Lesedepot: Die Tipps der Woche – KW8

zettelkastenSowas: Da hält man die ganze Woche über Lesenswertes für das Blog hier fest – und dann passiert nichts. Gut, wenn das mit diigo nicht klappt, greifen wir zur Handarbeit. Denn ein paar Themen aus dem Medien- und PR-Umfeld scheinen mir doch wert, hier festgehalten zu werden.

Leistungsschutzrecht

Viel wurde diese Woche darüber geschrieben, denn mittlerweile mehreren sich selbst in Regierungskreisen Zweifel an der Aktion – was sowohl die Inhalte als auch die Rahmenbedingungen des Gesetzgebungsprozesses betrifft. Es scheint, dass das LSR zum Rohrkrepierer werden könnte. Ein frischer Lesetipp dazu: Gunnar Sohn hat den Eindruck, dass die Verleger schon mal an Verschwörungstheorien basteln…

 

Verwerter am Abgrund
Nicht viel besser geht es österreichischen Verwertungsgesellschaften, die die PR-Kampange „Kunst hat Recht“ in Auftrag gegeben hat. Diese soll Stimmung für Abgaben auf Speichermedien machen, tut aber so, als wäre es eine Graswurzelbewegung von Künstlern. Würde in Deutschland wohl gegen den PR-Kodex verstoßen. Ist nun aber ausgezeichnet worden. Aber mit einem Schmähpreis. Schließlich gähnt der Astroturfing-Abgrund laut vernehmlich.

 

Netzgiganten
Neu auf meinem Lesestapel ist der Sammelband des Forschungsnetzwerkes „Unlike us“ zu Social Media-Monopolen und deren Alternativen. Von hier aus kann man natürlich auch einen Klick zum von Geert Lovink gegründeten „Institute of Network Cultures“ empfehlen, das eine Menge netztheoretischer Publikationen bereit hält.

 

Abo-Tipp
PR-Transfer ist das frisch renovierte Blog des Instituts für Public Relations Dresden/Ilmenau, hinter dem der Kollege Prof. Wolfgang Schweiger mit seinem Team steckt.

 

Content Strategie & Content Marketing
Immer diese Buzzwords. Ein paar Fundstücke drehen sich aber auch um diese. Ich halte fest:

 

Erfolgsmessung
Kami Huyse stellt in einer Präsentation einen recht pragmatischen Weg vor, wie man auch ohne große Agentur oder Team als Einzelkämpfer Erfolg im Social Web messen kann.

 

Bild statt Text
Dass wir in der PR eine Art „visual turn“ erleben, hab ich hier vor einiger Zeit schon mal in den Raum gestellt. Diese Woche gab’s eine Menge Tipps und Beispiele dazu:

Wikipedia und PR: Manchmal muss man das Selbstverständliche betonen

Für’s Stammbuch: Finger weg von Pseudo-Kommunikation

Hinter vorgehaltener Hand wird ja immer wieder mal zugegeben, dass es schon Möglichkeiten gebe, ein bisschen Leben auf die Facebookseite eines Unternehmens zu bringen. Und selbst in Redaktionen werden Journalisten gelegentlich mal angehalten, doch den ersten Kommentar unter den so toll recherchierten Beitrag des Kollegen zu setzen.  Seit einigen Tagen wird nun diskutiert, ob es auf der Facebook-Seite von Weleda auch solch unsauberes Gebaren gebe.

Deshalb einmal mehr: Dies ist Astroturfing und verstößt gegen ethische Kodizes der PR. Dass das – nicht unwahrscheinliche – Auffliegen solcher Aktivitäten ein kräftiger Schuss in den Reputationsofen ist, liegt auf der Hand. Hinzu kommt aber eine rechtliche Komponente, auf die Carsten Ulbricht in seinem Blog rechtzweinull aufmerksam macht:

„Unabhängig vom vorliegenden Fall ist allerdings festzuhalten, dass Profile bei Facebook & Co, die private Kommunikation vortäuschen, tatsächlich aber von dem Unternehmen oder der Agentur „aufgesetzt“ oder eingekauft worden sind, stets rechtswidrig sind. Die sozialen Medien bieten wegen der Möglichkeit der anonymen oder pseudonymen Nutzung natürlich einen guten „Nährboden“ für dieses auch als „Astroturfing“ bezeichnete Phänomen.“

Im Zweifelsfall ist das Ganze natürlich schwer nachzuweisen. Aber durch solch seltsame Aktivitäten sollen ja bereits schon Geschäftsführer gestolpert sein – also: Finger weg!

Nachtrag (19.10.11): Auf seiner Facebookseite hat Weleda betont, Fake-Kommentare seien nicht zum Einsatz gekommen und entsprächen nicht dem Verständnis des Unternehmens.