So, nun endlich ein erster Nachklapp zur Euroblog-Konferenz in Brüssel. Beginnen möchte ich mit einer Ergänzung zum Panel über Web 2.0-Tools in der Lehre. In diesem Rahmen habe ich meine didaktischen Experimente in unserem PR-Schwerpunkt an der Hochschule Darmstadt vorgestellt. Wichtig ist dabei, dass Social Media in der PR-Ausbildung als etwas begriffen werden, das das Kommunikationsmanagement in der Berufspraxis verändert und ggf. auch als PR-Instrument eingesetzt werden kann. Social Media sind also Lernstoff: Man muss wissen, was es damit auf sich hat und wie NGOs und Unternehmen sie tatsächlich einsetzen. Anderseits handelt es sich bei Blogs & Co. um didaktische Instrumente, wenn sie entsprechend in die Lehre integriert werden. Dabei können sie den Seminarraum und die reale Welt wunderbar vernetzen. Und schließlich können Social Media-Anwendungen Projekt- und Wissensmanagement unterstützen - in der Berufspraxis wie in der Lehre.
Wer Social Media tatsächlich in die Lehre integriert, kommt schnell zum Ansatz des Konnektivismus. Dort wird davon ausgegangen, dass Wissen in (sozialen) Netzwerken entsteht und dass man auf vielfältige Weise lernt; beispielsweise auch, wenn man einen Wiki-Artikel schreibt, im Blog diskutiert etc. Deshalb ist für mich die Vernetzung ein entscheidender Punkt - wobei Vernetzung sich nicht nur auf eine studentische Gruppe bezieht, sondern auch Vernetzung mit anderen Studenten, Alumni und Praktikern gemeint ist. Dem dienen Projekte wie die PR-Fundsachen und das PR-Wiki auch. Gleichzeitig trainieren die natürlich den Umgang mit diesen Formaten.
Einen Aspekt der Diskussion in Brüssel fand ich besonders witzig: Eine Studentin hat davon gesprochen, dass sie ihre Wünsche und Themen in eine Lehrveranstaltung einbringen möchte. In meinem Vortrag habe ich von Learner Generated Content gesprochen. Im Publikum stieß dies schnell auf Widerstand. Ein Kollege fragte, ob es nicht kindisch sei, wenn ein Dozent das macht, was die Studenten wollen. Das sehe ich anders: Denn ich bin nicht der allwissende Dozent, und ich meine, das Beste entsteht im Team. Natürlich gibt es Grundlagen, die ich auf jeden Fall vermitteln möchte/muss. Andererseits wissen Studenten nicht nur zu einigen Themen besser Bescheid als ich, sondern sie wissen oft genau, welche Wissenslücken durch meine und andere Lehrveranstaltungen noch bestehen. Dass es sich bei den Themenvorschlägen von Studenten nicht um Beliebigkeiten handelt, sondern um Ergänzungen, die in die jeweilige Lehrveranstaltung passen, habe ich bis jetzt immer erfahren - egal, ob es um Vorschläge für einzelne Workshops ging oder um die freieThemenwahl bei Referaten.
Doch darüber kann man lange weiter diskutieren. Hier erst mal mein Vortrag (genau genommen bestand mein Vortrag nur aus einem Teil der Slides; ich denke aber, dass ein paar der detaillierten Informationen ein paar Leser hier interessieren könnten):
Eindrücke zur Konferenz insgesamt folgen in einem separaten Artikel.
Irgendwie habe ich keine Lust, live oder in Pausen zur Euroblog hier zu bloggen. Das liegt am wackeligen WLAN, aber auch daran, dass Twitter Live-Eindrücke einer Konferenz irgendwie besser spiegelt.
Morgen beginnt in Brüssel die Konferenz “Euroblog 2008“, der Koffer will gepackt werden. Freue mich schon auf viele Vorträge und natürlich noch mehr auf gute Gespräche. Für alle, die nicht dabei sein können: Philippe Borremans wird hier live berichten.
Spannend ist die Konferenz, die sich mit dem Einsatz von Social Media im Kommunikationsmanagement befasst, aus meiner Sicht vor allem wegen ihrer Internationalität: In den ersten beiden Jahren stellte die Konferenz einen europäischen Austausch her, diesmal wird auch die Brücke über den Atlantik geschlagen, und es sind einige Größen aus den USA dabei, u.a. David Weinberger (Fellow Harvard Berkam Center), Tim Macmahon (NY University), Steve Rubel (Edelman) und Frank Ovaitt (Institute for Public Relations). Ein Panel wird es übrigens auch zum Thema Lehre geben. Bin schon sehr gespannt.
Da sind die Stapfen des Nikolaus noch kaum verwischt, schon wird man von der Konferenzplanung für das nächste halbe Jahr erwischt. Gleich sechs Veranstaltungen sind mir in den vergangenen Tagen unter gekommen, und für mehrere laufen nun die Calls for Paper. Wer sich also beteiligen möchte: Nur zu. Was steht im Angebot?
Euroblog (13.-15. März 2008, Brüssel): Hier geht es wie in den Vorjahren um den Austausch zwischen Forschung und PR-Praxis. Bis zum 7. Januar muss ein Abstract eingereicht werden. Im internationalen Programmkomittee ist u. a. Ansgar Zerfaß, Uni Leipzig, vertreten. Veranstaltet wird das Symposium von der European Public Relations Education and Research Association.
IAOC-Konferenz (12./13. Juni 2008, Reykjavik): IAOC steht für “The International Association of Online Communicators”, und auch hier geht es um einen Austausch zwischen Forschern und Praktikern der Online-Kommunikation. Wie lange der Call for Papers noch läuft, wurde mir jedoch nicht klar.
DGPuK-Jahrestagung (30. März - 2. April 2008, Lugano): Hier trifft sich die deutschsprachige wissenschaftliche Community der Publizistik und Kommunikationsforschung. Bis 1. März können noch Papers für offene Panels eingereicht werden, der reguläre Call ist seit einer Weile abgeschlossen.
European Communication Summit (24./25. April 2008, Brüssel): Der Gegenpol zur DGPuK, denn dort treffen sich PR-Praktiker aus Europa.
EduCamp (18.-20. April 2008, Ilmenau): Keine klassische Konferenz, sondern ein Barcamp, und zwar v.a. zur Frage, wie neue Web-Formate in die Lehre integriert werden können. Wird u.a. von Steffen Büffel organisiert und steht im Geiste der LdL-Idee (Lernen durch Lehren).
PolitCamp (30./31. Mai 2008, Graz): Heinz Wittenbrink organisiert dieses BarCamp, das die politische (Online-)Kommunikation zum Thema hat.
Tja, eine hübsche Auswahl - und ich fürchte, die muss ich innerhalb dieses Angebots treffen. Zeit- und Reisebudget werden Abstriche erfordern. Und ich verspreche: Ich werde meine Besuche am wenigsten von den Tagungsorten abhängig machen
Erstaunt hat mich übrigens, wie oft das Lernen mit bzw. die Lehre über Web 2.0-Tools thematisiert wird. Mal sehen, vielleicht klinke ich mich hier ein bisschen ein.
Viele Veranstaltungen zum neuen Netz zur Zeit. Eine ist die von O’Reilly und CMP organisierte Web 2.0 Expo, die von 5. bis 8. November 2007 in Berlin stattfindet. Nicole Simon war so nett, auch mir Gutscheine für Eintrittskarten schicken. Doch so mitten im Semester kann die leider nicht nutzen. Deshalb darf ich die beiden Tickets für das komplette Event nun verschenken (kosten regulär je 1.100 Euro).
Hm, wie machen wir das? Also: Wer eine der Karten möchte, schreibt mir eine Mail (thomas.pleil at gmail.com). Der erste und der fünfte Interessent bekommen von mir den Zugangscode. Dann werden nicht nur die bevorzugt, die ständig online sind. Im Gegenzug würde ich mich über einen kleinen Konferenzbericht freuen, damit ich einen Eindruck von der Veranstaltung bekomme (entweder im eigenen Blog oder als Gastbeitrag im textdepot).
Per Update in diesem Post erfahrt Ihr, wenn die Karten weg sind.
Update: Jetzt bin ich doch verblüfft: Innerhalb einer halben Stunde haben sich zehn Interessenten gemeldet. Den Gewinnern Werner Trotter und Dominik herzlichen Glückwunsch und viel Spaß! An die anderen: Sorry, dass es nicht geklappt hat und danke, dass Ihr mitgemacht habt. (So lernt man ein paar Leser kennen :-))
Und wieder gibt es eine kleine Tagung am Dieburger Campus. Diesmal nicht zu PR, sondern zu Online-Journalismus: “Journalismus im Netz: Junge Zielgruppen” heißt die Veranstaltung, die am Mittwoch, den 11. Juli 2007, ab 11 Uhr stattfinden wird. Organisiert wird dieser zweite Dieburger OJ-Tag von den Studenten des zweiten Semesters des Studiengangs Online-Journalismus gemeinsam mit meinem Kollegen Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer, der nebenan schreibt:
“Es ist uns gelungen, eine Reihe wirklich hochkarätiger Experten aus Theorie und Praxis zu gewinnen, die mit uns auf zwei Podien über online-journalistische Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene diskutieren werden. In der Mittagspause gibt es außerdem Gelegenheit, sich auf Postern die aktuellen Diplomprojekte des Studiengangs Online-Journalismus präsentieren zu lassen.”
Besonders freue ich mich darauf, endlich mal Loan Brossmer zu treffen, nachdem sich unsere Wege in den letzten 14 Jahren indirekt immer wieder geschnitten haben.
Pointierter als Martin Oetting es heute in unserer Diskussion auf dem Fundraising-Kongress ausgedrückt hat, geht es kaum: “Spender sind kein Zahlvieh!” Eigentlich drehte sich die von Jochen Voß moderierte Diskussion um Web 2.0. Doch wir alle im Raum kamen gemeinsam schnell zu dem Punkt, dass das Etikett Web 2.0 gar nicht so wichtig ist. Aber dass sich die Öffentlichkeit wandelt. Und dass das neue Denkweisen erfordert. Dass Spender nicht nur mündige Bürger sind, sondern nun auch die Instrumente haben, das öffentlich zu tun, was mündige Bürger eben tun: Recherchieren (zumindest googlen) - zum Beispiel nach Meinungen anderer -, selbst nachfragen, Erwartungen formulieren, aber auch Kritik äußern. Zum Beispiel in ihrem Blog. Aber dass sie auch reine Plakatkampagnen wie die der Kindernothilfe im Netz kritisch diskutieren.
Für viele Nonprofit-Organisationen (und ihre Fundraiser und ihre PR-Leute) bedeutet dies, dass sie gewaltig umdenken müssen. Wie auch Unternehmen müssen sie lernen, dass Top-Down-Kommunikation und One-Voice-Policy nicht mehr funktionieren. Und dass Spender eben nicht außerhalb der Organisation stehen, sondern dass sie durch ihre Geld- (oder Sach- oder Zeit-)Spende sich zum Teil einer NGO oder Initiative machen. Das heißt nicht, dass man jeden Spender in jeder Frage mitreden lassen muss (wobei das Mitreden lassen auch sinnvoll sein kann), aber dass sie z.B. in den Verlauf eines Projektes einbezogen werden sollten.
Hat man das akzeptiert, hat man als Nonprofit-Organisation viel mehr Möglichkeiten als ein kommerzielles Unternehmen. Denn Spender und Ehrenamtliche sind eben nicht einfach Empfänger von Informationen, sondern zu ihnen pflegt man Beziehungen - und im Idealfall gelingt es, sie für die Sache der Organisation auch als Multiplikatoren zu gewinnen - ganz im Sinne des Word of Mouth-Marketings, das offline wie online funktionieren kann. Ich habe da bei Unicef ein gutes Beispiel gefunden. Die Organisation hat eine Kampagne “Du und ich gegen AIDS” gestartet. Das Besondere an der Online-Kommunikation: Auf der Kampagnen-Site gibt es eine Unterseite, die sich an Blogger wendet: Sie werden gebeten, die wichtigsten Forderungen einer Unicef-Petition in ihren Blogs zu diskutieren, auf die Kampagne aufmerksam zu machen und ihre Leser bitten, die Petition online zu unterzeichnen. Ich habe etwa 80 Blogs gezählt, die sich bislang beteiligt haben (Unicef hat diese vorbildlich aufgelistet und ihnen einen Back-Link spendiert). Den meisten Unternehmen wäre ein solches Anliegen vermutlich um die Ohren geflogen, hätte es sich um ein kommerzielles Produkt gehandelt. Eine NGO findet für eine solche Aktion dagegen leichter Unterstützer.
Noch weiter geht eine Idee des Community Buildings, das wir auch intensiv diskutiert haben. So kann eine NGO natürlich in bestehende Communities wie MySpace gehen und dieses nutzen. Peta ist da sehr aktiv, berichtete Florian Radke. Aber sie könnte auch eine eigene Community bauen, in der sich z.B. Cyper-Aktivisten (und reale) organisieren, ihre Interessensprofile ablegen etc. Nebenbei: Da die Pflege von Spenderdatenbanken für NGOs einen riesigen Aufwand bedeutet, wäre die Pflege der Profile durch die Community (z.B. “nein, ich möchte nie angerufen werden”, “ja, ich kann mir vorstellen für ein Tierschutzthema auch mal auf die Straße zu gehen”) eine große Arbeitserleichterung. Irgendwie wäre eine Mischung aus XING/openBC und MySpace vielleicht ganz attraktiv.
Aller schöner Ideen zum Trotz: Zunächst muss eine NGO ihrer Community natürlich etwas bieten. Zum Beispiel ein Weblog zur Reise des Geschäftsführers ins eigene Projekt in Afrika oder Video-Interviews mit Menschen in Projekten oder oder oder.
Die Diskussion hat mir großen Spaß gemacht, und die Gedanken, über die ich hier berichtet habe, sind im Raum entstanden - in einem tollen Wechselspiel zwischen uns Diskutanten (mit dabei auch Rosella Alicandro von der Welthungerhilfe) und den Kongressbesuchern, von denen sich einige sehr intensiv mit diesen Fragen beschäftigt hatten.
An den Programmen regelmäßig stattfindender Tagungen kann man schön die Themenkarrieren verfolgen: So auch beim Fundraising-Kongress, der morgen in Fulda beginnt und zu dem ich mich gleich auf den Weg mache. Ich bin schon ein bisschen erstaunt, wie hoch dort Web 2.0-Anwendungen gehängt werden. Im vergangenen Jahr bin ich mir meinen zwei Vorträgen zu Social Software noch ein bisschen wie ein Außenseiter im Programm vorgekommen.
Das hat sich geändert, und vieles, das nun geplant ist, klingt spannend. Ein paar Beispiele: Prof. Markus Vinzent von der Uni in Birmingham (Gründer von academici.net), berichtet über Hochschul-Fundraising, zu dem er die verschiedensten Social Networks nutzt. Prof. Miriam Meckel aus St. Gallen hat sich die Schlagworte Partizipation, Vernetzung und Transparenz vorgenommen, und Martin Oetting steht gleich mehrfach im Programm und berichtet über virales Marketing, Mundpropaganda in Blogs. Einen Überblick zu Web 2.0 gibt Jochen Voß. Mit den beiden soll ich am Donnerstag über Web 2.0 diskutieren. Morgen biete ich ein, hm ja, Experiment an: Wer Lust hat und in das Thema praktisch einsteigen möchte, kann mit mir einen Tag lang verschiedene Web 2.0-Anwendungen ausprobieren. Dabei möchte ich vor allem zeigen, dass es einige Angebote gibt, die einem PR-Menschen oder Fundraiser die tägliche Arbeit erleichtern, aber mit den Teilnehmern z.B. auch konzeptionelle Ansätze entwickeln, wie sie Web 2.0-Formate in der Kommunikation ihrer NGO einsetzen könnten. Oder klären, warum das für sie vielleicht gar nicht sinnvoll ist.
Aber das sind zwei Vorschläge von mir, mal sehen, welche Bedürfnisse die Teilnehmer haben - so ein Workshop ist ja interaktiv. Ich habe das Ganze übrigens in einem Wiki vorbereitet, so dass nebenbei (hoffentlich) schnell deutlich wird, welchen Nutzen und welche Grenzen dieses Format hat. Wie das Ganze dann funktioniert hat, werde ich demnächst hier berichten.
Jetzt freue ich mich erst mal auf Fulda und viele interessante Diskussionen.
Gerade eben erreicht mich die Nachricht, dass die Konferenz “Web 2.0 - Neues Businessmodell“, die für 18./19. April geplant war, abgesagt wird. Hinter der Veranstaltung steht das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) sowie in Partnerschaft der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Grund für die Absage: Zu wenige Anmeldungen. Geplant war ein (vermutlich zu) bunter Themenstrauß zu Web 2.0, der u.a. technische Aspekte (Ajax, Security, Semantik), eCommerce, Marketing und Kommunikation oder Teamarbeit umfasste. Mein Kollege Lorenz Lorenz-Meyer und ich hatten vor, über “Netzpiloten 2.0 und virtuelle Marken” zu diskutieren (eigentlich wollten wir das Ende klassischer Markenstrategien proklamieren und uns in Co-Moderation üben, aber dazu gibt es bestimmt andere Gelegenheiten…).
Da ich gestern nach meinen beiden Vorlesungen an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) aufdringlich genug auf dieses Blog hingewiesen habe, will ich nun auch die PR-Studenten der BAW, die sich hierher verirren, begrüßen. Hoffe, Sie haben sich halbwegs erholt von der Doppelpackung aus Nonprofit-PR und Web 2.0, die wir im Galopp andiskutiert haben.
Ich habe die Diskussion in München als sehr spannend empfunden - besonders die Frage, ob die Kommunikation in Weblogs zu einer weiteren Anonymisierung in der Gesellschaft beiträgt. Eine Studentin meinte, die Blogkommunikation gehe auf Kosten von Face2face- Kommunikation und von Beziehungen im realen Leben. Ich weiß nicht, ob meine Gegenposition überzeugt hat. Aber ich denke, dass wir hier im Blog die Möglichkeit haben, weiter zu diskutieren. Das ist aus meiner Sicht schon ein Gegenargument zur zitierten Befürchtung: Wir können die (schwache) persönliche Beziehung, die wir an einem Nachmittag aufgebaut haben, hier weiter entwickeln - was wir ohne Blogs mit großer Wahrscheinlichkeit nicht täten, da ich die meisten von Ihnen vermutlich in absehbarer Zeit nicht mehr treffen werde. Das Schöne daran ist für mich, dass ein Blog(-beitrag) ein Angebot zur Kommunikation ist, das man annehmen kann oder nicht. Neuere Forschungsergebnisse zeigen übrigens, dass etwa 85 Prozent der Blogleser dieses Angebot nicht annimmt, sondern lieber passiv (also in der Rolle des Lesers) bleibt. Für mich ist das absolut ok - entscheidend ist das Angebot zur Kommunikation, denn irgendwann kommt vielleicht der Punkt, an dem ich als Leser doch beteiligen möchte. Dies gilt mich genauso für Business Blogs - insofern ist ein Business Blog zunächst auch ein Signal für eine bestimmte Haltung gegenüber meinen Zielgruppen.
Und bemerkenswert ist für mich auch, dass ich bisher (nahezu) jeden, der hier ab und zu vorbeischaut und kommentiert, irgendwann schließlich im wirklichen Leben kennengelernt habe. Insofern halte ich es hier mit jenen Soziologen, die das Netz als Möglichkeit sehen, reale Beziehungen zu erweitern und zu vertiefen - auch wenn diese oft ihren Ursprung im virtuellen Raum haben. Oder mit Barry Wellman ausgedrückt: Das Internet hilft, Sozialkapital auszubauen. (Lesestoff dazu auch hier)
Gut gefallen haben mir auch die vier Wege, ein Blog bekannt zu machen, die wir erarbeitet haben:
Content, content, content
Linken
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Und das Wichtigste: Sich über die Bekanntheit seines Blogs nicht zu viele Gedanken machen, sondern vor allem Punkt 1 berücksichtigen und einfach abwarten.
Abschließend noch der Link zum erwähnten Euroblog-Vortrag mit weiteren Case Studies zu Unternehmen im Web 2.0.
Back from Euroblog 2007 Conference there are quite a lot of impressions which may have influence on my work within the next months. Here I’d like to share some of them and several links to interesting posts on the conference and the study.
For all who had not the possibility to stay at Ghent or to read the results (pdf) of the Euroblog 2007 survey, Philippe Borremans did an interview with the three researchers to get a first impression on the findings and the challenges for PR now.
On the one hand one like me working on Social Media and PR could be lucky with results like these. Since they mean that our students of Online-PR look into a bright future (hey, keep on bloggin’, folks!). On the other hand some of the results seem quite surprising. For me it’s remarkable that one in two of the answering PR professionals says he/she uses RSS and only 7% admits to never reading weblogs. Quite surprising to me too: 20% claim to use professional services to do blog monitoring. Concerning these (and the other results of the study) we should remember that it is not representative and there are more of 40% of the respondents working in the fields of consulting or IT as Swaran Sandhu pointed out during his presentation. Another two factors may influence the results: The social desireableness (people tend to answer what they think they are expected to answer) and the snowball system which was used to recruit participants. However (and to avoid misunderstandings): The Euroblog Survey is a great project of research giving a lot of important insights and it’s one of the few independent ones.
The whitepaper on the business value of blogging (pdf) published by Lewis PR should be seen in contrast to that. Of course, the agency likes to prove their knowledge and this is ablolutely ok. I take it as a good sign for the PR industry that more and more agencies rely on PR theory and participate in the basic discussion. On the conference the agency presented a four step guide to corporate blogging. This is a very interesting approach we will have to discuss upon within the next time. During the conference there has been some discussion on the outsourcing of corporate blogging. IMHO this is only possible with blogs on a project basis (e.g. during a fair) but not with an enduring corporate blog.
The third important topic of the conference to me was Secondlife. I liked Neville Hobson’s keynote on this very much. He pointed out that the media landscape is changing very fast today and a company collecting some experiences within SL or similar communities may have an advantage. But at the same time Neville doesn’t hype SL - even since he has his office there
Finally I like to provide a link to the presentation Daniel Koempel and I held on the conference. We gave an impression on the qualitative research my students and I did in the last semester: We had a look at projects and strategies of 15 companies in Germany using the Social Web in PR. On the conference we presented some results concerning BASF, BMW, Ikea and Siemens.
It was a very enjoyable conference - thanks a lot for the invitation to Ansgar, Philip and Swaran and thanks to the PR students in Ghent organizing the event. They did a great job!
Update: Martin Oetting did some Liveblogging (in German): here, here, here, and here.
Morgen geht’s mit dem Zug nach Gent zur Euroblog 2007, auf die ich mich schon sehr freue. Denn Philip Young (Sunderland) Ansgar Zerfass (Leipzig) und Swaran Sandhu (Luzern) haben mit dieser Konferenz ein spannendes Tagungsformat geschaffen, das eine Brücke zwischen Forschung und praktischer Anwendung von Social Software in der PR schlägt.
Zu den Themen der Konferenz (Programm, pdf) gehören natürlich detailliertere Auswertungen der Euroblog-Befragung (erste Ergebnisse als pdf); Ansgar Zerfaß wird aus eher theoretischer Sicht die aktuellen Herausforderungen an das Kommunikationsmanagement umreißen. Martin Oetting verbindet Theorie und Praxis von Word of Mouth-Kommunikation, und Philip Young wird die veränderte PR theoretisch umreißen. Hinzu kommen zahlreiche weitere Vorträge, unter anderem mit Berichten aus Italien, Litauen oder Belgien. Zusammen mit dem PR-Studenten Daniel Kömpel werde ich vier Fallstudien aus unserem letzten Semesterprojekt vorstellen, die zeigen sollen, wie die ausgewählten Unternehmen sich dem Socialweb annähern. Bewusst haben wir dazu große Unternehmen ausgesucht (BASF, BMW, IKEA, Siemens), da sich kleinere mit dem Socialweb erfahrungsgemäß leichter tun.
Besonders gespannt bin ich auf Neville Hobsons Keynote, die Anforderungen an das Kommunikationsmanagement in virtuellen Welten zum Thema haben wird. Ich vermute, der Mitgründer von Crayon wird auch manches zu SL und PR zu sagen haben.
Heute endlich ist es soweit: Vor drei Monaten haben sieben meiner Studies mit der Vorbereitung der Expertenrunde “Zukunft Online-PR” begonnen - heute nachmittag steigt die Sache. Finde, sie haben ein spannendes Programm gestrickt und freue mich auf spannende Diskussionen und nette Gespräche am Rande. Auch von meiner Seite schon jetzt herzlichen Dank an die Referenten. Wir freuen uns, dass sie und viele PR-Praktiker und Studierende (wir haben mehr als 150 Anmeldungen) uns in Dieburg besuchen.
Wer sich für die Veranstaltung interessiert, aber nicht kommen kann: Live gebloggt wird hier von meinen Studies, hier von Oliver Gassner und dort von Frank Hamm. Und wenn alles klappt, gibt es später auch Videomitschnitte.
Heute mal Werbung in eigener Sache: Meine PR-Studenten bereiten gerade eine Mini-Tagung zur Zukunft der Online-PR vor. Und da heute die Website online ging und wir heute früh eine Menge Einladungen eingetütet haben, will ich auch auf diesem Weg herzlich dazu einladen. Und zwar für Donnerstag, 8. Februar 2007, in die Aula am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt (14 bis 19 Uhr). Worum geht es genau? Ich klaue mal etwas Text von der Projektsite:
“Die Entwicklung der Online-PR wird derzeit heiß diskutiert. Pressemitteilungen als Videocasts, CEO-Blogs, Corporate Podcasts, Community-Building - Ansätze wie diese werden von einigen Unternehmen längst verwirklicht. Doch für die meisten PR-Praktiker gehören sie noch nicht zum Alltag. Wie sicher ist die Zukunft dieser neuen Trends? Was bedeutet das Web 2.0 für die PR? Und welche Erfahrungen haben PR-Praktiker in der neuen Welt des Socialweb bislang gemacht?”
Mit dabei sind unter anderem Robert Basic (Basic Thinking), hier zu Lande einer der bekanntesten Blogger, Haltungsturner Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (Edelman), Vertreter von Siemens und BASF. Auf ein, zwei weitere Zusagen hoffen wir noch. Neben Einblicken in konkrete Projekte, Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen der Online-PR in Zeiten des Web 2.0 und einer Diskussion zur PR-Ethik im Socialweb werden die Studierenden auch Auszüge aus ihrem Semesterprojekt vorstellen: Sie haben mehr als ein Dutzend konkreter Beispiele für Web 2.0-Projekte in der Unternehmenskommunikation unter die Lupe genommen und Case Studies erarbeitet.
Herzliche Einladung also! Interessenten sollten sich auf der Website bitte bis spätestens 30. Januar 2007 anmelden. Die Teilnahme ist für Studierende und Live-Blogger frei, alle anderen bezahlen 30 Euro.
Seit ein paar Tagen schon liegt der Band zur ZKM-Tagung “Weblogs, Podcasting und Videojournalismus” auf meinem Tisch, nun wird es hohe Zeit, ihn hier kurz vorstellen. Zu der Tagung hatte das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) vor gut einem Jahr eine muntere Mischung aus Journalisten, Bloggern und Wissenschaftlern eingeladen. Und wie manchem noch in Erinnerung sein dürfte, prallten hier zeitweise Welten aufeinander. Ein kleiner Funke, der sich durch diesen Aufprall entwickelt hat, sind die Hard bloggin’ Scientists. Nun sind also all die aufeinander Geprallten auf Papier vereint. Die meisten haben bei der Verschriftlichung ihrer Vorträge nochmal geschliffen, zum Teil auch zugespitzt. Wer die Artikel des Themenforums Weblogs liest, spürt die Kollision. Mehr dazu gibt’s bei Jan Schmidt.
Deutlich weniger konflikträchtig - besser: ziemlich entspannt - waren dagegen die Panels zu Podcasting und Videojournalismus. In meinem Artikel zu Podcasting (einem von dreien zum Thema) habe ich versucht, dieses Format als Chancen-Medium darzustellen, das es erlaubt, inhaltlich beliebige Nischen zu besetzen. Das kennen wir natürlich auch von Weblogs, doch im Gegensatz zu diesen sehe ich Podcasts in einem weiten Spannungsfeld zwischen “offenem Kanal reloaded” und schlichtem Vertriebskanal für bereits Produziertes - böse gesagt: Audio-Recyling. Das aber übrigens bei Usern ziemlich beliebt ist. Das heißt, es gibt offenbar eine konkrete Nachfrage nach Radio on Demand. Innerhalb dieser Spanne bewegen sich vielfältige Ansätze, zu denen auch die Unternehmenskommunikation oder eLearning gehören. Und natürlich bedeutet Podcasting ein Senden mit Gedächtnis - im Gegensatz zum klassischen Radiobeitrag, der sich rasch versendet.
Diemand, Vanessa/Mangold, Michael/Weibel, Peter (2006): Weblogs, Podcasting und Videojournalismus. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potentialen. Hannover: Heise (Telepolis), 18 Euro.
Wie angekündigt, habe ich gestern auf dem hessen-it Kongress einen Vortrag zu den Chancen und Risiken von Web 2.0 für Unternehmen gehalten. Mit dem Hochladen von Vorträgen dieser Art bin ich normalerweise eher zurückhaltend, weil sich meist das Wichtigste und vor allem die Zwischentöne vor Ort ergeben. Folien allein laufen oft Gefahr, einen Ausschnitt als komplettes Bild zu verkaufen. Aber da ich so nett gefragt wurde und auch mal SlideShare ausprobieren wollte, ist nun also mein Vortrag nebenan zu sehen (leider erlaubt WordPress.com bisher noch keine direkte Integration).
Und wie war’s? Zum Kongress insgesamt selbst kann ich wenig sagen - aber ich habe sehr nette Kontakte aufgefrischt und ein paar neue geknüpft. Und wieder einmal habe ich aus kurzen Gesprächen nach meinem Vortrag herausgehört, dass viele KMU sich sehr für die neuen Entwicklungen im Netz interessieren, aber bei vielen eine große Schwellenangst vorhanden ist. Besonders meine Anmerkung, dass das Socialweb Transparenz fördert und die Grenzen zwischen interner und externer Kommunikation weiter bröckeln lässt, bereitet vielen Sorge. Gern möchte ich hier Mut machen: Wer nichts zu verbergen hat (z.B. Fehlverhalten, Führungsstil, Produktqualität), muss sich auch nicht sehr fürchten. Und darin, dass Mitarbeiter wissen, dass manche Betriebsgeheimnisse auch ihren Arbeitsplatz sichern und nicht öffentlich werden sollten, habe ich recht großes Vertrauen.
... ist eine private Website von Thomas Pleil. Ich sammle hier Versatzstücke zu den Themen, die mich (beruflich) am meisten beschäftigen: Public Relations, Medien und ab und zu ein bisschen Marketing. Und wer mag, erfährt auf den Seiten oben ein wenig mehr über meine Arbeit.