Einträge mit dem TagNGO
Seit wenigen Tagen können auch deutsche NGOs Google Earth und Google Maps für ihr Campaigning nutzen. Den Anfang in Deutschland macht Greenpeace, die vergangene Woche in Hamburg gemeinsam mit Google das so genannte Google Earth Outreach-Programm vorstellten. Nonprofits können dabei Kartenmaterial mit eigenen Informationen (z.B. Texten, Bildern, Audio, Videos) anreichern. Innerhalb von Google Earth sind die Layer der Nonprofits unter der Rubrik “Globales Denken” (”Global Awareness”) recht prominent platziert.
Während Greenpeace oder UNEP anhand von Beispielen den Klimawandel und Umweltzerstörung aufzeigen, nutzen andere Organisationen Google Earth, um über ihre Projekte in aller Welt zu berichten. Der Sierra Club wiederum geht davon aus, dass seine Visualisierungen von Alaska geholfen haben, weitere Ölbohrungen in ökologisch empfindlichen Regionen zu verhindern. Eine der bekanntesten Nonprofit-Anwendungen in Google Earth dürfte die Visualisierung der Darfur-Krise sein.
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Irgendwie klingt das logisch: Da draußen gibt es so viele Menschen, die ihre große Liebe suchen. Aber auch viele, die jemanden suchen, mit dem sie etwas bewegen können. Man muss ja nicht gleich Tibet befreien. Obwohl? Greenpeace in der Schweiz bringt nun beide Wünsche zusammen und hat LovePeace geschaffen - “die erste Partner- und Community-Plattform für eine rundum bessere Welt” (laut Eigenwerbung).
Eine mutige Idee: Weltverbesserin trifft Weltverbesserer zwecks Besserleben und/oder Besserlieben. Im O-Ton:
“Mit der Partner- und Community-Plattform lovepeace.ch will Greenpeace Menschen zusammenbringen, die eine ähnliche Lebenseinstellung verbindet – die Liebe zur Natur, ein bewusster Umgang mit Mensch und Umwelt und – nicht zuletzt – Spass am Leben. Greenpeace möchte den Besuchern und Mitgliedern von lovepeace.ch die Möglichkeit geben, selber aktiv zu werden und sich für den Schutz der Umwelt im Grossen wie im persönlichen Umfeld einzusetzen.”
Ein wenig klingt das Ganze für mich nach einer weiteren Lohas-Plattform, allerdings einer, die im Gegensatz zu manchen anderen nicht Produkte in den Mittelpunkt stellt, sondern die Freizeit. Und klar: Das Social Network ist eine PR-Maßnahme von Greenpeace. Ziel ist nicht nur schöner Kuscheln zwischen den Mitgliedern und eine aktive Freizeit. Im Idealfall wird diese auch genutzt, um Ziele der NGO zu unterstützten. Und schließlich will Greenpeace mit der Plattform auch Mitglieder gewinnen. Das funktioniert so: Registrierte Nutzer können kostenlos ein Profil anlegen. Wer aber mit anderen direkten Kontakt aufnehmen möchte, bezahlt dafür im Monate 5 Franken - und hat damit gleichzeitig die Mitgliedsgebühr für Greenpeace bezahlt. Wer schon Mitglied ist, darf gleich alles ohne weitere Kosten nutzen. Die Idee ist also, die Mitgliedschaft bei Greenpeace attraktiver zu machen.
Noch steht die Plattform vollkommen am Anfang, nur wenige Gruppen und Mitglieder sind zu sehen. Vom Konzept her ist LovePeace aber ein spannendes Special Interest Social Network, das wie neulich beschrieben eine spezielle soziale Rolle seiner User unterstützt. Entsprechend treten die Mitglieder der Community pseudonym auf. Ob so wiederum das Dating gut funktioniert, muss sich zeigen - ebenso wie die grundsätzliche Akzeptanz des Ganzen.
(via del.icio.us, thx)
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medico international ist eine der NGOs, die nicht nur in Krisengebieten still ihre Arbeit macht, sondern mit klaren politischen Forderungen an die Öffentlichkeit tritt - sei es für ein Verbot von Minen, für die Entschuldung Südafrikas oder für den Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten. Seit kurzem gibt es von der Organisation das Jerusalem-Blog, das von Tsafrir Cohen, dem neuen medico-Repräsentanten in Israel und Palästina, gestartet wurde.
Das Ziel beschreibt Tsafrir Cohen so:
“In diesem Blog möchte ich Ihnen von unserer Arbeit und der Situation vor Ort berichten. Abseits aller vorgeblichen Kulturkämpfe soll ein direkter Blick auf diese komplexen und zugleich “fragmentierten” Gesellschaften ermöglicht werden, der Ihnen auch Möglichkeiten für solidarisches Handeln aufzeigen kann. Darüber hinaus soll der Blog dazu beitragen, auch in Deutschland eine Diskussion anzuregen, die sich - um die historischen Verantwortlichkeiten wissend - erneut und wiederholt mit den gesellschaftspolitischen Tatsachen vor Ort beschäftigt.”
Zwar handelt es sich beim Jerusalem-Blog eher um eine Online-Kolumne denn um ein Blog (es gibt keine Kommentare, keine Vernetzung, keine Permalinks, keinen Feed etc.), lesenswert sind die dort erschienenen ersten Beiträge jedoch allemal. An Beispielen aus dem Alltag will Cohen zeigen, welche “Diskrepanz zwischen der medialen Friedensrhetorik und der unmittelbaren Alltagssituation” besteht. Einblicke und Einschätzungen, die sonst den Weg in die Medien nur selten finden (Ausnahme: ein taz-Artikel von Cohen).
Damit könnte das Jerusalem-Blog ein wertvolles PR-Instrument für die NGO werden: Einerseits kann es als direkter, authentischer Kommunikationskanal jenseits der Mainstream-Medien angenommen werden, andererseits könnte er zur Quelle für Journalisten und Politiker werden. Zumindest in begrenztem Rahmen kann ein solches Projekt Einfluss auf die politische Debatte hier zu Lande nehmen und medico international hierin klar positionieren. Vielleicht spendieren die Online-Werker der Organisation dem Projekt ja noch ein paar Features, die das “Blog” wirklich zum Blog machen und die Vernetzung und Diskussion zum Thema ermöglichen. Bisher bleibt das Ganze trotz lesenswerter Texte jedenfalls hinter den Möglichkeiten des Kommunikationsinstrumentes zurück. Der Anfang ist aber gemacht.
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