Lesetipps zu Journalismus und Onlinekommunikation

In diesen Lesetipps geht es um drei Schwerpunktthemen: Kampagnen im Journalismus, Storytelling in der PR und eine Diskussion zur Zukunft von Social Networks. Hinzu kommen eine Menge Tipps zu weiteren Lesegeschichten, zu Tools und neuen Entwicklungen in der Onlinekommunikation.

Ok, ganz so formvollendet kommen meine Lesetipps nicht.
Ok, ganz so formvollendet kommen meine Lesetipps nicht.

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Google+: Communities lohnen einen genaueren Blick

Die Diskussion um Google+ versus Facebook brandet ja seit eh hin und her. Hieran will ich gar nicht anknüpfen, sondern nur ganz kurz nach einem ersten Blick auf die neue Funktion der Communities aus Kommunikationssicht erklären, warum das Ganze sehr interessant sein kann – vorausgesetzt, Google+ ist für eine Organisation oder ein Unternehmen überhaupt interessant.

Screenshot: Community-Bereich bei Google+
Screenshot: Community-Bereich bei Google+

Ehrlich gesagt bin ich ja selbst ein bisschen erstaunt, aber so viel wie in den letzten Tagen war ich bisher noch nicht in Google+. Das liegt unter anderem daran, dass ich ein bisschen mehr mit Seiten herumgespielt habe. Insofern kam es mir sehr gelegen, dass ich seit heute früh mit meinem Account schon die neue Community-Funktion nutzen kann. Google nennt übrigens Community, was bei Facebook Gruppe heißt – wobei Google mit der Bezeichnung tatsächlich recht hat. Und das macht es spannend für Kommunikationsleute, finde ich.

Welche Besonderheiten sind mir also bei den neuen Communities aufgefallen?

  1. Ich kann als Betreiber einer Seite Communites aufmachen. Das geht bei Facebook nicht, sondern muss separat gelöst werden.
  2. G+-Communities können durch verschiedene Themen strukturiert werden. Damit gleicht das Ganze eigentlich Foren.
  3. Ebenfalls wie in Foren gibt es Moderationsmöglichkeiten, so dass User ggf. gebannt oder hochgelevelt werden können.
  4. Bei offenen Communities kann festgelegt werden, ob jeder automatisch Mitglied werden kann oder ob ein Moderator freischaltet.
  5. Der Community-Aufbau ausgehend von einer (Unternehmens-)Seite erfolgt der selben Regel wie das Gewinnen von “Fans”: Als Moderator kann ich direkt offensichtlich nur Leute einladen, die meine Seite ohnehin schon geplust haben. Dies ist sicher ein guter Spam-Schutz, denn natürlich können bei öffentlichen Communities Nutzer natürlich einfach von sich aus Mitglied werden.
  6. [Ergänzung, 18.00]: Es gibt für Communities auch Statistiken, die sehr hilfreich erscheinen. U.a. kann man identifizieren, welche Mitglieder sehr aktiv sind oder zu welchen Zeiten die Community besonders lebendig ist.
  7. Was mir weniger gefällt: Bin ich Mitglied einer Community, erscheinen die Posts ganz normal in meinem Stream. Das bedeutet, als Nutzer muss ich die Community so sinnvoll einem Kreis zuordnen, dass die Beiträge daraus nicht untergehen. Meinem Geschmack entspräche eher, wenn ich wie bei Facebook meine Communities/Gruppen automatisch separat angezeigt bekäme (zumindest ist das meine erste Wahrnehmung dazu)

Was könnte das für das Kommunikationsmanagement bedeuten?

Aus meiner Sicht ist besonders die enge Verknüpfung der unterschiedlichen Funktionen bei Google+ für Unternehmen und Organisationen spannend. Während ich bei Facebook nur Fans auf einer Seite sammeln kann (ok, diskutieren kann ich dort zu den Posts auch), bietet Google+ ergänzend echte Communities, so dass man dort beispielsweise bestimmte Kommunikationsaufgaben direkt lösen kann, die nicht auf der vielleicht PR-lastigen Seite stattfinden sollen. Ich denke da z.B. an Kundensupport. Bei Facebook besteht ja häufig das Problem, dass hierfür entweder spezielle aufwändige Anpassungen oder gar mehrere Seiten für unterschiedliche Kommunikationsaufgaben benötigt werden. Zu dieser erwähnten engen Integration zähle ich auch die Hangouts. Insgesamt hat Google+ von der nackten Funktionalität her für mein Empfinden gegenüber Facebook Vorteile.

Sehr praktisch erscheint mir zudem, dass unter Unternehmensseiten auch versteckte Communities möglich sind, so dass sich in einer solchen geschlossenen Gruppe beispielsweise Moderatoren der Seite austauschen und dazu verschiedene Tasks (z.B. To do, Themenplan, Abstimmungsbedarf) organisieren können. Viele weitere Anwendungsmöglichkeiten gibt es sicher im Projektmanagement.  Das werden wir uns in einem kleinen Team in nächster Zeit mal ausführlicher anschauen und darüber berichten.

Doch bei aller Begeisterung für zusätzliche schicke Funktionen: All dies bringt natürlich nur etwas, wenn man eine Gesamtbetrachtung macht, die Kommunikationsstrategie steht, die richtigen Zielgruppen auf der Plattform sind etc. Aber immerhin: Beobachten sollten wir immer, wie sich neue Funktionen auf den Nutzerkreis und die Nutzungsgewohnheiten auf einer Plattform auswirken.

Weitere Eindrücke und Screenshots gibt’s bei Cashy und bei Basic Thinking.

Lesetipps zum Wochenende (KW 24)

Heute mal wieder am Samstag, die Lesetipps. Es gab wieder einige interessante Diskussionen. Wie meist, versuche ich die sehr ausführlich geführten hier nicht mehr aufzugreifen. Ein, zwei Themen hebe ich mir noch auf – in der Hoffnung, diese ausführlicher behandeln zu können. Also los:

PR-Praxis

  • Google+: 950.000 Follower auf Google+ – irgendwas macht H&M anscheinend ziemlich gut. Ein paar nähere Infos dazu gibt es bei t3n.
  • Kritik: Klaus Eck hat analysiert, wie die Telekom mit Kritik an einem neuen Produkt umgeht. Fazit: Im Web sehr souverän reagiert, die Ursache der Kritik war aber wohl im eigenen Haus zu suchen – in der Pressestelle, die offensichtlich nicht klar und rechtzeitig kommuniziert hat.
  • Ängstlichkeit: Ich verstehe ja, dass Gründer von Start-ups PR nicht gelernt haben. Deshalb ist der Hinweis von Basic Thinking sehr hilfreich: Gründer, die meinen, sie müssten Texte von Bloggern oder Journalisten vorab nochmal lesen, schaffen damit oft, dass über ihre tolle Geschäftsidee einfach nicht berichtet wird. Aber die Gründer sind mit ihrer Angst vor “falscher” (oder geht es um freie?) Berichterstattung nicht allein: Auch ZDFneo-Senderchefin Simone Emmelius wollte laut taz Zitate aus einem Pressegespräch autorisieren lassen. Wenden wir uns peinlich berührt einem anderen Thema zu:

PR-Qualifikation

  • Nach einigen Beiträgen (auch hier im Blog) zum Thema Qualifikation und Berufseinstieg in die PR hat mit Ulf-Hendrick Schrader ein Arbeitgeber den Ball aufgenommen und für die PR-Fundsachen, dem Blog meiner Studenten, einen Gastbeitrag geschrieben. Tenor: Es kommt auf die einzelne Person an, und was die in der PR zu leisten vermag, könne man nur “on the job” erkennen. Außerdem müsse sich zeigen, inwieweit jemand es schaffe, das Wissen aus der Hochschule in die Praxis zu transferieren. Irgendwie scheint mir, dass es noch große Mißverständnisse zu praxisorientierten Studiengängen gibt.

Digitales

  • Polizeibeobachtung: In New York hat eine NGO eine App vorgestellt, mit der Passanten empfundenes Polizeiunrecht festhalten und an die NGO melden können.
  • Social Media Trend Monitor: news aktuell hat die neuesten Zahlen vorgestellt. Befragt wurden knapp 3.000 Journalsiten und PR-Leute. Ein paar Aspekte daraus: inhaltlich sind Fotos und Videos besonders wichtig, Ziele sind vor allem Imagepflege, Kundenbindung und Bekanntheit, und zur Erfolgsmessung wird noch sehr quatitativ gedacht.

Hier die Präsenation:

 

Lebenshilfe

  • Wie bewahrt man den Überblick über verschiedene Projekte, die naturgemäß von unterschiedlichen Teams bearbeitet werden? Ja, dazu gibt es viele Tools. Bei Lifehacker wird erklärt, wie man den ganz einfachen Google Kalender hierfür nutzen kann.