Tag-Archiv | Tagung

#onkomm13: Wissenschaftliche Konferenz und Barcamp

Logo mit Flame (weiß) WebIch muss mal wieder einen Terminhinweis loswerden:  Am 1. und 2. November 2013 gibt’s in Wolfsburg eine Doppelveranstaltung zu Onlinekommunikation, die #onkomm13. Doppelveranstaltung bedeutet: Ein Teil ist wissenschaftliche Tagung, ein Teil ist Barcamp. Letzteres hat das Ziel, Wissenschaftler und PR-Praktiker zusammenzubringen. Die Anmeldung läuft.

Um den Hintergrund von #onkomm13 zu erklären, muss ich ein wenig ausholen: Gestartet ist das Ganze mit der Entscheidung der Fachgruppe PR und Organisationskommunikation in der DGPuK (Dt. Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft), ihre Jahrestagung dem Thema Onlinekommunikation zu widmen. Olaf Hofjann, Professur für Medien und Marketing an der Ostfalia Hochschule, und ich hatten zugesagt, die Tagungsleitung zu übernehmen (die Organisation läuft dankenswerterweise an der Ostfalia). Uns war klar, dass gerade das Thema Onlinekommunikation Wissenschaftler und Praktiker interessieren dürfte. Nur: PR-Praktiker fühlen sich mit dem Format der wissenschaftlichen Tagung oft nicht sehr wohl. Auf der anderen Seite, so haben Diskussionen mit den Kollegen in der Fachgruppe gezeigt, ist für Wissenschaftler der Diskurs mit den Kollegen sehr wichtig – eine Veränderung des klassischen Tagungsformats kam also nicht in Frage.

So entstand die Idee zweier Formate: Wir haben im Vergleich zu den Vorjahren den wissenschaftlichen Part etwas gekürzt, um Raum zu schaffen für ein BarCamp. Das muss kein Riesenevent werden, sondern soll gute Diskussionen fördern – zwischen Praktikern und Wissenschaftlern. Die Idee: Man kann über Forschungsideen diskutieren, über Work in Progress, Ausbildungsfragen – was auch immer. In jedem Fall hoffen wir, dass durch die Konstellation der Teilnehmenden spannende Gespräche entstehen. Zwei Dinge freuen mich in diesem Zusammenhang besonders: Erstens, dass mit Daniel Rehn einer unserer Absolventen und ein erfahrener BarCamper mit im Orga-Boot sitzt; zweitens, dass sich bereits einige Kollegen aus der Wissenschaft angemeldet haben. Für fast alle von ihnen dürfte dies das erste BarCamp sein. Dass sich hierauf wahrscheinlich nicht alle Kollegen einlassen werden, haben wir erwartet.

Umgekehrt hoffen wir jetzt natürlich auch, dass sich einige Praktiker für dieses Experiment begeistern lassen und sich – damit wir planen können - hier anmelden und vielleicht auch schon einen Sessionvorschlag machen. Die Teilnahme am BarCamp ist natürlich kostenfrei. Wer möchte, kann auch gern an der wissenschaftlichen Tagung teilnehmen. Möglich ist auch, am Freitagabend zu beginnen und am Samstag Vormittag vor dem BarCamp die wissenschaftlichen Panels mitzunehmen. Dank einer großzügigen Förderung durch die Autouni Wolfsburg und Volkswagen ist die Tagungsgebühr relativ gering.

Vorgestellt werden auf der wissenschaftlichen Tagung Studien und theoretische Überlegungen zu vielen spannenden Fragen der Onlinekommunikation: beispielsweise zu Erwartungen von Nutzern an Unternehmenskommunikation im Social Web, zu Strategien der Onlinekommunikation, zur Frage des Dialogs im Web oder zu Plattformen wie Facebook, Pinterest etc. Das gesamte Programm der wissenschaftlichen Tagung steht hier. Und wer uns folgen möchte: Ab und zu werden wir zur #onkomm13 auch twittern.

Update (16.9.): Wem ein halbtägiges Barcamp zu kurz ist, kann sehr gern am Freitagabend schon zur Abendveranstaltung (Abendessen der Teilnehmer) kommen und dann am Samstag an der Konferenz teilnehmen. Hierfür wird lediglich ein Unkostenaufwand von 20 Euro für die Verpflegung berechnet.

Call: Soziale Medien und öffentliche Institutionen

Welche Rolle spielen soziale Medien in Bezug auf Partizipation und Kommunikation öffentlicher Einrichtungen? Eigentlich sollte man meinen, eine große. Schließlich sind öffentliche Einrichtungen – vom Ministerium bis zur Stadtbücherei – unsere Einrichtungen, also Institutionen der Gemeinschaft. Und in einer demokratischen Gesellschaft sollte eine offene, dialog- und partizipationsorientierte Kommunikation ja selbstverständlich sein. Ist das so? Welche Erfahrungen gibt es? Wo sind Schwierigkeiten? Auf einer wissenschaftlichen Konferenz an der Uni Leipzig wird dies am 20. und 21. Juni 2013 diskutiert. Bis 12. Mai können Abstracts eingereicht werden.

Abgesehen davon, dass ich das Thema als dringend und hochspannend empfinde, gefällt mir, dass die Veranstaltung interdisziplinär organisiert wird, und zwar von den Professoren Astrid Lorenz (Politikwissenschaft), Gert Pickel (Soziologie) und Ansgar Zerfaß (Kommunikationsmanagement) und dem SKLK Sächsisches Kompetenzzentrum für Landes- und Kommunalpolitik e.V. Tipp vor allem für den wissenschaftlichen Nachwuchs, der typischerweise Konferenzen aus der eigenen Tasche bezahlen muss: Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei, für Referenten werden die Reisekosten übernommen.

Wie steht's um den Einsatz des Social Web bei öffentlichen Einrichtungen?

Wie steht’s um den Einsatz des Social Web bei öffentlichen Einrichtungen?

Alle Daten in Kürze:
„Soziale Medien und öffentliche Institutionen. Nutzung von Facebook, Twitter und Co. für Kommunikation und Partizipation“
20.bis 21.Juni2013 an der Universität Leipzig

Call for Papers:
Download CfP (pdf)
Erwünscht ist ein 1-2 seitiges Abstract des geplanten Vortrags, das bis zum 12. Mai 2013 per E-Mail an die folgende Adresse zu senden ist: Prof. Dr. Gert Pickel (Universität Leipzig) pickel@rz.uni-leipzig.de

Social Media und Ernährungswirtschaft

Im Moment findet an der Uni Göttingen die zweitägige Konferenz “Die Ernährungswirtschaft im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit” statt. Die Veranstaltung will den Blick vor allem auf Social Media als neue Herausforderung der PR lenken und wird vom Lehrstuhl für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte organisiert. Leider konnte ich gestern nur einige Ausschnitte der Tagung mitnehmen, aber es waren einige spannende Aspekte dabei.

Unabhängig vom speziellen Branchenfokus der Tagung interessant ist der Vortrag von Jan Schmidt, der zu Vertrauen und Online-Kommunikation referierte und damit einige Aspektes eines gerade laufenden DFG-Projektes, das sich mit Vertrauen in medizinische Informationen beschäftigt, aufgriff. Gerade die Unterscheidung von Vertrauen auf technischer Ebene, in Personen sowie in Informationen scheint mir sehr hilfreich. Relativ nahtlos an die Frage des Vertrauens in Personen im Internet schließt sich aus meiner Sicht das Konzept der digitalen Reputation an.

Hier ist Jans Vortrag, den er auf Slideshare zur Verfügung gestellt hat:

Spannend an der Ernährungsbranche in Bezug auf die Online-Kommunikation ist aus meiner Sicht vor allem, dass diese Branche sich der Onlinewelt aus einer ganz anderen Richtung annähert als viele andere: So ist sie traditionell eng mit der Politik verbunden und versteht Lobbying als eines ihrer wichtigen Instrumente, um Interessen durchzusetzen, wie Veranstalter Prof. Dr. Achim Spiller mehrfach betonte. Andere Branchen dagegen sind gewohnt, sich erst öffentlich positionieren zu müssen; traditionell geschah dies oft besonders durch Pressearbeit. Allerdings, so der Tenor einiger Diskussionen und Vorträge, funktioniert das bisherige Lobbying-Modell der Ernährungsbranche nicht mehr so gut wie früher, und das Bild der Branche in der Öffentlichkeit werde zunehmend bedeutsam. Ein Umstand, den zwar die Markenartikler schon lange erkannt haben, viele Bereiche wie die Landwirtschaft jedoch erst langsam erkennen. Auch Prof. Dr. Reinhard Pfriem (Uni Oldenburg) argumentierte, die Branche müsse deutlich besser mit der Öffentlichkeit kommunizieren. Er sieht hierzu drei Themen als besonders kritisch und die Agenda aus PR-Sicht bestimmend an: Die Gesundheit, den Umgang mit Tieren und den Klimaschutz – also Themen, die schon lange in der öffentlichen Debatte sind, an denen sich nach seiner Einschätzung jedoch z.B. die Fleischwirtschaft bisher kaum beteilige.

Immer wieder thematisiert wurde natürlich auch die Frage der Relevanz von Social Media: auch einige junge Forscher halten nach wie vor die klassischen Massenmedien und dabei vor allem die überregionalen Tageszeitungen – für die entscheidend, um öffentliche Meinung herzustellen. Ein Ausgangspunkt, dem nicht alle Tagungsteilnehmer zustimmten. Es wäre sicher spannend, genauer zu erforschen, wie sich dies zu bestimmten Themen darstellt: Es erscheint mir durchaus eine plausible These, dass z.B. sinnvoll ist, zwischen politischer Öffentlichkeit und Fach- bzw. Themenöffentlichkeiten zu unterscheiden und die Gewichtungen zwischen Massenmedien und Social Media unterschiedlich ausfallen. Auch tauchte immer wieder die Angst auf, Social Media sorge für fragmentierte Öffentlichkeiten und bringe letztlich die Demokratie in Gefahr (warum dies möglicherweise grundfalsch ist, hat Christoph Neuberger vor ein paar Monaten übrigens in seinem sehr lesenswerten “Versuch über das Internet” niedergeschrieben). Dass die klassischen Massenmedien heute – und hoffentlich auch künftig – eine wichtige Rolle spielen, will ich nicht in Abrede stellen. Allerdings habe ich gelegentlich den Eindruck, dass sowohl die Wechselwirkungen zwischen Social Media und klassischen Massenmedien nicht wahrgenommen werden, und dass von einigen Social Media vor allem als Form der Selbstdarstellung (“junge Leute mit zu viel Zeit”) interpretiert werden, dabei aber übersehen wird, dass darin z.B. auch höchst anspruchsvolle Expertenkommunikation stattfinden kann und dass schließlich Social Media bzw. Akteure darin vielen Online-Nutzern helfen, ihr tägliches Informationsmenu zu finden.

Ich habe versucht, in meinem Vortrag dieses Szenario ein wenig herauszuarbeiten, also deutlich zu machen, wie letztlich das soziale Netz das Informationsmenu beeinflussen und damit helfen kann, dem Information Overload zu entgehen und wie in diesem Szenario eine PR-Strategie entwickelt werden kann. Mein leicht gekürzter Vortrag, in dem Insider vermutlich Bekanntes wieder finden, ist auch auf Slideshare:

Bereits im vergangenen Jahr hat eine Tagung zu PR und Ernährungswirtschaft stattgefunden, Infos zur Dokumentation sind hier.

Zukunft Online-PR: Die Agenda steht

Gerade noch rechtzeitig vor dem Fest ist sie nun festgezurrt, die Agenda zur Fachtagung “Zukunft Online-PR 2009“, die am 29. Januar 2009 an unserem Dieburger Campus stattfinden wird. Geplant, vermarktet und organisiert wird die Tagung im Rahmen eines Projektseminars von vier meiner Studentinnen.

Im Gegensatz zur ersten Auflage von “Zukunft Online-PR” wird es diesmal neben Vorträgen mit Diskussionen auch drei Workshops geben. Veranstaltet wird das Ganze vor allem für PR-Praktiker aus der (engeren oder weiteren) Region und Studenten, weshalb sich das Orga-Team gegen ein BarCamp entschieden hat.

Worum wird es gehen? Um Corporate Blogging bei Daimler (Uwe Knaus), die Online-Strategien von Greenpeace (Volker Gaßner), die Gatekeeper Suchmaschinen (Martin Goldmann) , Communities (Thomas Frick) und Newslettern (unsere Absolventin Michaela Hudi). Workshops gibt’s zu den Themen suchmaschinenoptimiertes Schreiben (Charly Kahle), Twitter (Olaf Kolbrück) und RSS (Heinz Wittenbrink). Den Rahmen bilden zwei eher wissenschaftliche Vorträge, und zwar von Jan Schmidt zur Öffentlichkeit im Wandel und einen Vortrag von mir zur Online-PR im Wandel.

Ich bin sehr optimistisch, dass das Ganze recht spannend werden kann. Dank der Sponsoren profilwerkstatt, Software AG und fraport sowie viel Entgegenkommen der Referenten (danke an alle!) kostet die Teilnahme nur 35 Euro; Studenten sind gratis dabei. Die Anmeldung ist bis 26. Januar 2009 hier möglich.

Wie es sich gehört, gibt es natürlich schon im Vorfeld einige Kommunikation zum Event, beispielsweise auf Twitter, eine Gruppe in Xing oder einen (Friend)Feed.

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Erster Tag des Wissenschaftsjournalismus – jetzt anmelden!

Heute gibt es hier mal Werbung in (fast) eigener Sache: Gemeinsam mit meiner Kollegin Annette Leßmöllmann bereiten die Zweitsemester in unserem Studiengang Wissenschaftsjournalismus eine kleine Tagung vor: Am 2. Juli 2008 findet der erste Tag des Wissenschaftsjournalismus an unserem Dieburger Campus (bei Darmstadt) statt. Und worum geht’s? In meinem Worten: Um Wissenschafts-Blogs, Podcasts & Co. Die Anmeldung ist ab sofort möglich, und zwar einem eigenen kleinen Social Network, für den WJ-Tag. Bin gespannt, wie gut dieser Feldversuch zur Anmeldung funktioniert.

Genau genommen gibt es beim WJ-Tag 2008 zwei größere Sessions:

“Bloggen aus dem Elfenbeinturm”: Sind Blogs die Zukunft der Wissenschaftskommunikation? Oder bauen sich Blogger ihren eigenen Elfenbeinturm? Marc Scholeske (Wissenswerkstatt und Wissenschafts-Café) wird auf Fragen wie diese mit Sicherheit gute Antworten haben. Und vielleicht nähern wir uns den Wissenschaftsschaftsblogs auch in der Diskussion mit Ernst Peter Fischer (Die andere Bildung), Carsten Könneker (scilogs) und Beatrice Lugger (ScienceBlogs) erkenntnisreich.

Zweites Thema: “Podcasts sind tot! Es lebe der Podcast.” Gerrit van Aaken, der – in Blogs viel diskutiert – das ursprüngliche Podcasting zu Grabe getragen hat, wird zur (möglichen) Rolle von Podcasting für den Wissenschaftsjournalismus vortragen – mit anschließender Vertiefung in einer Podiumsdiskusion.

Der Anlass für die Tagung ist übrigens besonders erfreulich: Im Juli verabschieden wir die ersten Absolventen des Studiengangs Wissenschaftsjournalismus, in dem wir naturwissenschaftliche Kenntnisse mit journalistischem Know-how zusammenzubringen suchen. Damit ein wenig greifbarer wird, was im Studiengang gemacht wird, werden die ersten Absolventen die Themen ihrer Abschlussarbeiten vorstellen.

Ergänzend zur Website gibt es zur Veranstaltung auch ein kleines Konferenz-Blog. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Studierende kostenlos, externe Gäste bezahlen 20 Euro.

Ich würde mich sehr freuen, auch einige Textdepot-Leser auf unserem Campus zu treffen. Ach ja: Ich versuche mich mal in Moderation 2.0 und freue mich auf Anregungen für die Diskussion rund um Wissenschaftsblogs. Die sammle ich auf meiner Ning-Seite hier.

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