Als ich vor einigen Wochen ein inzwischen längst laufendes Seminar zu Online-PR vorbereitet habe, sind mir zwei große Entwicklungslinien aufgefallen, die nach meinem Eindruck gerade im Netz eine besondere Rolle spielen: Informationsströme und -Pakete. Was verstehe ich darunter? Ich versuche beides anhand meiner eigenen Wahrnehmung, also sehr subjektiv, darzustellen. (Vorsicht, das wird ein längerer und nicht tagesaktueller Post.)
Mit den Tags ‘Online-Reputation’ versehene Einträge
Ströme und Pakete – ein Essay
6 November 2008 · 9 Kommentare
Kategorien: Socialweb
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Twitter-Lehrstunde
10 Oktober 2008 · 12 Kommentare
Schon lustig, welche Dynamiken im Netz manchmal entstehen. Und wenn es um Twitter geht, scheint manches noch viel schneller und wuchtiger abzulaufen. Wie angedeutet, haben wir – also die PR-Studenten unseres Studiengangs Online-Journalismus und ich – gestern einen Workshop zu Internet- Tools gemacht. Eines von vielen Themen: Twitter. Für alle spannend, für manche im ersten Moment fast erschreckend. Denn: Schon der erste Tweet kann für ziemliche Aufmerksamkeit sorgen – und beispielsweise Thema eines Blogbeitrags werden.
Was war geschehen?
Bereits im letzten Semester hatten wir vereinbart, dass in diesem Semester alle Studenten auch Erfahrungen mit Twitter sammeln sollten. Bis gestern vor dem Workshop hatte denn auch gut die Hälfte einen Account (nun fehlen wohl nur noch einer oder zwei). Im Workshop haben wir uns dann nochmal genauer angeschaut, wie die Kommunikation in Twitter funktioniert, welche Befehle es gibt, was Folliower oder Hashtags sind, welche Clients und Tools zu empfehlen sind. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich im gleichen Atemzug von Rollen im Internet gesprochen habe, davon, dass man ein Recht auf Pseudonymität bzw. Anonymität hat und sich z.B. in Twitter unter Pseudonym ein eher privates Netz und zusätzlich unter seinem Namen ein Netz aufbauen kann, dass der öffentlichen Online-Reputation dient bzw. diese eben nicht schädigt. Und dass man seinen Twitter-Strom auch innerhalb einer Gruppe belassen kann.
Wie ich solche Dinge erzähle und auch von Fake-Accounts bekannter Personen oder Marken, haben die Studenten natürlich angefangen, das alles mal auszuprobieren. So war’s ja auch gedacht. Einige haben den ersten Tweet ihres Lebens geschrieben.
Und dann sind wir angefüllt mit Infos in die Mittagspause gegangen.
Genau in dieser Zeit hat sich unser Tun wellenartig weiter bewegt: PR-Blogger Klaus Eck, dessen Twitterstrom ein paar Studenten nahezu gleichzeitig abonniert hatten, hat sich verwundert die Augen gerieben, wo denn plötzlich all die neuen Follower her stammen – und hat einen Blog-Post daraus gemacht. Der wiederum wurde innerhalb weniger Minuten ein paar Mal kommentiert, an ein paar Ecken wurde dazu auch in Twitter diskutiert.
Zurück von der Mittagspause war das für ein paar Studenten doch ein kleiner Schreck, andere waren auf Anhieb begeistert. Klaus hat ein wunderbares Lehr- und Selbsterfahrungsstück zum Thema Live-Kommunikation gegeben.
Kleiner Einschub: Inhaltlich hat er der Sache eine Zuspitzung gegeben, die möglicherweise missverstanden wird: Ausgangspunkt ist nicht unbedingt, ein bestimmtes Tool. Aber: Ich halte es für zwingend notwendig, Mechanismen der Online-Kommunikation zu kennen, nicht nur aus der Theorie heraus, sondern aus der eigenen Erfahrung, schließlich handelt es sichin unserem Fall um einen Studienschwerpunkt Online-PR. Das bedeutet aus meiner Sicht, dass die Studenten nicht nur wissen sollten, was z.B. eine Website ausmacht, was eine Microsite oder einen Newsletter. Sondern sie sollten u.a. Erfahrungen haben mit kollaborativem Arbeiten (etwa am Beispiel von Wikis), mit Personal Web Publishing (z.B. Blogs, Podcasts), Social Networks (z.B. Xing, Facebook etc.) oder Aggregation und Livekommunikation (z.B. Social Bookmarks, FriendFeed, Twitter/Mcroblogging). Ich meine, dass man für den speziellen Job, für den sich unsere Studenten qualifizieren wollen, v.a. die kommunikativen Mechanismen im Internet kennen sollte. Im Lauf des Semesters werden wir dann anschauen, was NGOs und Unternehmen damit machen, machen könnten oder besser nicht sollten (sofern man das so einfach sagen kann). Ich würde aber aus meiner engen Perspektive niemals behaupten, dass man zur Qualifikation für andere Berufe Twitter oder andere Tools bzw. Formate nutzen muss. Das sollen jeweils die Fachleute für diese Berufe einschätzen.
Und was können wir noch erreichen? Neben dem Verständnis der Kommunikationsgegenwart dient das Ganze natürlich dem persönlichen Reputationsmanagement der Studenten. Deshalb haben wir uns auch dafür entschieden, nicht eine geschlossene Gruppe zu starten, und wir haben uns als Ziel gesetzt, dass jeder versuchen soll, sich mit ein paar Leuten außerhalb des Kurses zu vernetzen. Watch out: Einige haben schon offensiv damit begonnen
Übrigens hat mein Kollege Heinz Wittenbrink von der FH Joanneum in Graz heute mit seinen Studenten was ganz ähnliches gemacht – ich konnte in den letzten Stunden viele neue Follower aus Graz begrüßen. Und weil wir in Graz und Darmstadt teilweise recht ähnlich ticken, werden wir Dozenten und Studenten in diesem Semester noch ein bisschen weiter vernetzen…
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Kategorien: Lehre
Mit Tag(s) versehen: Online-PR, Online-Reputation, PR-Ausbildung, twitter
Das Ding mit den Tools und der Reputation
5 Juni 2008 · 8 Kommentare
Online-Reputation und Online-Tools hängen ja eng miteinander zusammen. Anfang dieser Woche hat sich in einem meiner Seminare eine sehr spannende Diskussion zu beiden Themen entwickelt: Zunächst haben zwei Studenten Twitter und Friendfeed vorgestellt und deren (mögliche) Bedeutung für die PR. Zwei gute Diskussionsfäden haben sich hieraus entwickelt. Und heute – zufälliges Zusammentreffen – wurden genau diese Themen online diskutiert.
Im ersten Distkussionsstrang ging es um die Frage, ob man sich denn wirklich mit jedem Tool beschäftigen muss. Leicht genervt meinte eine Studentin, sie habe gar keine Lust und Zeit, sich jetzt auch noch mit Twitter zu beschäftigen. Ich glaube, sie wollte in Wirklichkeit etwas provozieren. Aber ähnliche Statements höre ich sehr häufig – eigentlich vor allem von Praktikern. Aus meiner Sicht spiegeln solche Statements eine falsche Einstellung wider. Sowohl PR-Leute wie auch Journalisten können es sich nicht erlauben, zu bestimmen, worauf sie Lust haben oder nicht. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wir müssen dorthin, wo unsere Leser bzw. relevante Öffentlichkeiten sind. Und wenn die in Blogs diskutieren oder twittern, kann ich mich schlecht ausschließen, wenn ich einen guten Job machen möchte. Nicht umsonst hat es sich die BBC zur Politik gemacht, an relevanten Netzwerken teilzunehmen. Neben kommunikativen Fähigkeiten setzt eine solche Strategie natürlich auch eine gewisse technische Kompetenz voraus. Über diesen Aspekt und allgemein über Online-Reputationsmanagement für Unternehmen und Wissenschaftler habe ich mich gerade auch in einem Interview mit Klaus Eck unterhalten. Wichtige Ergänzung: Man muss nicht alles mitmachen (wobei in manchen Situationen auch schon das Mitmachen um seiner selbst Willen eine Strategie sein kann – z.B. um etwas zu lernen oder um News zu generieren).
Der zweite Diskussionsfaden im Seminar drehte sich um die Frage, wie Studenten Online-Tools bzw. Blogs zum Aufbau eigener Reputation einsetzen können. Diese Überlegung war für mich vor drei Jahren ein Anlass (ok, es gab auch noch andere Gründe), das Gemeinschaftsblog PR-Fundsachen zu schaffen. Die Studenten, die sich für den einjährigen PR-Schwerpunkt entscheiden, haben den Job, dieses zu füttern. Nicht alle sind glücklich damit, aber der Anteil derer, die das als Chance sehen, eigene Reputation aufzubauen, wächst nach meiner Wahrnehmung von Jahr zu Jahr. Dennoch tun sich viele Studenten schwer mit der Themenfindung – was oft auch für eigene Blogprojekte gilt. Ihr Problem: Sie sind eben keine Profis und fühlen sich gegenüber anderen (PR-)Bloggern unterlegen. Doch ich finde, man muss ja nicht in jedem PR-Blog die neuesten Gimmicks und Kampagnen diskutieren. Man könnte ja auch mal Interviews machen, Storytelling betreiben und von den Semesterprojekten schreiben, ein Buch oder einen Fachbegriff vorstellen und so fort. Sehr gute Anregungen zum Karrierebloggen hat heute auch Klaus Eck gegeben, wobei ich hier besonders empfehle, die Diskussion dort zu verfolgen. Gerade der Hinweis, dass Reputationsmanagement und Identitätsmanagement zusammen gehören, ist sehr wichtig.
Ach ja, noch ein ganz anderer Tipp: Man muss nicht bloggen, sondern kann z.B. auch ein Event organisieren, und das dann in eine Bewerbung schreiben. (Angeregt hiervon entsteht gerade eine leise Diskussion, mal wieder eine Veranstaltung zu Online-PR an unserem Campus zu organisieren….)
In diesem Zusammenhang vielleicht interessant (im Textdepot):
Kategorien: Lehre · PR-Beruf · Persönliches
Mit Tag(s) versehen: Online-Reputation, Reputationsmanagement

