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ZEIT im Guttenplag-Wiki

Kleine Randnotiz: Von der Inszenierung des Karl-Theodor zu Guttenberg in der aktuellen ZEIT mag man halten, was man möchte. Ganz nett fand ich aber die Entdeckung, dass die Marketing-Leute des Verlags ganz fit sind: Sie haben ein schönes Werbebanner im Guttenplag-Wiki geschaltet. Wenn das keine zielgruppengenaue Werbung ist…

Zielgruppengenaue Werbung

Müde Hunde und das Nudisten-Camp

bearwagEs gibt sie ja immer noch, diese Webseiten mit dem strahlenden Glanz der Neunziger. Regenbögen, Grafik- Buttons, sensationelle Hintergründe wie Flaggen, Bretterwände oder oder lila Vorhänge. Frames nicht zu vergessen und animierte Grafiken. Ach jaaah. Ein nettes Beispiel ist diese hier links. Sie stammt vom “Bär ohne Hose” . Ok, es ist die Site eines Nudisten-Campingplatzes. Schnell weiter zu einem anderen Beispiel. Vielleicht zu Taxi-Kemal? Hui, dieser tolle Taxi-Hintergrund. Seltsam: Kemal bietet Personentransporte und eine mobile Anwaltskanzlei? Na, egal, das nächste Beispiel ist nicht weit entfernt. Lars Hogesund etwa. Er bietet Hunde-Tarot, Exorzismus und diese so wunderschöne Regenbogenschrift. Ja, ja, damals mussten Webseiten so aussehen. Spätestens jetzt fragt sich vielleicht jemand, was dieser Trash hier soll. Ganz einfach: Der Trash hat System.

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Die genannten Websites sind keine Überbleibsel des Ur-Webs, sondern sie sind frisch produziert. Allerdings: Es handelt sich um Fake-Seiten. Und zwar des ZDF, wie ein Klick auf’s immer gleiche Impressum zeigt.  Des Rätsels Lösung: Die Seiten sind Teil einer Kampagne – und wie man sich nun langsam denken kann, geht es um Hape Kerkeling, genauer um seinen Film “Ein Mann ein Fjord”. Eine Menge Videos auf YouTube gibt es auch. Unter anderem wurde auch Horst Schlämmer dazu aktiviert:

Kann mir halbwegs vorstellen, welchen Spaß die ZDFler hatten, sich an eine solche virale Kampagne zu machen. Ob das Ganze funktioniert, ist aber noch eine andere Frage. Ich finde, sie hat schon ihren Reiz.

PS: Canicalm macht Hunde müde, Uschi Blum ist mein Favorit und kommt wieder als Sklavin der Liebe, und der Sichelputzer hat das Ganze längst entdeckt. English for Inclimbers aber noch nicht. Noch ein Tipp: Immer schön anmelden oder bestellen…

(via Mail)

[Nachtrag, 15.1.: Gerade erst gesehen: bei Off the record ist die Kampagne ausführlich besprochen]

Trust Barometer 2008: Vertrauensselige Jugend und Kommunikation in Happen

Gestern hat die PR-Agentur Edelman Ergebnisse ihrer jährlichen Studie “Trust Barometer” vorgestellt. Mit einigem Blog-Buzz weltweit. Aber bisher noch kein deutsches Posting (bin ich wirklich Erster?). Wenn ich mir die Informationspolitik der Agentur anschaue, verstehe ich die Zurückhaltung. Aber dazu später. Erst ein paar Ergebnisse: Jüngere Befragte vertrauen Institutionen (also auch Unternehmen) eher als ältere, und das Vertrauen in NGOs ist in Europa nach wie vor größer als in Unternehmen.

Traditionell werden für die Studie so genannte Meinungsbildner in 18 Ländern befragt. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie sich das Vertrauen in Institutionen verändert. Bereits in der 2007er Studie hatte sich gezeigt, dass “a person like me” – also Peers – das höchste Vertrauen genießen. Hieraus lässt sich eine hohe Bedeutung von Word of Mouth-Kommunikation ableiten. In der aktuellen Befragung wurde nun ermittelt, dass 85 Prozent der Befragten sowohl positive Erfahrungen mit Unternehmen wie auch negative weitergeben und diskutieren. Die Bereitschaft, als Multiplikator zu wirken, scheint also da zu sein (fragt sich nur, zu welchen Themen und unter welchen Bedingungen).

Übrigens bringt die Befragung keine guten Nachrichten für Werber: Nur 20 Prozent der Befragten vertrauen Werbung. Wobei man wahrscheinlich einschränken müsste, dass das Selbstaussagen der Befragten sind. Ob das mit der tatsächlichen emotionalen Wirkung guter Werbung übereinstimmt, ist damit noch nicht gesagt.

Etwas erstaunt hat mich die Kommunikationspolitik von Edelman, die mir doch häppchenhaft vorkommt: So wurden gestern wohl nur erste Ergebnisse vorgestellt. Gefunden habe ich eine Presseinfo und zwei Microsites (hier und dort), die offenbar von unterschiedlichen Landesgesellschaften verantwortet werden (ich bin dennoch verwirrt). Sogar einen eigenen YouTube-Kanal gibt es. Und auch Twitter wird als Kommunikationskanal genutzt (hier und da), und ja: gebloggt wird auch. Doch trotz all dieser Kommunikationskanäle: Where is the beef? Oder konkreter: Wo ist sind die sonst immer öffentlichen Präsentationen bzw. wo ist der Download der Studie? Beim dritten Hinschauen entdecke ich den kleinen Hinweis:

“The full report will be available on February 11, 2008.”

Ich verstehe diese Strategie nicht. Haben die Journalisten, die die Pressekonferenz besucht haben, die Studie auch nicht erhalten? Und kann ich in der Welt der Onlinekommunikation alle Kanäle öffnen, aber darin nur den Teaser liefern? Gut, wer sich eine dreiviertel Stunde Zeit nimmt, kann über die YouTube-Videos sicher noch ein paar interessante Details zur Studie erfahren. Aber sorry, diese Zeit habe ich nicht. Und auch keine Lust, erst darauf zu warten, bis in zwei Wochen alles zur Verfügung steht.

Nachtrag: Vielleicht bin ich ein bisschen tappig heute. Beim dritten Aufrufen der UK-Microsite entdecke ich, dass das Aufmacherbild mit einer pdf verlinkt ist, in der eine Zusammenfassung der Ergebnisse steckt. Usability?

Facebook mit Journalismus (und PR?) füttern

Schon drollig: Während hier zu Lande noch viele Verlage Angst vor aggregierten Nachrichten à la Google News zu haben scheinen, versuchen international einige Online-Medien ihre Inhalte aktiv im Netz zu verbreiten. Buttons für Social Bookmarking gehören da schon lange zum guten Ton. Einige Redaktionen setzen auch auf die Social Community Facebook. So ermöglichen mehrere schwedische Verlage, dass ihre Leser Nachrichten in ihr Facebook-Profil übernehmen können (via Media Culpa). Konkret landet dort dann die Überschrift, ein Teaser sowie ein Kommentar des Users. Ziel ist natürlich, Traffic auf den News-Websites zu generieren.

Dieses Ziel hat auch die New York Times, verfolgt aber einen anderen, eher unterhaltenden Ansatz: Sie hat eine News-Quiz-Applikation für Facebook geschaffen, mit der die Nutzer ihr aktuelles Wissen testen können (via OJR).

Sowohl für Redaktionen wie für Blogger oder Unternehmen interessant könnte der Ansatz von RSS2Facebook sein, dessen Gründer Adam Cooke den Service auf OJR vorstellt. Die Applikation ermöglicht es, via RSS bereit gestellte Inhalte in Facebook-Profile zu übernehmen. Dies können natürlich journalistische Inhalte sein oder Blog-Posts, aber beispielsweise auch Job-Angebote oder – vielleicht einmal – Social Media News Releases.

Die grundsätzliche Idee hinter solchen Bemühungen ist immer die selbe: Wer einen Inhalt auf seinem Profil veröffentlicht, erreicht damit sein persönliches Netzwerk. Hier treffen also ähnliche Interessen und die Glaubwürdigkeit eines Mitglieds aufeinander. Word of Mouth-Kommunikation in Reinform also. Nicht ganz so stark ausgeprägt ist diese Idee dagegen beim Ansatz des Facebook-Flyers, den PR-Blogger Klaus Eck ausprobiert: Dies ist eher mit einer Anzeige vergleichbar und wird auf einer Profilseite oder in einem Netzwerk veröffentlicht, kann aber trotzdem ein interessanter Baustein im Online-Marketing sein, wie auch bei Charlene Li diskutiert wird.

e-trinity: Problem beseitigt?

Der Inhaber der Firma e-trinity, die in den letzten Tagen aufgrund von Spam-Vorwürfen ins Visier vieler Blogger geraten war, hat mir soeben versichert, einen wichtigen Kritikpunkt an seiner Software Blog Blaster auszuräumen: Demnach sollen in der Software nun keine Weblogs mehr erscheinen, deren Betreiber der “Werbeschaltung” nicht ausdrücklich zugestimmt haben.

Ich bin kein Software-Experte, habe aber den Eindruck, dass diese Lösung akzeptabel sein müsste. Seit meinem Fax an die Firma e-trinity gestern habe ich mehrere Mailwechsel mit ihrem Inhaber gehabt und den Eindruck gewonnen, dass ihm nach dem Blogsturm der vergangenen Tage sehr daran liegt, das Problem zu lösen und aus der Spam-Ecke herauszukommen. Ich neige dazu, die Sache damit auf sich beruhen zu lassen.

Für alle, die sich für das Thema näher interessieren, dokumentiere ich hier die wichtigsten Passagen unserer heutigen Mail-Kommunikation:

TP, 11:44 Uhr: “Ich habe Ihre Stellungnahme in meinem Blog veröffentlicht und kommentiert, da mit Ihrer Antwort aus meiner Sicht noch viele Fragen offen bleiben. Bitte beachten Sie, dass ich einen Eintrag meines Blogs in Ihrer Software nicht akzeptiere. Außerdem bitte ich Sie, mir offenzulegen, wie Sie bisher verhindert haben, dass Weblogs, die in Ihrer Software ohne Zustimmung zu Werbung gelistet sind, auch tatsächlich keine Werbung erhalten. “

e-trinity, 11:52 Uhr: “es wird bei jeder Seite überprüft ob uns die Erlaubnis des Besitzers vorliegt. Dies wird auch noch etwas deutlicher in einer neuen Version der Software die ich vor 2 Tagen veröffentlich habe. Ich denke es wird ebenfalls das beste sein die Google Suche ganz aus der Software zu entfernen da diese wirklich den Eindruck einer Spam-Software hinterlassen. Somit wären dann auch nur noch die tatsächlich verwendeten Seiten in der Software zu sehen was viele Blogger beruhigen sollte. Zudem habe ich durch die Diskussionen in den letzten Tagen festgestellt, dass egal wie ich erkläre dass die Software kein Spam verschickt – dennoch bei vielen Bloggern der Eindruck entsteht aufgrund meiner doch recht auf Marketing ausgelegten Webseite. Das Produkt war für den US Markt gedacht – dort gibt es auch keine Probleme mit Bloggern etc. Dennoch ist hier die Emotionalereaktion der Blogger sehr groß und negativ – so dass ich überlege das Programm einzustellen. Es bringt momentan mehr Ärger als Profit – den ich wirklich niemals damit erzeugen wollte.”

TP, 12:52 Uhr: “Tatsächlich erweckt die Software großes Misstrauen, wie Sie auch an meiner Reaktion gemerkt haben. Dieses hat sich durch das Zitat von Mario Sixtus aus der Bedienungsanleitung des Programms nochmal vergrößert. Ich nehme also Ihre Antwort als Zusage, mein Blog bzw. Blogs, die nicht in das Programm hineingehören (= Google Suchergebnisse ohne Zustimmung zu Werbung), aus der Software zu entfernen. (…)”

e-trinity, 13:06 Uhr: “… gerne entferne ich die Google Ergebnisse aus der Software – dies scheint mir sinnvoll. Ich werde es noch heute ändern und die neue Version auf den Server hochladen. Sie haben hiermit meine Zusage. Ich werde Sie dann noch einmal anschreiben, sobald ich dies getan habe.
Falls möglich können Sie versuchen die Community darüber zu informieren – Ich hoffe wirklich durch diesen Schritt die Gemüter zu besänftigen und ein wenig dazu beizutragen, dass meine Software als Spam Programm dargestellt wird.”

e-trinity, 13:50 Uhr: “Ich habe nun die Google suche aus meiner Software entfernt und es werden nun nur ein paar meiner eigenen Blogs in dei Software geladen – diese Ergebnisse stammen von meinem Server etrinity.com.
Die neue Version habe ich auf den Server hochgeladen.”

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