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Wissensmanagement: Social Bookmarks abonnieren

10 April 2008 · 3 Kommentare

Ein Leser fragt in einem Kommentar, wie er meine (oder andere) Social Bookmarks abonnieren könne. Damit meine Antwort später mal leichter gefunden werden kann, ziehe ich das Thema aus den Kommentaren in einen eigenen Post: Grundsätzlich kann man die öffentlich abgelegten Social Bookmarks eines jeden Nutzers solcher Archive (z.B. del.icio.us, Mister Wong, Furl, BibSonomy) via RSS abonnieren. Daneben kann man Schlagworte/Tags abonnieren, aber auch Gruppen bzw. Netzwerke mit anderen Usern bilden.

Zunächst zum Abonnieren der Bookmarks eines Users: Hierzu findet sich auf der jeweiligen Seite eines Nutzers ein RSS-Button. Je nachdem, welchen Feedreader man nutzt, klickt man einfach auf den Button oder kopiert mit Hilfe der rechten Maustaste die URL des Feeds manuell in den Reader. del.icio.us-Feed sehen grundsätzlich so aus: http://del.icio.us/rss/Username, in meinem Fall z.B. also http://del.icio.us/rss/ThomasPleil. Ähnlich ist’s bei Mister Wong, hier heißt der Feed zu meinem Archiv: http://www.mister-wong.de/rss/user/ThomasPleil

Die nächste Möglichkeit ist, ein Schlagwort/einen Tag zu abonnieren. Interessieren Sie sich also z.B. für Bookmarks, die mit dem Begriff „online-pr“ getaggt sind, produzieren die Social Bookmarking-Dienste auch hierzu nützliche RSS-Feeds. Bei del.icio.us funktioniert das nach dem Muster: http://del.icio.us/rss/tag/Name, also in unserem Fall http://del.icio.us/rss/tag/online-pr, bei Mister Wong heißt der vergleichbare Feed http://www.mister-wong.de/rss/tags/online-pr. Am einfachsten ist, man macht einmal in den Archiven eine Tag-Suche, dann sieht man, was bereits abgelegt ist. Hinzu kommende Bookmarks abonniert man am besten.

Und schließlich kann man sich noch zu Gruppen bzw. Netzwerken zusammenschließen. Während Mister Wong das Konzept verfolgt, dass mehrere User Bookmarks in ein gemeinsames Archiv legen können (ja, hierzu gibt es dann wiederum auch einen Feed), können sich bei del.icio.us Nutzer in Netzwerken zusammentun. Der Unterschied: Bei Mister Wong muss ich User erst in eine Gruppe einladen. Bei jedem neuen Bookmark entscheiden die dann, ob dieser auch ins Gruppenarchiv soll. Bei del.icio.us dagegen kann ich beliebige Nutzer in mein Informations-Netzwerk integrieren, ohne dass diese hierfür etwas tun müssen (ähnlich wie bei Twitter). Und auch hier entsteht ein Feed, den ich abonniert habe (http://del.icio.us/network/ThomasPleil). So bleibe ich auf dem Laufenden, welche interessanten Bookmarks andere Nutzer mit ähnlichen Interessen gefunden haben.

Insgesamt bin ich davon überzeugt, dass Peers bzw. soziale Netzwerke eine wichtige Rolle im persönlichen Informations- und Wissensmanagement spielen können. Der Aufbau und die Pflege solcher Netzwerke dient damit vor allem der aktuellen Orientierung. Dies setzt aber Offenheit aller Beteiligter voraus: Hierzu gehört beispielsweise, dass man Archive anderer nicht nur nutzt, sondern auch ein eigenes Archiv pflegt, das andere nutzen können.

Noch ein paar Hinweise zu meinem Umgang mit Social Bookmarks:

  • Alles, was ich in del.icio.us ablege, wandert am Morgen des Folgetags automatisch ins Textdepot. Wer dieses liest, muss eigentlich diese Bookmarks nicht separat abonnieren.
  • Mister Wong nutze ich eher für Lehrveranstaltungen, dort gibt es auch gemeinsame Archive mit Studentengruppen (z.B. dieses oder jenes).
  • Bibsonomy nutze ich, wenn ich wissenschaftlich publiziere. Möglich, dass ich hierfür demnächst scholarz.net nutze.

Wie nutzen Sie Social Bookmarks? Gibt’s noch weitere nützliche Kniffe?

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Sprachproblem: Wikis in internationalen Unternehmen

19 Februar 2008 · 3 Kommentare

Wer kann helfen? Eine Studentin fragt:

„Ich schreibe meine Abschlussarbeit bei der xy AG. Sie werden bald ein Wiki in ihr Intranet implementieren, welches dann europaweit von allen Mitarbeitern genutzt werden soll. Das große Problem ist die Sprache – Englisch war vorgesehen, aber das würde wahrscheinlich den Beteiligungsgrad der deutschen Mitarbeiter enorm senken, da viele kein oder nur kaum Englisch verstehen und somit kein Teil der englischsprachigen Wiki-Community werden könnten.

Meine Frage an Sie wäre, ob Sie mit solch einer Situation schon einmal Erfahrung gesammelt haben und evtl. Tools oder einen möglichen Lösungsansatz kennen, wie man mit solch einem Problem umgehen könnte?“

Hm, das Problem ist mir so noch nicht bewusst geworden; für mich sind Unternehmen selbstverständlich, die von ihren Mitarbeitern englisch als Geschäftssprache erwarten. Aus meiner Sicht ist eine gemeinsame Sprache Voraussetzung für das Funktionieren des Wiki-Gedankens in Unternehmen. Denn ein Wiki soll ja Leute zusammenbringen, die sich an unterschiedlichsten Stellen im Unternehmen mit ähnlichen Dingen beschäftigen. Sicher gibt es in den Landesgesellschaften eines Konzerns viele Anwendungsmöglichkeiten für einzelne Wikis. Doch dass Wikis ohne gemeinsame Sprache der Beteiligten für eine internationale Vernetzung sorgen können, bezweifle ich – mir fällt zumindest kein Tool bzw. kein Prozess ein, um das wirkungsvoll zu erreichen.

Wie sehen Sie das? Wissen Sie, wie internationale Unternehmen bei der Einführung von Wikis mit dem Sprachproblem umgehen?

Kategorien: Wiki
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Social Media im Wissensmanagement (CfP)

31 Januar 2008 · Kommentar schreiben

Wie Social Media im Wissensmanagement genutzt werden können, ist Thema eines eigenen, ganztägigen Slots der diesjährigen Triple-I-Konferenz der TU Graz, die von 3. bis 5. September 2008 stattfindet. Gerade eben wurde der Call for Papers (pdf) veröffentlicht. Spannend finde ich die Konferenz, weil sich aus meiner Sicht durch die Nutzung von Social Media bisher getrennte Funktionen wie Unternehmenskommunikation, Innovationsmanagement oder Recruiting immer enger verzahnen müssen. Beispiele wie Dells Idea Storm, GMnext oder Gruppen innerhalb von Social Networks mit engem Bezug zu Unternehmen bzw. Marken, machen diese Herausforderung deutlich. Bin gespannt, wie dieser Aspekt in Graz diskutiert wird.

Wer in diesem Umfeld arbeitet, kann bis 14. April 2008 ein Full Paper einreichen. Die Palette der gewünschten Themen zeigt einen sehr interdisziplinären Ansatz, denn eingereicht werden können:

  • „Procedures and practices of implementing Social Media in enterprises and at the interface to the outside world of an enterprise
  • Social Media in different business processes such as marketing, product development, training, innovation, or customer relationship
  • Social Media in individual and collaborative work
  • Value analysis of Social Media
  • Social Network Analysis
  • Economic and social theories explaining Social Media issues
  • Integration of social software with mobile devices
  • Cross-linkage of Social Media applications
  • Social Media business models“

Ein Lesetipp für alle, die sich tiefergehend mit Social Media beschäftigen, sind übrigens die beiden dicken Konferenzbände aus dem Vorjahr, die hier kostenlos als Download zur Verfügung stehen.
Disclaimer: Ich bin Mitglied des Programm-Komitees der Konferenz (will heißen: ich darf einige der eingereichten Papers begutachten).

Kategorien: Akademisches · Socialweb
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