so etwas ähnliches wie redaktionelle Beiträge veröffentlichen, aber kaum Journalismus praktizieren. Wie denn auch, wenn sie kaum über journalistisches Personal verfügen? Übrigens entstehen auch bei vielen Tageszeitungen Themenbeilagen auf diese Weise. Letztlich geht es darum, möglichst billig Inhalte ins Format zu bekommen. Und dann wundert man sich, dass es Agenturen gibt, die für das Medium kostenlos genau dies anbieten?
Natürlich ist es nicht in Ordnung, dass Zuhörer bzw. Leser durch fertig gebaute Beiträge bzw. Artikel schlichtweg hinter’s Licht geführt werden - egal, ob sie von einem Ministerium oder einer Firma finanziert werden. Denn Mediennutzer rechnen nicht mit Auftragskommunikation, sondern mit einem journalistischen Produkt. Und darauf haben sie ein Anrecht (wobei übrigens Presserat und PR-Rat kostenfreie Publikationen nicht als Presseprodukt definieren, so dass z.B. in Anzeigenblättern das Einhalten von Regelungen zur Schleichwerbung nicht geprüft wird).
Aber um es klar zu sagen: Dass fertig gebaute Hörfunkbeiträge gesendet werden, liegt sicher nicht an der PR allein! Statt jetzt groß über Unterwanderung oder Propaganda zu lamentieren, wäre das Einfachste, wenn Redaktionen solche PR-Fertigware schlicht nicht verwendeten. Denn, so argumentiert zu Recht der DJV-Vorsitzende Michael Konken:
„Journalisten, die PR-Beiträge ungeprüft in ihrem Programm ausstrahlen oder in ihren Zeitungen veröffentlichen, verstoßen gegen grundlegende Prinzipien unseres Berufsstandes und setzen die Glaubwürdigkeit ihres Mediums aufs Spiel.“
Wäre also die Nachfrage nicht da, gäbe es auch keine solchen Angebote der PR. Doch ich sehe ich auch die PR in der Pflicht. Agenturen stünde Zurückhaltung an. Denn die Glaubwürdigkeit von Medien ist auch in ihrem Interesse. Konkret könnte ich mir aus PR-Sicht drei kleine Schritte für mehr Qualität für’s Publikum vorstellen:
- PR-Agenturen sollten keine fertig gebauten Hörfunk- oder Fernsehbeiträge liefern. Denn diese werden durch die Argumentationslinien, durch den Einbezug von Pseudo-Passanten etc. manipulativ. Hinzu kommt, dass bei solchen Beiträgen nicht erkennbar ist, dass es PR-Beiträge sind. (Verstoß gegen den PR-Kodex Code de Lisbonne).
- Statt dessen ist aus meiner Sicht ok, wenn Agenturen O-Töne ihres Auftraggebers oder Video-Footage (also einzelne Bildsequenzen) liefern. Redaktionen, die nicht die Möglichkeit haben, an solches Material zu kommen, können diese Versatzstücke dann in ihre Beiträge einbauen, bestimmen aber nach journalistischen Kriterien, wie die Beiträge aufgebaut sind, wer noch zitiert wird etc.
- Viele Fachzeitschriften haben weder die Kapazität noch das Wissen, so genannte Fachartikel oder Success Stories komplett selbst zu schreiben. Liefern PR-Agenturen solche Texte, sollten die Agenturen aus meiner Sicht darauf bestehen, dass die Artikel eindeutig gekennzeichnet werden, so dass der Auftraggeber für jeden Leser klar ist (z.B. “Autor: Bruno Bruni, Entwicklungsleiter der Brunetti GmbH” oder “Tanja Anja, PR-Agentur AmRandederStadt, im Auftrag der Brunetti GmbH”). Damit kann der Leser den Beitrag einordnen, und die Agentur findet sogar ihren Auftraggeber klar beim Namen genannt.
Es hilft sicher nicht, wenn Journalisten nun nur auf die Schurken aus der PR, und PR-Leute sich über Pseudo-Redaktionen beschweren. Beide Seiten stehen in der Verantwortung. Und auch die Verleger und Eigentümer von Sendern, die gern am Journalismus sparen!
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Data Mining: Wer wurstelt in der Wikipedia?
14 August 2007 · No Comments
Ja, ja, das Internet stellt Transparenz her: Nun wieder ein Stückchen mehr - diesmal in der Wikipedia. Dafür sorgt der Wikipedia-Scanner - ein Programm, das offen legt, wer sich hinter IP-Adressen der Bearbeiter von Wikipedia-Texten verbirgt. Entwickelt wurde das Ganze von einem Studenten in Kalifornien. Und weil man mit dem Scanner in vielen Fällen herausfinden kann, wenn Firmen, Behörden oder Politiker die Artikel über sie überarbeiten (oder überhaupt erst schreiben), kann man bei Wired schon mal über den peinlichsten Wikipedia-Spin abstimmen. Genannt werden da bisher Disney, der Wahlmaschinen-Hersteller Diebold, Astra Zeneca und ExxonMobil.
Aus PR-Sicht verbirgt sich dahinter natürlich die alte Frage, inwieweit es legitim ist, wenn sich Unternehmen, Politiker etc. an Wikipedia-Artikeln über sie selbst beteiligen. In der Community ist dies verpönt. Schließlich dürfte es sehr schwer sein, über sich selbst einen neutralen Standpunkt zu vertreten. Deshalb sollten PR-Leute oder andere Betroffene sich an den Rat halten, sich an die Wikipedia-Admins zu wenden, wenn sie ein Problem in einem Artikel sehen und nicht selbst im Text wursteln. Und wer das dennoch tut, muss sich eben bewusst sein, dass das nicht unbemerkt bleiben muss. Insofern ist der Scanner sicher heilsam.
Mehr zum Thema mit ausführlicher Diskussion bei heise.
Und in Beiträgen über politische Gegner oder Wettbewerber herumzupfuschen ist sowieso inakzeptabel. Für ziemlichen Wirbel sorgte übrigens vor einem Jahr eine Agentur, die auf die Idee gekommen war, für ihre Kunden Wikipedia-Artikel zu schreiben.
Gesteht man dagegen Betroffenen unter Umständen zu, in Beiträge, die sie beschreiben, einzugreifen, ist es natürlich schwierig, zwischen legitimen und nicht akzeptablen Änderungen zu unterscheiden. Eine Korrektur falscher Tatsachen sollte zumindest möglich sein, wird oft argumentiert.
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Plumpes Koppelgeschäft
13 August 2007 · 2 Comments
Da wollte die Agentur Flaskamp das Bundeswirtschaftsministerium unterstützen und bezieht nun gemeinsam mit dem Auftraggeber Prügel. Laut Kölner Stadtanzeiger, der nicht mitspielen wollte, bot das Ministerium
“… deutschen Regionalzeitungen über die Agentur Flaskamp öffentliche politische Veranstaltungen und Redaktionsbesuche durch den Staatssekretär an und stellt dafür „Gegenfinanzierungen“ durch „Anzeigen“ in Aussicht. Dabei kann es sich um Summen um 30 000 bis 40 000 Euro handeln. Bislang sind nach Angaben des Ministeriums bereits 140 000 Euro in die Kampagne geflossen.”
Dass sich solcherlei Koppelgeschäfte verbieten, sollte keiner weiteren Erläuterung bedürfen (das sollte Werbe- und PR-Agenturen klar sein!) und hat die Agentur nun den Auftrag gekostet. Übrigens hat offensichtlich zumindest die Märkische Allgemeine das schlüpfrige Angebot angenommen.
(via Thomas Knüwer und Robert Basic)
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Tagung zu Lobbying und PR
17 Juni 2007 · 3 Comments
Der Eichstätter Politikwissenschaftler und Pädagoge Prof. Dr. Ulrich Bartosch organisiert gemeinsam mit der Akademie Tutzung eine Tagung zu Lobbying und PR. Netter Untertitel: “Interessenvertretung für Gott und Welt”. Die Veranstaltung ist gleichzeitig das Zweite Weltinnenpolitische Colloquium, also eine Veranstaltung ganz im Sinne des Denkens des kürzlich verstorbenen Carl Friedrich von Weizsäcker, über dessen Theorie des Friedens Bartosch promoviert hat. Worum geht es? Ich mache mir’s einfach und zitiere die Veranstalter:
“Das Lobbying partikularer Interessen wird zunehmend befragt nach Transparenz, Verantwortung und Artikulation gemeinsamer und künftiger Belange der Menschheit. Lobbying vollzieht sich meist abseits der Öffentlichkeit und somit ohne Gewähr für einen Interessensausgleich. Da illegitime Einflussnahmen nicht selten sind, ist das Verhältnis von Lobbying und Demokratie gespannt. Das 2. Weltinnenpolitische Colloquium möchte daher den Nutzen und Schaden von Lobbying mit Experten diskutieren. Wie können sich Themen artikulieren, die in unserem langfristigen Interesse liegen und hinter denen keine finanzstarken Gruppierungen stehen?”
Auf dem Programm stehen einige bekannte Namen, die sprichwörtlich Lobbyisten für Gott und die Welt repräsentieren: Die Zigarettenindustrie und Nichtraucher, einen Energiekonzern und eine Umweltorganisation, die Kirchen und schließlich Abrüstung - sowie natürlich die Wissenschaft. Das Ganze findet am 13. und 14. Juli 2007 23./24. November 2007 in Ingolstadt statt, die Teilnahme kostet 50 Euro (Studies zahlen 25). Anmeldung an info at kolping-akademie.de. Die Veranstaltung wird übrigens vom Club of Rome ebenso unterstützt wie u.a. von Audi oder Vattenfall. Da das Programm im Netz nicht ganz einfach zu finden ist, habe ich mir den Flyer besorgt (programm-lobbying.pdf).
Disclaimer: Ich war mehrere Jahre an der Eichstätter Uni beschäftigt; mit Ulrich Bartosch verbindet mich u.a. ein gemeinsames Seminar zu Nonprofit-PR.
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Categories: Akademisches · PR-Ethik
Wg. Watchblog: WordPress und INSM im Gewitter
11 Mai 2007 · 10 Comments
Hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Druck auf wordpress.com ausgeübt? Und: Hat wordpress deshalb ein Watchblog vom Netz genommen? Zensiert also wordpress bzw. der dahinter stehende Anbieter automaticc? Diese Verdacht wabert gerade an allen Ecken und Enden durch’s Netz. Worum geht es? WordPress hat das INSM-Watchblog http://insm.wordpress.com deaktiviert. Und zwar kurz nachdem ein oft gelesener Blogger, die Site verlinkt hat.
Ich bin kein Jurist, vermute aber, dass die INSM keine Handhabe gegen die Artikel im Watchblog hat und sich deshalb auf das Markenrecht berufen dürfte. Wahrscheinlich wurde argumentiert, dass die URL insm.wordpress.com nach offizieller Site klingt. ((Ist ein Jurist unter den Lesern, der das genauer weiß?))
Aber vollkommen egal. Gehen wir mal davon aus, dass wordpress nicht so verrückt ist, einfach so ein Blog zu schließen, sondern dass es wirklich Druck gegeben hat (noch mehr Indizien dazu im Update des verlinkten Posts): Eigentlich müssten beide Seiten wissen, dass sie den sicheren Weg in die kommunikative Katastrophe gehen: wordpress hängt nun nach Yahoo (in China!) der Geruch der Zensur an (es sei denn, sie legen die Sache offen und können sie gut erklären, vielleicht hier?), und die INSM bekommt jetzt die richtig große Bühne. Denn längst wurden die gesperrten Beiträge aus dem Google-Cache geholt, das Watchblog gibt es nun unter neuer Adresse insmwatchblog.wordpress.com, und viele, viele Blogs berichten drüber. Ja, so kommt man zuverlässig in die Medien. Wobei: Vielleicht auch nicht, denn die INSM hat in den vergangenen Jahren ein breites Netz von Medienpartnerschaften aufgebaut. Darunter ist übrigens seit kurzem auch die Frankfurter Rundschau. Nebenbei: Ganz flugs scheint die INSM Blogs auch für sich zu entdecken. Nicht wegen des Dialogs, sondern wegen der Suchmaschinenoptimierung. Ausgerechnet bei WordPress (http://initiative neuesozialemarktwirtschaft.wordpress.com).
Categories: Krisen-PR · Netz-News · PR-Ethik
INSM: Eine PR-Kampagne mit Watchblog will Ludwig Erhard zum Leben erwecken
7 Mai 2007 · 1 Comment
Er schreibt wieder. Und gibt der “Welt” ein Interview: Ludwig Erhard. Fiktiv natürlich. Fiktion ist so eine Sache, die einer PR-Kampagne eigentlich nicht gut tut. Aber egal:
“Erhard sollte im Jahr 2007 also in aller Munde sein, als zeitgemäße wirtschaftspolitische Autorität, als Visionär und als prinzipientreuer Politiker.”
Denn hinter all den Erhard-Veröffentlichungen dieser Tage steckt nicht der Zufall, sondern eine PR-Kampagne: Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Über diese wird seit April noch mehr als bisher geschrieben. Und noch kritischer. Ein Auslöser: Die Aktion unicheck (etwas Resonanz hier). Seit kurzem gibt es zur INSM auch ein Watchblog. Meines Wissens eine Premiere: Ein Blog, das sich kritisch mit einer PR-Kampagne beschäftigt. Eigentlich ein GAU, oder?
Frank, der Autor des INSM-Watchblogs (alias INSM-Sniper) jedenfalls ist ziemlich genervt von der von Metall-Arbeitgebern finanzierten Kampagne:
“Dieses Blog soll daher dazu dienen, die Verdummungskampagnen und die neoliberale Propaganda der INSM in ihre Einzelteile zu zerlegen, damit diese nur noch so wenig Einfluß wie möglich auf die Menschen ausüben kann - zumindest bei denen, die Internetuser sind. Ansonsten gilt: Weitersagen und Mund aufmachen, wenn irgendwo wieder neoliberaler Brei als Nachricht, angebliche Wahrheit oder vermeintlich alternativloses Konzept verbreitet wird.”
Neben Franks Artikeln findet man im Watchblog übrigens eine lange Liste mit Artikeln anderer Autoren zur INSM, die auch uns im Unterricht immer wieder als Beispiel für Grenzverletzungen zwischen PR und Journalismus dient, zuletzt in meiner Polemik gegen Medienpartnerschaften bei Steffen Büffel.
Geld verdienen mit Astroturfing?
12 April 2007 · 6 Comments
Gelegentlich verirre ich mich ja an veritable Zeitungskioske. Und wenn am Donnerstag abend etwas Zeit zum Lesen im Park ist, wird auch mal der “stern” eingepackt. Leider schaffe ich es ja nicht, so ein Heft von vorn nach hinten zu lesen, sondern lande schnell bei den hinteren Rubriken (”Multimedia” *g*). Und was ich da auf Seite 188 lese, hat mich doch mehr in Wallung gebracht als die wundervolle Frühlingssonne: “Tarnen und Täuschen” ist der Artikel überschrieben - und es geht um heimlich platzierte (Marketing-) Botschaften im Netz. [edit 20.4.07: seit heute auch in stern online] Da ist natürlich von den Calvin Klein-Fakes die Rede, von payperpost, heimlicher Eigenwerbung von Buchautoren unter Amazon-Rezensionen und von einer Firma in Österreich. Die Mitarbeiter der Agentur Eclipping seien Spezialisten “für das verdeckte Einschleichen in Gruppen potenzieller Kunden (…). Sie geben sich im Internet als Privatpersonen aus, um das Image und die Produkte ihrer Kunden ‘ins rechte Licht zu rücken’” - sagt Eclipping-Chef Martin Kirchbaumer dem “stern”.
Eclipping versteht dies als virales Marketing, wie sich auf der Website des Unternehmens bestätigt. Weiter wird dort gepriesen:
“Mit unterschiedlichsten Identitäten regen die Mitarbeiter der PR-Abteilung von eClipping in den Communitys aktiv Diskussionen an, wirken Gerüchten entgegen und rücken bestimmte Aussagen ins rechte Licht. Die zentrale Hypothese dabei lautet: Mit zunehmender Glaubwürdigkeit des Kommunikators steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kommunikation wirksam wird. Die Mitarbeiter von eClipping gehören den unterschiedlichsten Professionen an und können so über die verschiedensten Thematiken mit den Usern als Ihresgleichen diskutieren – als Konsument und nicht als einer Ihrer Angestellten.”
Zurück zum “stern”: Dort wird berichtet, dass die Firma namhafte Hersteller als Kunden habe und dass Martin Kirchbaumer an diesen Formen der Werbung nichts Verwerfliches finde:
‘”So können wir für unsere Kunden Fairness schaffen”, sagt er, “indem wir Falschaussagen entgegenwirken und dann die richtigen Informationen verbreiten - auf die sympathische Art.”
Da muss ich denn doch tief durchatmen. Also, habe ich das richtig verstanden, Herr Kirchbaumer: Ihre Mitarbeiter legen sich im Auftrag Ihrer Kunden eine falsche Identität zu, um sich in Foren Vertrauen zu erschleichen, damit sie dann “Falschaussagen entgegenwirken und die richtigen Informationen” verbreiten können? Und das soll sympathisch sein?
Wenn dem so ist: Haben Sie keine Angst, dass findige Menschen recherchieren, wer Ihre Kunden sind? Und dass dies Ihren Kunden erst recht schaden könnte? Ich sehe da Parallelen zu Abmahngeschichten, die dazu geeignet waren, am Ende das Image der Abmahner heftig anzukratzen. Beispiel gefällig?
PR ist das sicher nicht. Eine der ersten Lektionen, die meine Studenten lernen (und ich hoffe sehr: verinnerlichen) heißt: “PR kommuniziert mit offenem Visier!” Es muss also klar sein, wer hinter einer Botschaft steht und anschafft. Diese Regel ist übrigens nicht meine Erfindung, sondern wird von den professionellen Kommunikatoren anerkannt - zumindest wenn sie Mitglieder von PR-Berufsverbänden sind, sonst droht ihnen der Ausschluss.
Nur zur Erinnerung: Artikel 4 des Code de Lisbonne lautet (Alternativ könnte man auch andere Codizes durchdeklinieren):
“Public Relations-Aktivitäten müssen offen durchgeführt werden. Sie müssen leicht als solche erkennbar sein, eine klare Quellenbezeichnung tragen und dürfen Dritte nicht irreführen.”
Und Artikel 15:
“Jeder Versuch, die Öffentlichkeit oder ihre Repräsentanten zu täuschen, ist nicht zulässig.”
Ach, ja, Artikel 18 ist in der Praxis wohl die am häufigsten missachtete einschlägige Regel:
“Public Relations-Fachleute haben sich jeder Verhaltensweise zu enthalten, die dem Ansehen ihres Berufsstandes schaden könnte.”
Warum werden eigentlich PR-Codizes von den Kommunikatoren und der Öffentlichkeit nicht wenigstens halb so ernst genommen, wie der Pressekodex (über den wir jetzt besser nicht diskutieren…)? Abschließend noch zwei Hinweise: Nein, die genannte Agentur ist nicht Mitglied des österreichischen PR-Verbandes (PRVA). Und ja, ich würde die beschriebenen Aktionen nicht als virales Marketing, auch nicht als Word of Mouth-Marketing (oder, Martin?), sondern als Astroturfing bezeichnen.
P.S: Falls Eclipping-Mitarbeiter die Causa hier diskutieren wollen - herzlich gern. Vielleicht habe ich da wirklich was falsch verstanden. Aber bitte schreiben Sie hier ausnahmsweise unter Ihrer wahren Identität, so wie ich es auch mache.
Nachtrag, 21.00: Hier ist weiterführender Lesestoff zum Thema Transparenz
Categories: PR-Ethik
Zigarettenindustrie: Astroturfing-Verdacht
26 Januar 2007 · 1 Comment
In dieser Woche haben wir in einer Lehrveranstaltung über PR-Ethik und speziell über Astroturfing diskutiert - also Kommunikationsstrategien, bei denen der wahre Absender verschleiert wird bzw. der Eindruck erweckt wird, eine Botschaft komme von einer Graswurzelbewegung. Hier bin ich noch Beispiele bzw. Links schuldig geblieben. Erwähnt habe ich unter anderem, dass die Zigarettenindustrie vor einigen Wochen beschuldigt wurde, YouTube zu missbrauchen, um nationale Werbeverbote zu umgehen und Jugendliche als Raucher zu gewinnen.
Wie gesagt, es ist ein Verdacht. Veröffentlicht wurde dieser im Sydney Morning Herald:
“A global authority on tobacco marketing, Professor Simon Chapman, of the School of Public Health at Sydney University, has accused tobacco manufacturers of hijacking YouTube by flooding it with videos of glamorous, smoking teens.”
Hier sind zwei dadurch ausgelöste Berichte (1 | 2) in anderen Blogs. Interessanterweise sind die dort eingebundenen Beispielvideos in beiden Fällen auf YouTube nicht mehr verfügbar.
Ich habe mich deshalb auf YouTube noch ein bisschen nach rauchenden Menschen umgesehen und dort sehr viele Clips entdeckt. Die Autoren bleiben dabei immer im Unklaren. Durchweg bin ich auf Pseudonyme gestoßen. Auffallend ist, dass ein offenbar großer Teil der Clips, beispielsweise mit rauchenden Frauen (fast 1.000 Treffer), als nicht jugendfrei gekennzeichnet sind und nur nach Anmeldung abgerufen werden können. Ob sich da wohl überzeugte Nichtraucher eingeschaltet haben und die Clips als “unangemessen” gemeldet haben?
Doch auch bei den offen verfügbaren finden sich eine Menge Videos , die erstaunlich professionell wirken, wie z.B. dieses:
Verwundert hat mich daran auch, dass hier Musik von The Police verwendet wird, die wohl kaum lizenzfrei sein dürfte. Beides spricht nicht gerade für eine Privatperson als Urheber. (Klar, auch dies ist nur ein Verdacht).
Die Kampagne gegen Astroturfing ist übrigens hier zu Hause. Ich bin ihr vor einigen Monaten beigetreten, weil ich der Meinung bin, dass gerade in der PR-Ausbildung deutlich werden muss, dass zu PR immer ein offenes Visier gehört - weshalb ich z.B. auch die neulich aufgekommene Idee gemieteter Demonstranten für völlig indiskutabel halte. Einen Link mag ich auf diesen Dienst erst gar nicht setzen…
Ach ja, wer ist eigentlich der australische Forscher, Simon Chapman, der den Verdacht äußerte? Ein Blick in seine Publikationsliste zeigt, dass er sich schon lange mit den Strategien der Zigarettenindustrie beschäftigt - unter anderem geht es dabei auch um Strategien, die Risiken von Passivrauchen zu verharmlosen, berichtete The Lancet vor etwa zwei Jahren über eine Studie von Chapman. Schon 1992 hat er die wissenschaftliche Zeitschrift “Tobacco Control Journal” auf den Weg gebracht. Und ein nahezu unendlicher Fundus mit Studien rund ums Rauchen - einschließlich Kommunikations- und Lobbystrategien der Industrie - ist die von Chapman verantwortete Tobacco Control Supersite, die sich allerdings auf Australien und Asien konzentriert.
Blogger-Ethik verzeichnen
2 Januar 2007 · 8 Comments
In der Blogbar läuft gerade eine gute Diskussion zur Frage, wie Blogger mit PR umgehen könnten. Ausgelöst durch die je nach Sichtweise - Korrumpierung oder Bemusterung - von Bloggern mit Windows Vista-Rechnern hat DonAlphonso eine Art zentrales Register vorgeschlagen:
“… wie wäre es dann mit einem Verzeichnis, in dem neutral und offen festgehalten wird, wer wofür was getan hat? Name, Blog, Zeitraum, Umfang, Einnahmen, Auftraggeber, Texte, sauber und gewissenhaft notiert und verlinkt.”
Mir gefällt dieser Vorschlag. Er könnte den Transparenz-Vorsprung, den die Blogosphäre gegenüber dem klassischen Journalismus hat, festigen. Allerdings glaube ich nicht, dass es eine wirklich gute Idee ist, dass die PR-Agentur Edelman ein solches Verzeichnis (allein) auf den Weg bringt, wie Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach in der Blogbar kommentiert. Ich würde mir hierfür eine breitere Basis wünschen. Ideal wäre eigentlich, wenn der Verband der PR-Agenturen (GPRA) und die Berufsverbände DPRG und Pressesprecherverband sowie der PR-Rat als gemeinsame Träger fungierten. So könnten deren Mitglieder gleich darauf verpflichtet werden. Aber ich gebe zu: es könnte sein, dass so etwas dauert und dauert und darüber das Ziel zerredet wird. Also wäre wohl der bessere Weg der von unten. Mehrere Blogger wären mir persönlich lieber als eine PR-Agentur.
Das Verzeichnis empfände ich nicht nur für Blogger als heilsam, sondern auch für die PR. Dann könnte man schön sehen, was andere Agenturen oder PR-Abteilungen so machen. Und vielleicht sogar würden manche unsinnige PR-Aktionen gar nicht erst entstehen. Ich denke da zum Beispiel an Freiflüge in die Alpen mit schickem Rahmenprogramm und der Bemusterung mit schnieken Gadgets ohne dass auch nur der Hauch einer Information verbreitet wird (Das Versenden von Notebooks ist da im Vergleich richtig dezent). Ach so, bei solchen Aktionen waren bisher nur Journalisten, aber keine reinen Blogger gesehen…
Sinnvoll wäre sicher auch, wenn sich Blogger gleichzeitig entweder einen individuellen Verhaltenskodex gäben oder sich auf einen einigten. strappatos Vorschlag empfinde ich da gut gelungen, könnte ich glatt unterschrieben (auch wenn ich nur ein PR-Blogger bin und sowas aus Sicht von DonA gar nicht bräuchte).
Categories: PR · PR-Ethik · Socialweb
Expertengespräch zur Zukunft der Online-PR
19 Dezember 2006 · 2 Comments
Heute mal Werbung in eigener Sache: Meine PR-Studenten bereiten gerade eine Mini-Tagung zur Zukunft der Online-PR vor. Und da heute die Website online ging und wir heute früh eine Menge Einladungen eingetütet haben, will ich auch auf diesem Weg herzlich dazu einladen. Und zwar für Donnerstag, 8. Februar 2007, in die Aula am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt (14 bis 19 Uhr). Worum geht es genau? Ich klaue mal etwas Text von der Projektsite:
“Die Entwicklung der Online-PR wird derzeit heiß diskutiert. Pressemitteilungen als Videocasts, CEO-Blogs, Corporate Podcasts, Community-Building - Ansätze wie diese werden von einigen Unternehmen längst verwirklicht. Doch für die meisten PR-Praktiker gehören sie noch nicht zum Alltag. Wie sicher ist die Zukunft dieser neuen Trends? Was bedeutet das Web 2.0 für die PR? Und welche Erfahrungen haben PR-Praktiker in der neuen Welt des Socialweb bislang gemacht?”
Mit dabei sind unter anderem Robert Basic (Basic Thinking), hier zu Lande einer der bekanntesten Blogger, Haltungsturner Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (Edelman), Vertreter von Siemens und BASF. Auf ein, zwei weitere Zusagen hoffen wir noch. Neben Einblicken in konkrete Projekte, Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen der Online-PR in Zeiten des Web 2.0 und einer Diskussion zur PR-Ethik im Socialweb werden die Studierenden auch Auszüge aus ihrem Semesterprojekt vorstellen: Sie haben mehr als ein Dutzend konkreter Beispiele für Web 2.0-Projekte in der Unternehmenskommunikation unter die Lupe genommen und Case Studies erarbeitet.
Herzliche Einladung also! Interessenten sollten sich auf der Website bitte bis spätestens 30. Januar 2007 anmelden. Die Teilnahme ist für Studierende und Live-Blogger frei, alle anderen bezahlen 30 Euro.
>> PR-Fundsachen: Weitere Infos zum Projekt “Social Software und Online-PR“
Categories: Lehre · Online-PR · PR-Ethik · Vorträge
Die INSM und das Blogdigger-Experiment
14 September 2006 · 4 Comments
“PR-Welt” habe ich vor vielen Monaten eine Blogdigger-Group genannt. Darin gesammelt habe ich einige vor allem deutschsprachige Feeds, die ich meinen PR-Studenten besonders ans Herz lege - sozusagen als Einstieg in die Welt der Blogs. Gleichzeitig sehe ich die Gruppe als kleines soziales Experiment: Ich wollte sehen, wie sich die Gruppe so entwickelt, denn im Gegensatz zu manchen anderen Aggregatoren kann dort wie in einem Wiki jeder User Feeds ergänzen oder löschen. Heute erlebte ich eine kleine Überraschung.
Monatelang hatte ich mich um die PR-Welt nicht mehr gekümmert, bis ich auf die Idee kam, einige der neueren PR-Blogs zu ergänzen und an anderer Stelle ein wenig zu entrümpeln. Getan hat sich seit meinem letzten Besuch der Gruppe vor Monaten nicht viel. Laut Bloglines haben fünf Leute den Feed abonniert, zudem habe ich die PR-Welt gelegentlich mal in einer Blogroll gesehen. Ein netter Mensch hat sinnvoll die virtual bites ergänzt. Die zweite Ergänzung aber war das (mir bislang entgangene) Blog (www.insm-tagebuch.de) der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die immer wieder durch aggressive PR und Lobbyarbeit für Diskussionen sorgt. Ich tippe sehr darauf, dass hier jemand aus dem INSM-Umfeld selbst aktiv geworden war. Dass sich diese Initiative selbst in so belanglose Mini-Projekte einzuschleichen versucht wie die PR-Welt es ist, hat mich im ersten Moment schon überrascht. Ein wenig geärgert hat mich im zweiten Moment die Plumpheit dieser Aktion, denn für die PR-Welt ist das INSM-Blog schlicht off-topic, ich habe es kurzerhand wieder rausgeworfen.
Also, liebe PR-Welt-Abonnenten, wenn Ihr Euch in letzter Zeit über komisch-unpassende Meldungen in der PR-Welt gewundert habt: großes Sorry, da habe ich nicht richtig aufgepasst. Und liebe INSM-Leute: Ich meine, solche Aktionen sind langfristig eher kontraproduktiv.
Categories: Lehre · Online-PR · PR-Ethik
Aus dem DJV ausgetreten
11 September 2006 · No Comments
Vor kurzem bin ich nach mehr als zehn Jahren Mitgliedschaft aus dem Deutschen Journalistenverband (DJV) ausgetreten. Dies erschien mir im Sinne der Berufshygiene sinnvoll - schließlich bin ich als PR-Professor kein Journalist (und brauche keinen Presseausweis).
Aufgrund der seit Monaten immer wieder laufenden Diskussionen um Grenzen und Grenzverwischungen zwischen Journalismus und PR - z.B. durch das Netzwerk Recherche, die Diskussion um den Deutschen Fachjournalistenverband im BJV-Report (leider nur als Print) oder den Rücktritt des Leiters der Henri Nannen-Schule - habe ich mich entschlossen, meinen DJV-Austritt an dieser Stelle kundzutun.
Categories: PR · PR-Ethik · Persönliches


