Einträge mit dem TagJournalismus
So, an diesem grauen Montag gibt es von mir drei Hinweise: Im PR-Blogger steht ein Interview, das Thomas Euler mit mir in einer Kaffeepause während der Konferenz “Lobbying und PR” gemacht hat. Es geht vor allem um die Rolle von PR in Unternehmen (natürlich sehe ich eine himmelblaue Zukunft), meine Skepsis gegenüber Dingen wie Behavioral Targeting in Social Networks und Transparenz zum Thema Lobbying, wie sie z.B. durch Watchblogs befördert werden kann. Der Textkürzung zum Opfer fiel meine Idee, Seiten wie Abgeordentenwatch oder Lobby Control in die politische Bildung an Schulen einzubeziehen, um zu vermeiden, dass die dort veröffentlichten Informationen Herrschaftswissen weniger intensiver Netzuser bleiben.
Und sonst? Flo ärgert sich darüber, dass aus seiner Sicht PR mal wieder pauschal gebasht wird und betont, dass es schlechte PR gibt, aber dass dem nicht immer so ist. Genauso wie beim Journalismus. Und das schwierige Verhältnis zwischen Journalismus und PR zeigt er an einem tollen Beispiel für Anzeigenerpressung durch einen Verlag auf.
A propos: Die journalistische Qualität beginnt ja unter anderem bei der Recherche. Deshalb empfehle ich die Tipps aus dem Upload-Magazin zur Online-Recherche. Der Artikel wendet sich zwar an Blogger, aber auch mancher Student (oder Journalist) dürfte darin ein paar Nützlichkeiten finden. Dazu ein kleiner ergänzender Tipp: Will man auf einen in einem anderen Blog veröffentlichten Artikel eingehen, sollte man schauen, ob und wie dieser von anderen diskutiert wird. Da die Trackbacks nicht immer angezeigt werden, nutze ich dazu ein kleines Javascript von technorati (”Technorati This“), das ich mir in die Symbolleiste des Firefox gezogen habe und das mit einem Knopfdruck zeigt, wer den Beitrag schon verlinkt hat (so gut technorati das eben macht).
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Getaggt: Interview, Journalismus, Koppelgeschäft, PR, Qualität, Recherche, technorati
5.11., fünf vor elf: Mit fünf Minuten Arbeitsunterbrechung sollen heute Journalisten an ihre ermordeten, inhaftierten und gefolterten Kolleginnen und Kollegen erinnern. “Aufstehen für den Journalismus” lautet das Motto der von der Deutschen Journalistinnen und Journalisten Union (dju) ausgerufenen Aktion. Zum Hintergrund schreibt heute.de:
“Mehr als 200 Journalisten, redaktionelle Mitarbeiter und Online-Dissidenten wurden seit Jahresbeginn wegen ihrer unbequemen Recherchen, Berichte und Kommentare inhaftiert. (…) Mit der Aktion werden die Regierungen in aller Welt aufgefordert, Journalisten und ihre Assistenten aktiv zu schützen, ohne in die freie Berichterstattung einzugreifen. Sie sollen - so die Organisatoren - zugleich Straftaten gegen Journalisten und Medienmitarbeiter konsequent verfolgen und die Täter dingfest machen.”
Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, auch an das Elend des Journalismus hier zu Lande bzw. vor unserer Tür zu erinnern:
- Elend 1: Vorratsdatenspeicherung als Einschränkung der Pressefreiheit. Hiergegen hat am Wochenende zum Beispiel der Ingolstädter Donaukurier mit einer geschwärzten Titelseite ein sichtbares Zeichen gesetzt.
- Elend 2: “Renditegeile Verleger” (taz), die unter anderem ihre Lokalredaktion verkaufen (z.B. in Münster, Koblenz, an der Ruhr, in Bremen) und laut taz-Bericht - im extremsten Fall - durch eine PR-Agentur ersetzen (in Delmenhorst). In diese Reihe können auch gleich die Verleger gestellt werden, die meinen, mit dem Auspressen ihrer freien Mitarbeiter langfristig gut fahren zu können (und das sind bei weitem nicht nur kleine Regionalblätter!)
- Elend 3: Journalismus, der sich gemein macht, beispielsweise mit politischen Kampagnen. Aktuelles Beispiel: Italienische Nachrichtenagenturen, die in einem Land, in dem die Sippenhaft wieder zu gelten scheint, plötzlich über kleine Ladendiebstähle landesweit berichten, wenn nur die Täter eine bestimmte Herkunft haben, wie die taz berichtet.
Die Liste ließe sich sicher erweitern, spiegelt aber die Themen wider, die mir allein bei meiner montagmorgendlichen Zeitungs- und Online-Lektüre begegnet sind.
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Categories: Medien · Politik
Getaggt: Journalismus, Pressefreiheit, Rendite, Vorratsdatenspeicherung